Über Meinungsfreiheit wurde bis heute ganz viel geschrieben. Was darunter zu verstehen sei, welche Ausnahmen gerechtfertigt seien und weiteres Blabla. 

Unter Meinungsfreiheit verstehe ich, alles, aber auch wirklich alles, sagen zu dürfen. Schon das Wort dürfen ist hier eines zuviel. 

Die Meinungsfreiheit muß wie das Atmen sein. Und zwar ohne Sauerstoffmaske. Der Planet Erde und seine Bewohner scheren sich aber einen Dreck um Freiheit. Stattdessen wird von Menschenrechten gefaselt und täglich erkämpftes und sogar in Verfassungen verbrieftes Recht gebrochen. 

Was passiert denn, wenn eine Holocaust-Leugnerin den Holocaust leugnet? Es wird eine Mehrheit zustande kommen, die deren Aussagen sachlich und vernünftig auseinandernehmen kann und wird. 

Was passiert, wenn aggressive Imame zum Dschihad aufrufen? Es wird überall dort Widerstand dagegen wachsen, wo christliche Werte die Ethik der Leute dominieren. 

Kein Schwein braucht also demnach Einschränkungen der Meinungsfreiheit, in welcher Form auch immer. 

Mich wundert die Gleichgültigkeit, mit der zugesehen wird, wie die Meinungsfreiheit verloren geht.

Es ist nicht einmal der kleine Herr Maas, es sind die vielen unbeholfenen, der Sprache nicht mächtigen Hanseln, die den Boden für Verbote bereiten.

Ist im Übrigen mit #MeToo auch die Frau gemeint, die am Halse aufgehängt hinter einem Auto hergeschleift wurde?  Gottes Segen für Minderbemittelte und Gnadenlose.



Im Sommer 1988 wurde der Journalist Dr. Udo Ulfkotte von seinem damaligen Arbeitgeber FAZ nach Bagdad geschickt. Er hatte den Auftrag, von der Kriegsfront zwischen dem Irak und dem Iran zu berichten. Ulfkotte wurde dort Zeuge, wie unter amerikanischer Aufsicht die Iraker mit Senfgas aus deutscher Produktion Iraner vergasten. Auch hat er erlebt, wie nach diesem "erfolgreichen" Giftgasangriff in Bagdad gefeiert wurde. Amerikanische Diplomaten, Vertreter der deutschen Wirtschaft und Iraker. Danach erkrankte Ulfkotte schwer.

Zurück in Deutschland mußte Ulfkotte seine Fotos dem Verband der chemischen Industrie übergeben. Bei Veröffentlichung wäre er von der FAZ entlassen worden. 

Seine Artikel über den Krieg mit Giftgas wurden zensiert und nur verstümmelt publiziert. 

Dr. Udo Ulfkotte hat nie verstanden, daß Deutschland geholfen hat, wieder Menschen zu vergasen. 

Heute nennen die linksgrün  Versifften diesen Journalisten einen Nazi und einen Verschwörer. 

Das ist nur eine von vielen Geschichten, die ich nur unter der Aufsicht von Alzheimer vergessen werde. Journaille ist verlogener und dreckiger Schweinejournalismus.



Mein Freund Max, jouwatch-Autor, wurde erneut denunziert und daraufhin gesinnungsdiktatorisch für abermals dreißig Tage bei Facebook gesperrt. Was ist das für ein Phänomen? Alle Welt gibt vor, Prosa zu lieben. Freiheit, und eben auch gerade Meinungsfreiheit, wohl eher nicht.

Prosa ist nicht geeignet, eine Masse zu bewegen, dahin zurückzukehren, woher der Anspruch Vereinzelter und Verstreuter auf Reinheit und Aufrichtigkeit rührt. Geschweige denn, einen Spartacus-Aufstand 2.0 auszulösen. 

Für die Beschreibung der Zustände, wo und wann auch immer, ist Prosa mitunter ein geeignetes Mittel für jene, die es verstehen, zwischen den Zeilen zu lesen. Für die anderen nicht.

So kann mit wenigen Worten die angebliche Befähigung des Menschen, Ungerechtigkeiten zu erkennen und dagegen aufzustehen, gut konterkariert werden. 

Es waren einige der besten Schriftsteller, die dies in hervorragender Art und Weise vermochten. Zum Beispiel Franz Kafka, Karl Kraus, Kurt Tucholsky. Heute sind sie irgendwie verschollen.

In Zeiten von Zuchthäusern wie Schwedt oder Bautzen hingegen, waren diese ehrlichen Zeitzeugen nur mit der Lupe zu finden. Das wird verständlich, wenn bedacht wird, daß es derzeit opportun zu sein scheint, als Gesinnungskünstler Stasi- und Nazimethoden anzuwenden, um zu versuchen, Andersdenkende zu diffamieren und zu brandmarken. 

Allerdings könnte die Gleichgültigkeit vieler Zeitgenossen gegenüber dem alltäglichen Dreck auch anders interpretiert werden. Nämlich als das, was sie ist. Sie ist neben verständlicher Schwäche und Ohnmacht des Einzelnen überdies auch Ausdruck einer durch mehr oder weniger primitiven Egoismus überdeckten Dekadenz bei gleichzeitigem völligen Fehlen der wichtigsten Regeln für ein gottgefälliges Leben auf Erden. Über den Ausdruck gottgefällig werden viele lachen oder gar nicht verstehen, was gemeint ist. Dabei liegt es auf der Hand. Hiroshima und Nagasaki. Vietnam und der Irak. Brutkastenlüge. 9/11. 

Diese Verbrechen wandelt die Zeit zu Ereignissen, die lediglich ambivalent betrachtet werden und ganz wenigen Leuten so nahegehen und schmerzlich berühren, daß diese jeden Tag entweder nur schreien, kotzen oder gar wirklich für Frieden kämpfen könnten. 

Die heute allgegenwärtigen Verbrechen wie Gender, Frühsexualisierung, Sittenverfall, Lüge und Verrat nehmen deformierte dumpfe Köpfe schon nicht mehr wahr. Und die, die es noch wahrnehmen, die trösten sich mit der Aussicht auf ein für sie nicht wirklich vorstellbares Jüngstes Gericht, ohne die Verantwortung für ihre Mitschuld daran übernehmen zu wollen.

Es helfen keine Anklagen, keine Beleidigungen und keine guten Worte. Es ist vergebliche Liebesmüh' angesichts der Toten in den Konzentrationlagern, der Opfer des Kommunismus oder des Islam. 

Um einen unbegreiflichen Zustand zu beschreiben und verständlich zu machen, bedarf es schier unmenschlicher Anstrengungen, die der Einzelne und Verstreute nicht aufzubringen vermag, so sehr er sich das auch wünscht. 

Selbst eine Bündelung aller am Erhalt dessen Interessierter, was gottgefällig wäre, ist in den heutigen Zeiten fast nicht zu bewerkstelligen, handelt es sich bei diesen doch vielleicht sogar mehrheitlich um schon an den Rand der verlotterten Gesellschaft gespülte Einzelkämpfer, die mit ihrem Aufstand zu lange gewartet haben.

Diese etwas trostlosen Worte haben keinen Wert. Wichtig sind andere Dinge. Das sich Bescheiden. Das Abschiednehmen üben. Das Ankommen.

Im Übrigen wurden die KZ nicht durch Witz und Satire befreit sondern durch Kugeln, Granaten und Bomben. Und wenn Jerusalem wieder Hauptstadt von Israel wird, werden es auch die mit weniger Abstraktionsfähigkeit Gesegneten begreifen, wohin die Reise geht. Shalom!



Nun ist bald Weihnachten und die Welt um mich herum versinkt in Blödheit, Stumpfsinn und lächerlicher Dämlichkeit. Bestenfalls Frechheit ragt heraus. 

Ich werde frei nach Otto irgendein Elektrogerät küssen und hoffen, daß es eine verzauberte Königstochter ist. Zu mehr will ich mich derzeit wirklich nicht aufraffen. 



Ich habe einmal ein Auto gekauft. Mit Hilfe eines Bekannten, der mit dem Verkäufer in eine Klasse ging. Von 64.000 DM auf 51000 heruntergehandelt. Ein Wahnsinn, damals keine große Rede wert. Ein schönes Auto. Ein Passat Kombi, 1,8 Turbo. 150 PS. Am Ende Motorschaden wegen insufizienter Mechaniker. 

Eines Tages hatte ich einen Zettel am Scheibenwischer. Ein anderer Besitzer so eines Autos bat um Kontakt. Ich rief ihn nach einigen Tagen an und wir plauderten tatsächlich fast drei Stunden über unsere Autos. Über Frauen hätten wir nicht so lange gesprochen. Diesen Wagen habe ich nicht mehr, aber ich denke gerne an die Zeit mit ihm zurück. Er hat mich an den Atlantik gebracht, nach Schweden und in die Alpen. Ein starkes Auto, auf einer Anhöhe bei Fulda wurde ich vollbepackt und mit vier Rädern auf dem Dach zweimal geblitzt. Beim Überholen. Eine Familienkutsche mit vielen Dreckflecken im Inneren und einigen Beulen außen, die ihr als Zierde dienten. 

Was ich sagen will? Eine kleinere Karre hätte es auch getan. Ich hätte jetzt ein paar Euro mehr zum Sterben. Mehr gibt das Thema nicht her. Die Xenon-Scheinwerfer wurden dreimal geklaut. Die Selbstbeteiligung bezahlte ich nicht lächelnd. Andere machen es eben anders.

Das kleine Mädchen am Zaun war meine Tochter. 



Es gibt so viel zu berichten. Es passiert so viel. Täglich Ungemach in Deutschland und der Welt. 

Woran liegt es, daß der Bürger in der Masse so formlos und diffus, so unaufgeregt erscheint und sich höchstens selbst denunziert?

An der Journaille alleine kann es jetzt nicht mehr liegen, denn es gibt zahlreiche Alternativen, die sachlich und offen berichten. 

Am Wetter liegt es bestimmt auch nicht, denn es macht was es will respektive was die Sonne sagt. 

Durch Deutschland fahren ICEs, die mit einem blutigen Tampon verziert wurden. Es finden Messerstiche statt, die von 15 Millimetern auf 15 Zentimeter wachsen und es in die Schlagzeilen schaffen, während brutal durch Migranten zu Tode getretene Deutsche verschwiegen werden. 

Die Weihnachtsmärkte haben sich verändert. Zwingt die Angst die Deutschen auf die Couch? Nein, das kann nicht sein. Poller werden eingewickelt, damit sie keiner als das wahrnimmt, was sie wirklich sind. Ein Armutszeugnis. Die Farce in Regierung und Politik. Unsäglich und gegen jeden guten Geschmack.

Die Definition eines Volkes als eine durch gemeinsame Kultur, Geschichte und Sprache verbundene große Gemeinschaft sagt noch lange nichts über die geistigen Fähigkeiten dieser Truppe aus. In der Medizin sieht man eine solche Trägheit besonders bei Drogensüchtigen. Keine dankbare Klientel. 

Was sind die Drogen? Wahrscheinlich das monatliche Spielgeld, was die Deutschen in die Lage versetzt, sich unter anderem viele sinnlose  Dinge zu kaufen, die keiner braucht. Vielleicht die Versicherungen bis zum geht nicht mehr. Helmchen. Statussymbole. Im Prinzip ist ein solches Verhalten in diesen Zeiten lächerlich und manch einer liegt mit einer solchen Vermutung durchaus richtig, kann sich aber diesem albernen Gruppenzwang nicht entziehen. Das nennt man süchtig. 

Die Therapie ist allerdings recht einfach und widerspricht der, welche die Opfer plagt in den Entzugskliniken, die als Masse nur ein atttraktiver Kostenfaktor der entsprechenden Industrie sind, und denen ganz einfach und billig geholfen werden könnte, wenn sie verstünden, was eine Sucht ist und wie man sie heilt. Einfach aufhören und nach vorne schauen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, nur viele der  Süchtigen hören oft nicht auf, ihr dummes Verhalten durch langes Palavern begründen zu wollen. Ein Ärgernis. Wenn es nicht so traurig wäre und die Auslöschung eines Volkes auf dem Spiel stünde. Mit Abstraktion kann sehr gut das Ende einer Entwicklung erkannt werden. Wenn man wenigstens dazu in der Lage wäre. 



So stellte er sich heute dar. Bei mehr als zwanzig Grad in der Sonne. Und so sanft, so glatt, fast regungslos. Ich habe ihn aber atmen gehört und war erleichtert. Das hat mich an meinen kleinen Sonnenschein erinnert, als ich des Nachts öfter in sein Zimmer schlich, nur um ihn atmen zu hören. So kann Angst aussehen. Vera Lengsfeld schreibt heute, daß man, wenn Merkel Geschichte sei, der Frage nachgehen müsse, wie es erneut passieren konnte, daß die „Eliten“ kritiklos einer Führungsfigur hinterher hechelten und Andersdenkende mit Methoden bekämpft haben, die nach zwei totalitären Diktaturen tabu sein müßten. Tja, das ist der Preis der Abstraktionsschwäche. Manchmal gucke ich aber gern auf einige dennoch liebenswürdige Beispiele. 

Verachtung ist ein großes Wort. Leichtfertig sollte man es nicht verwenden. Man sollte es vorsichtig angehen. Und konziliant natürlich…. Schwachsinn. 



Früer war ich durchaus der Meinung, mich auf FB orthogapisch und gramatikalisch richtig ausdrücken zu müssen. Wiso lösen sich solche Dige einfach in Luft auf? Ist es den tatsächlich gebohten, in fast jeden Text ein paar lächerlische Fehler einzuarbeiten? Kann mir jemand zeigen, wie mann das macht? 21-jährige Kunststudentinnnnen wie bei Akif müssen es nicht sein. Sagen wir 22-Jährige?



Nach Lektüre eines Beitrags bei idea, der evangelischen Nachrichtenagentur, war ich für eine ganz kurze Zeit geneigt, mich zu wundern. 

Ich mußte lesen, daß das größte Problem der Kirche ein Glaubensproblem sei. Ferner müsse der Glaube Luthers für die heutige Zeit umgesprochen werden. 

Ein Professor für Religionssoziologie sei der Meinung, daß wir heute nicht mehr an die prinzipielle Sündhaftigkeit des Menschen glauben könnten.

An die Stelle des einstmaligen Sündenbewusstseins könne die Frage nach der Begrenztheit des Lebens treten, die Selbstverwirklichung zum letzten Prinzip des Lebens zu machen. Ebenso hätte sich das Gottesbild gewandelt. Und Gott stellten sich die Menschens auch nicht mehr als eine Autorität vor, die über deren Sünden richtete, sondern als eine ferne irgendwie gutwillige Kraft, die die kleinen Sünden nicht bekümmert und es schon gut mit ihnen meinte. Die meisten Menschen in Deutschland, die sich zum Glauben an Gott bekennen, verstünden Gott nicht mehr als eine Person, wie ihn die Bibel verkündet, sondern als eine unpersönliche höhere Macht.

Ende der Geschichte. Auf den ersten Blick fehlt womöglich einigen der Bezug zu meiner These von den 0,04 Prozent. Auf den zweiten Blick sollte deutlich werden, daß dieser Schwachsinn mir Recht gibt und die 99,96 Prozent mit ihrer Masse dabei sind, die letzten Reste von allem, was uns gegeben wurde, hinwegzufegen. Wohl denn, wir stecken schon im längst im letzten Gefecht. Ausgerechnet gegen Typen, die sich für sozialisiert halten. Ich fasse es nicht.



Mit Witz ist folgendes leider auch nicht zu beschreiben. Als im Bataclan in Paris der durchaus medienwirksame Anschlag erfolgte, erfuhren 99,96 Prozent davon, daß dies nichts mit dem Islam zu tun habe. 0,04 Prozent wissen heute, daß die islamischen Terroristen ihre Opfer gequält haben. Hoden abgeschnitten, Augen herausgerissen, Frauen vergewaltigt. Tja, es ist bequem, dumm zu sein und nichts sehen und hören zu wollen. Und darum nehme ich mir das Recht, diese ubiqitär vorkommende Dummheit ein wenig anzuprangern. Wohlgemerkt. Es handelt sich nicht um irgendeine Propaganda. Es sind lediglich Tatsachen, denen jeder ins Auge schauen könnte, wenn er nur wollte. Irgendwie scheint Dummheit noch mit anderen Leiden verquickt.

Nun wieder bissel lustiger. Nein, nicht mit LKWs, die Menschen überfahren. Ohne Islam muß es auch gehen. 

Die Bücher von Sieferle und Schulte. Ich kenne sie noch nicht und mag sie trotzdem. Zu diesem Urteil kommt ein Dummer nicht. Nicht weil er sie auch nicht kennt, aber er kennt rein gar nichts. Er ist so richtig von Natur aus dumm. 



Jeder hat schon einmal von optischen Täuschungen, Photoshop oder Retuschen gehört. Jetzt sehen alle, wie zwei Flugzeuge in Hochhäuser fliegen und diese daraufhin einstürzen. Nicht einmal wurde es gesehen, nein, viele Male. Heute, nach langen Jahren der Versuche, in dieses Geschehen ein wenig Klarheit hineinzubringen, regt sich bei den 99,96 Prozent allenfalls die Gallenblase und ruft nach Kartoffelchips. Das ist das, was ich meine. Ich habe keine Ahnung, aber ich kann mich an Physik noch ein wenig erinnern, 9,81 Meter pro Sekunde ins Quadrat ist die Fallbeschleunigung. Haben die 99,96 Prozent tatsächlich alle Physik geschwänzt? Das gibt's doch gar nicht. 

Gut, Physik war nicht der Hit in der Schule. Besonders Mädchen mochten zu meiner Zeit dieses Fach überhaupt nicht, obwohl der Lehrer sehr jung war und gut aussah. 

Auch der Umstand, daß am Boden recht wenig Schutt herumlag, wenn man an die Masse der zwei Türme denkt, ist keine Frage, die die 99,96 Prozent davon abhalten könnte, sich zu den Chips noch ein Getränk ihrer Wahl zu holen. Ich rede noch gar nicht von Verschwörungstheorien. Ein selten dämliches, aber typisch deutsches Wort, um zu verschleiern, daß es diese 0,04 Prozent der Intelligenten tatsächlich gibt. Ein Trauerspiel, wenn man bedenkt, daß es gerade 0,04 Prozent Kohlendioxid in der Atmosphäre sein sollen, die alle Bewohner verursacht haben sollen und wofür diese gefälligst auch zu zahlen hätten. Abstrakt? Kann sein, aber mir kommt es einfältig vor. Für mich ist es ein Beweis dafür, daß es unter der Erde womöglich mehr Intelligenz gibt als oberhalb. 



Witzlose Einlassungen dürfen bei mir nicht fehlen, also:

Für meine Betrachtungen über die 0,04 Prozent oder besser über die 99,96 Prozent ist mir persönlich wichtig, einmal auf die zehn Gebote Gottes zu sprechen zu kommen. Ich werde es an keiner anderen Stelle wiederholen oder gar einem missionarischen Eifer frönen. Versprochen.

Für mich sehr wichtig: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 

Dies ist das erste Gebot und, wie ich finde, sehr einfach für die, die Gottes Wort lieben und schätzen.

Jetzt alle zehn: Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das zweite Gebot. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.

Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. (Gemeint ist der Sabbat, der Samstag)

Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Das fünfte Gebot. Du sollst nicht töten.

Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen.

Das siebte Gebot. Du sollst nicht stehlen.

Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

Das hat natürlich etwas mit dem Glauben zu tun. Für Gläubige heißt das Wissen.

Ein Wissen über etwas, was nie seine Bedeutung verloren hat, verliert oder verlieren wird. Es ist sehr anschaulich für die weiteren Betrachtungen zu Dummheit und sogar wesentlich für das Erkennen, was gegen Dummheit hilft.

Es kursiert der linke Sponti-Spruch: Religion ist Opium für das Volk.

Das mag in dieser falschen Schlichtheit stimmen, aber ich beziehe mich weder auf Religion oder Drogensucht. Ich rede von Gottes Wort. So dumm kann man doch gar nicht sein, daß man nicht versteht, worum es sich handelt? Doch, das kann man. Es ist allerorten zu sehen. Heute, in jeder Großstadt, auf fast jedem gottlosen Fest, nahezu überall und jederzeit. Überall dort, wo Gottlosigkeit zu Hause ist. Konzentriert in Journaille, Werbung und Konsum.

Gesetzt den Fall, ein Gottloser würde sich an die Gebote halten, natürlich müßte er dann von Gott zumindest eine Ahnung haben, so hätte er urplötzlich eine Ahnung auch davon, was Gott unter einem anständigen Leben versteht. Es ist nicht wichtig, daß Christen von gottgefällig sprechen, es reicht völlig, daß es ein anständiges Leben ist. Tja, und jetzt kommen lediglich ein paar von denen der 0,04 Prozent in Bedrängnis. Die Masse schert das alles nicht. Es geht an ihr vorüber wie Masern, Mumps und Ziegenkäse. Das ist der Witz.

Sähe die Masse die Sinnhaftigkeit und die Größe dieses Anspruchs auch nur als klitzekleine Hausaufgabe an, die es zu erledigen gälte oder gilt, wenn man keine Watschen von seiner Mutter haben möchte, wäre der eigenen Dummheit schon fast ein Schnippchen geschlagen. Gut, weiter.

Im Alltag käme es aus meiner Sicht darauf an, die Worthülsen, die Phrasen und das Propagandagelaber darauf abzuklopfen, was das alles mit Gottes Wort zu tun haben soll. Gerne auch große Weltpolitik mit Putin, Trump und Nordkorea. Und gerne dann auch das eigene Verhalten. Das Leben mit Helmchen und sozialer Hängematte und Pipapo. uusjsjabJD



Ab jetzt zieht hier ein wenig Humor ein. Der wird allerdings vielleicht nicht jedem gefallen, denn der Running Gag soll darin bestehen, meinen Ausführungen zur Abstraktionsschwäche endlich Glaubwürdigkeit zu verleihen. Es ist nämlich ungeheuer witzig, diesen Gedanken zu hegen und zu pflegen. Kurz, ab jetzt rede ich von dumm und intelligent. Obwohl es schwierig sein wird, von Intelligenz zu reden, wenn ich doch davon überzeugt bin, daß es diese hier auf diesem Planeten in etwa so selten gibt wie das CO2 in der Atmosphäre mit derzeit 0,04 Prozent. Als Richtwert ist das aber ein hervorragendes Beispiel. 0,04 Prozent. Damit es nicht zu langweilig wird, gehe ich auch auf Wahrnehmungsschwäche und fehlende Phantasie ein. Wem sagen denn 0,04 Prozent schon etwas? Dabei käme es im Prinzip lediglich darauf an, zu bemerken, daß es eine sehr kleine Zahl im mathematischen Sinne ist. Noch eins. Meine Ausführungen dienen nicht dazu, jemanden zu beleidigen, der das nicht versteht. Um Gottes Willen, nichts liegt mir ferner. Dabei wird mir auch immer Jesus helfen, den ich seit einigen Jahren als meinen einzigen wahren Freund bezeichnen kann. Denn natürlich bin ich allergisch auf Abstraktionsschwäche und muß versuchen, ohne Antiallergika damit klarzukommen. 

Mein erster Absatz ohne Fluchen, Beschimpfungen und Verteufelungen gefällt mir schon ganz gut.

Dennoch bin ich ziemlich sicher, daß es recht wenige gibt, deren Mundwinkel noch nicht herunterhängen. Wo ist der Witz?

Die Frage nach dumm oder intelligent ist so simpel zu beantworten wie die Frage nach richtig oder falsch. Eigentlich wäre es einfach, nicht dumm zu sein, ist es aber offensichtlich nicht, trotzdem werde ich  versuchen, diesem Phänomen auf die Spur zu kommen. Warum sind Intelligente so rar wie Kohlendioxid ist eine ebenso interessante Frage wie die, warum die Dummen nicht merken, daß sie dumm sind. Es geht also nicht um die Kopfschmerzen oder das Ekelgefühl des Intelligenten, der sich jeden Tag mit den Dummheiten der Dummen geplagt sieht, sondern um eine ehrliche Suche nach Antworten.

Fangen wir an. Seit Jahren schon löst eine Bemerkung über intelligentes Leben auf der Erde oder gar im Weltall bei mir längere Lachanfälle aus. Wer startet da diesen Angriff auf mein Zwerchfell? Na klar, es sind nicht die Freunde oder eine Frau, nein, es ist Journaille. Sie macht sich wichtig wie der Autist, der den sogenannten Salon-Schwachsinn von sich gibt. Aber schön, jetzt reden wir von Journaille. Nicht nur, daß wir es ohnehin mit einer verzerrten Welt zu tun haben, nein, die Journaille verzerrt diese nochmals. Um das dechiffrieren zu können, reicht es eben nicht aus, daß man weiß, Wasser und Öl vermischen sich nicht, sondern hier müßte Intelligenz vorhanden sein. Von mir aus rudimentär. Das hat nichts mit Rudi zu tun, der im Vorgarten sein Bein an die Tulpen hebt und diese bewässert. 

Jeden Tag, jede Nachricht, jede sogenannte Information, neuerdings auch Fake News, was man getrost als Falschmeldung übersetzen könnte, aber nicht macht, kann beobachtet werden, was sich Journaille einfallen läßt, um die Leute klüger aussehen zu lassen als sie sind. Richtig, die Journaille weiß im Prinzip um die Defekte der 99,96 Prozent. 

Diese Masse interessiert sich schlichtweg nicht für Bedeutungsrahmen, für Frames, was Dr. Daniele Ganser schon sehr schön beschrieb. Er tat es aus meiner Sicht aber noch nicht so eindringlich wie ich. Mir ist wichtig, festzustellen, daß die Masse nichts davon weiß. Rein gar nichts. Gibts’s Widerspruch? Ich komme später darauf zurück und werde die Frames erklären. Dr Ganser meinte Fragen zum Imperium und wem Kriege nützen. Nicht jedermanns Sache eben. Aus meiner Sicht deutet dieses Desinteresse auch sehr stark auf Dummheit hin. Lassen wir das vorerst.



Ich kann, nein ich muß verkünden, daß meine Meinung zum Christentrommeln auf meinem Lieblingsblog unerwünscht ist. Ein naja wäre zu wenig. Es grummelt in mir wieder einmal gar heftig. Es wäre aber blöd, es laut zu sagen, was ich davon halte. Es fallen allerorten Skandale unter den Tisch. Warum nicht auch unter den Tisch von Freunden?

Das Ergebnis ist also wahrhaftig immer null. Ich kam alleine auf die Welt, ich werde alleine gehen. Für ein Danke reicht es allemal. Ich sagte es bereits, als Jesus zu meinem Freund wurde. Was das alles mit Abstraktion zu tun hat? Nichts, ich will auch einmal verschwurbelt sprechen. Aber das muß dann auch reichen. Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Prinzipienlosigkeit zur Konvertierung zum Islam führen wird. Die Abstraktionsschwäche kann in diesem Zusammenhang völlig vernachlässigt werden. Damit meine ich auch, wenn man es zuläßt, daß sich jemand mehrmals in ein Telefongespräch einmischt. Das galt einmal als unhöflich. Und außerdem kann es sein, daß der eine oder der andere an diesem Verfall richtig verzweifelt.



Halleluja! Die evangelische Nachrichtenagentur idea sah sich heute veranlaßt, folgende Meldung zu verbreiten: "Wenn trommelnde Christen die Sonntagsruhe stören"

Gewiß, das regt mich sogar hier am Atlantik auf, wenn ich mir vorstelle, daß in Deutschland Christen ausnahmsweise einmal lautstark in Erscheinung treten. Das wird auch nicht angenehmer dadurch, daß es sich um Christen aus Südamerika, Afrika und Asien handeln soll. Die Nachrichten werden ja ohnehin nicht von Ermordungen und Verfolgungen von Christen weltweit dominiert, so daß man also annehmen könnte, es gäbe fast gar keine Probleme.

Nun also doch. Durch Trommeln bei Gottesdiensten, die unglaublicherweise bis spät in die Nacht gingen, fühlten sich Anwohner und Vermieter gleichermaßen belästigt. Durch die zu hohen Mieten in Ballungsräumen drängten die lebenslustig trommelnden Gemeinden natürlich in den ländlichen Bereich, wo es bezahlbar wäre, sich zusammenzufinden und das Evangelium zu verkünden und es sogar zu feiern.

Wie selbstverständlich, kommt vor allem Kritik von der Deutschen Evangelischen Allianz, deren zweiter (!) Vorsitzende Pastor Siegfried Winkler in diesem Zusammenhang äußert: "Wie sollen Nachbarn mit der guten Nachricht von Jesus Christus erreicht werden, wenn ich sie zuvor durch ein rücksichtsloses Verhalten kräftig verärgert habe?“ 

Es ist völlig folgerichtig, daß eine deutliche Ansage an diese Christen erfolgen muß: „Wer in einem Wohnhaus Gottesdienst feiert, kann sich nicht rücksichtslos verhalten.“ 

Einer wie ich, der schon froh ist, daß hier keine Autos in Fußgängerzonen fahren können, freut sich selbstverständlich sehr über diese gute Nachricht über laut trommelnde Christen, die mir idea wohl vorenthalten oder zumindest vermiesen wollte. Halleluja, das hat wieder nicht funktioniert. Das Abendland lebt.



Vor etwas mehr als drei Jahren hätte die Beschreibung "alter, weißer Mann, bissel träge und übergewichtig aber erfolgreich" auch auf mich gepaßt. 

Und siehe da, plötzlich, nach langer Zeit des Ekels vor den immer gleichen verlogenen Phrasen von den immer gleichen verlogenen und feigen Hanseln, beschloß dieser alte weiße fette träge erfolgreiche Mann, wegzugehen. 

Jetzt wird er aber als "Verräter" gebrandmarkt, der was auch immer im Stich ließe. Merkt Ihr eigentlich noch was? Hat man Euch tatsächlich linksgrün in Hirn geschissen?  Schon einmal etwas davon gehört, daß neben Feigheit auch Wertschöpfung  einer Diktatur nützlich ist? Sich schon einmal gefragt, warum man sich wie ein Hornochse verhält, nach zwölf Jahren Merkel? Ne? Tja, dann kann das auch nicht funktionieren. Die meisten sind schlicht und ergreifend zu dumm dafür. Der alte weiße fette träge Mann redet dennoch einigermaßen freundlich von Abstraktionsschwäche und zweifelt nur den fast überall mit 100 angegebenen IQ der Deutschen an. Und er bedauert ein wenig, nicht schon eher dieser tumben Gemeinschaft den Rücken zugekehrt zu haben.

Diese Art, Sachverhalte zu beschreiben, liebe ich außerordentlich. Vielleicht kann ein begnadeter Lektor noch Füllwörter streichen. Kürzer kann ich meiner Verachtung für das Volk der Abstraktionschwachen nicht Ausdruck verleihen. Tut mir leid.  



Wenn ich heute noch einmal über Verachtung zu schreiben hätte, würde ich keinen Rückzieher machen. Denn dieses Gefühl ist für mich das ehrlichste. Die Verachtung konsumgeiler Sklaven, die Verachtung abstraktionsunfähiger Deppen und all die andere Verachtung in der Kiste nehme ich ja nicht mit. Die bleibt hier. Und was ist mit Liebe? Ja, was ist damit? Was kann ich denn dafür, daß sich jeder Hanswurst bei anderen Hanswürsten durch schleimige Worte gleitfähig machen will, um durch das Arschloch zum Herzen zu gelangen. Das verstehe ich nicht. Das ist mir fremd. Und es ist mein Recht, mich darüber zumindest verächtlich lustig zu machen. Mehr ist meine Verachtung nicht. Tja, wenn sie tödlich wäre, müßte ich wohl eine Schürze tragen, um nicht beschmutzt zu werden. Erwähnenswert noch, meine Verachtung kommt aus dem Bauch, nicht vom Kopf, denn dann hieße sie anders. So ist es viel übersichtlicher. Ein Zeitvertreib, sonst nichts. 



Immer habe ich die „Bibeltreuen Christen“ belächelt. Das tue ich schon lange nicht mehr und ich bitte sie hiermit um Verzeihung. Gottes Wort ist heute tatsächlich so etwas wie ein Rest, etwas was übrig geblieben ist und keiner will. Als ob es stinkt und giftig ist. Unglaublich. In dieser Klarheit können wir natürlich gut leben. Alles ist gesagt, fast alles ist getan, aber gerade heute, wenn Freunde zweifeln, kann ich darauf verweisen, daß Gottes Wort für immer gilt. Das ist wahrscheinlich nichts anderes, als das, was die Gemeinde der „Bibeltreuen Christen“ meinte und nur ein wenig einfältig verkündete. Wie dem auch sei. Wer das erkannt hat, wo Gottes Hammer hängt, kann gar nicht anders, als den Weg bis zu Ende gehen. Und das ist hart.



Ach ja, der 9. November. Ich war damals in Ostberlin und bin nach Westberlin gegangen. Zu Fuß. Nach Spandau, in eine Einkaufsmeile. Wollte gucken, ob die Levi's billiger als im Intershop waren. Merkwürdigerweise konnte man dort im Westen an den Geldautomaten der Sparkasse seine Auszüge drucken lassen. Hab ich bis jetzt nicht verstanden. Interessiert mich auch nicht mehr. Auch nicht, daß Wessis mir freudig zugewunken haben, als ich dann zum Jahresende mit dem Stinker-Trabi nach Neumünster fuhr. Das beeindruckendste Erlebnis war die Fahrt durch den finsteren Grenzstreifen und das plötzliche Auftauchen der neonhellen Stadt Lübeck. Mein erster Gedanke war tatsächlich „Dekadenz“. Der zweite die Freude, daran unschuldig zu sein. So ähnlich geht es mir heute. Es ist sehr schade, daß ich zwar eine Freundin habe, diese aber von mir nichts wissen will. Sie sagt, das sei der Preis der Freiheit. Ist sie nicht süß? Sie läßt sich verleugnen, indem sie vorgeben läßt, mit fast weißen Strümpfen, eine Puppe hinter sich herschleifend, unser gemeinsames Zimmer verlassen zu müssen. Sie habe zu tun. 

Ne, das ist ein Witz, denn ich bin gar nicht in der Lage, komplex zu denken. Ich habe schon mit den Abstraktionen alle Hände voll zu tun. LOL. Und auch damit, mich nicht so wichtig zu nehmen. Ein Knochenjob. Wenn ich jetzt aber wieder an damals denke, als die Mauer fiel, so freue ich mich auch, daß mich derlei geschichtsträchtige Ereignisse nicht vom Hocker gehauen haben. Heute liegen diese Opfer auf Couches, sitzen vor Billigkneipen oder treiben sich mittellos am Atlantik herum. Kann wirklich jemand daran Bedarf oder gar Gefallen haben? 

Was ich bemerke, mein Sterbetagebuch gewinnt an Fahrt. Vielleicht nicht stetig und täglich, dennoch für mich permanent. Meine mir inzwischen liebgewordene Prognose lautet: Ich werde sechzig, und das reicht dann auch. Bis dahin werde ich nie Bindestriche machen, wo ein Komma hingehört. 



Besinnung. Was war das für eine große Freude, als ich seinerzeit mit einer Mathe-1 dem Numerus Clausus eine lange Nase zeigen konnte und anfing, ernsthaft tatsächlich das zu studieren, was ich ums Verrecken schon immer wollte. Medizin studieren, der Wahnsinn. Das ging ganz ohne Stasi. Ganz ohne irgendwelche Dummheiten. Fakten überzeugten damals auch Idioten. An meiner Eins in Mathe kam man nicht vorbei. Eine Lücke im System. 

Ich kann mich nicht erinnern, daß ich Gefallen daran hätte, dreckige Flecke in meiner Biographie zu haben. Ergo gibt es diese Flecken nicht. Beispiel: Wenn Ihr Euch heute angiftet, was es mit den Migranten auf sich hat, stehe ich längst weit weg an irgendeinem Ufer, an dem man euch Schwachsinnige nicht einmal hört. Vielleicht sieht man Euch winken. Man winkt zurück. Kann ja sein, daß der Winker ein Idiot ist. Kann sein. Winkt von mir aus. Brecht Euch den Arm dabei. Ihr seid draußen. Ganz weit weg. Anstand sagt Euch nichts. Was man nicht kennt, vermißt man nicht. 



Siegfried Lenz, in einem Atemzug mit Böll genannt, kenne ich gar nicht. Seine Deutschstunde aber schon. Wunderbar wäre diese Geschichte, würde sie nicht im Nachhinein wie so viele gute literarische Werke von linken Schmierfinken beschmutzt. Dieser Jammer wird enden. Das weiß ich genau. Am Ende wird die Freiheit siegen. Die Freiheit, die vom Herzen kommt und ohne die man nicht glücklich sein kann. 

Ich glaube, daß ganz wenig Allgemeinbildung dazugehört, um zu erkennen, wo man sich in der entsprechenden Lebenslage befindet. Bildung hat gar nichts mit Ehre und Stolz zu tun. Überhaupt nichts. 

Ach so, hab ich schon gesagt, daß ich Tadellöser & Wolff geradezu liebe? Und immer, wenn man glaubt, es ginge ein wenig aufwärts, haut das Deutsche Volk einem so aufs Maul, daß man verstummt.

Der Ton, mit dem geschrieben werden muß, um überhaupt eine Anteilnahme am Text zu erreichen, muß typisch Deutsch sein. Untertänig, demütig, schleimend. Das liegt nun nicht jedem. Wenn das nicht klar ist, dann ist gar nichts klar. In Zeiten von Diktatur, Einzelzellen, Denunziation und Propaganda kann gar nicht widersprochen werden. Amen. Und weiter so. Schaffen, raffen, schleichen und ausweichen. Deutsch. Das war mal. Und FB-Sperren sind nicht Auschwitz oder Bautzen. Was wäre, wenn?

Unglaublich, was Kempowski zu erzählen hat. Einfach unglaublich. Es ist kein Wunder, daß heute davon nichts verstanden wird. 



16jährig war ich einmal im „Stadt Dresden“. Eine schäbige Imitation eines Restaurants mitten in meiner Lieblingsstadt. Ich hatte Liebeskummer und 10 D-Mark. Dafür bekam ich tatsächlich fünf Whisky und wußte danach, was es kostet, seinen Kummer zu ertränken. 

Heute kann man sein „Kummer ertränken" wahrscheinlich gar nicht mehr bezahlen.




Das ist jetzt meine Bank. Typisch Médoc. Hier sitze ich manchmal, wenn ich den Kopf frei bekommen möchte. Die Bank steht auf einer künstlichen Düne an der Gironde-Mündung. Zwischen dem riesigen Fluß und dem noch riesigeren Atlantique habe ich tatsächlich eine 360 Grad freie Sicht. Ich sehe den Strom und ich ahne immerhin auch den Ozean, der lediglich wegen Wald und Feld nicht sichtbar ist. Ich sehe Ebbe und Flut. Die Krabben im kleinen Kanal lachen und springen mich an. 

Ich finde es gut, daß ich so einfach für den freien Blick meiner Augen sorgen kann. 

Wenn ich hier sitze, versinkt für mich die Ödnis der jetzigen Welt. Es wird unwichtig, was ich erreichen wollte, was ich erreichen möchte. Ich wollte schon immer so einen Ort finden. Einen Ort, an dem die Freiheit spürbar ist. Durch den Wind an der Haut, über das Wispern der Bäume und das Zwitschern der kleinen Vögel am Ohr und über die Unendlichkeit via Augenlicht. Die Gedanken können gar nicht anders, als dem zu folgen. 

Es ist ein einzigartiges Erlebnis, so ganz versunken in freudiger Andacht, seinen Blick schweifen lassen zu können, wie man möchte. Hier auf der Bank picknicke ich auch. Einen Apfel, einen Käse, Oliven und Baguette. Hier fühle ich mich wie in einem Schoß, der es endlich auch gut mit mir meint. 

Heißt es nicht, Frankreich ist auch Gottes Land? Oder wie Gott in Frankreich?

Ich verlasse diesen Ort immer lächelnd. Sonnenblumenfelder, Austernzucht und ein herrliches Haff. Tanzende Kaninchen. Ein Komoran und ein Pärchen Kraniche. Kein Mensch weit und breit. Ein paar Eidechsen im Sonnenlicht. Brombeerhecken. Nie hätte ich früher daran gedacht, daß so wenig für mich so viel sein kann. Es ist ganz und gar nicht wenig sondern unendlich viel. Fast alles. Mir fehlen meine Kinder Antonia, Nina und Oliver.



Von einer guten Wahrnehmung kann einer sprechen, der auch in der Lage ist, dem, was ihm seine Augen und Ohren zeigen, nicht bedingungslos zu glauben. Demzufolge verfügen die meisten der heute auf der Erde lebenden Menschen nur über eine mangelhafte Wahrnehmungsfähigkeit. Nicht behandlungsbedürftig wie sogenannte hyperaktive Kinder. Alles in allem halte ich, besonders im Zusammenhang mit den Ereignissen am 11. September 2001 oder den Attentaten auf die Kennedys, die Zuschauer für unfähig, zu abstrahieren, geschweige denn, überhaupt in Zusammenhängen denken zu können. Reden, quatschen, quasseln, palavern und dies auch gerne ich Schrift und Form, ist unter solchen Bedingungen nicht einmal ein Witz. Es ist traurig. Wem kann diese Insuffizienz in Kombination mit Sittenverfall und Gottlosigkeit nützen?



Mein Toubib, so nennt man hier den Onkel Doktor, um den ich in Deutschland immer einen großen Bogen gemacht hätte - einfach deshalb, weil ich das Leben liebe - war heute nicht in seinem merkwürdig anmutenden sterilen Kabuff mit der Göttin Hygiene auf seinem billigen Schreibtisch. Ich fragte die Helferin, wie sie hieße und sie verriet es mir mit großen Augen. Dann legte sie schnodderig los. Als sie fertig  war, bat ich um eine etwas langsamere Wiederholung ihrer wahrscheinlich sehr wichtigen aber mir unverständlichen Informationen. Abstrahiert also, ihr Chef war abwesend. Wann er wiederkäme, interessierte sie nicht. Ich hatte ja auch nur in meinem besten Französisch um ein kurzfristiges Rendezvous für heute gebeten, weil mein Betablocker zur Neige ging. 

Macron hin und her, Islamisierung hin und her, es gibt dennoch ein paar Unterschiede zwischen la France und l’Allemagne. Hier fiel es mir in der Apotheke auf, die ich nach diesem unerfreulichen Techtelmechtel mit der französischen Brunhilde unverzüglich aufsuchte. Im offenen kleinen Schwarzen bei 20 Grad. 

In Deutschland bekam ich zuletzt jedes Medikament in der Apotheke, was ich bezahlen konnte. In Frankreich gilt ein deutscher Arzt nichts ohne französische Zulassung. In der Pharmacie begegnete mir der Chef persönlich. Ich sagte ungefähr: Doktor weg, Medikament alle. Er hatte verständnisvoll lächelnd kein Problem damit, mir die Pillen für 3,35 Euro zu verkaufen. Als Dahergelaufener gelte ich also nicht. 

Na ja, so simpel war es eigentlich nicht, aber eine schöne und gleichsam witzige Erfahrung. Ich konnte meiner Nachbarin davon berichten und sie lobte mich. Bientôt, vous êtes Français. :-) 

Was ich eigentlich sagen will. Die besten Medikamente sind billig. Bon courage.



Im Traum überlegte ich, was wohl eine Guillotine kostet. Da ich rätselnd aufwachte, beschloß ich, mich zu erkundigen. Jetzt kenne ich den Preis zwar noch immer nicht, möchte aber die Informationen nicht vorenthalten, auf die ich gestoßen bin.


Die Revolution war für Frankreich ein prägendes historisches Ereignis. Deshalb lernen französische Kinder schon in der Grundschule, wie die verschiedenen Bestandteile der Guillotine heißen.

Le mouton: Der 40 kg schwere „Rammbock“, an dem die haarscharfe Klinge befestigt war.

La lunette: Die Öffnung, durch die der Kopf des Verurteilten geschoben wurde, um eine saubere Enthauptung sicherzustellen.

Le couperet: Die 7 kg schwere Klinge.

Le chapiteau: Die zwei in den Himmel ragenden Holzbalken und der darauf liegende Querbalken.


Für viele ist die Guillotine eine altertümliche Hinrichtungsmethode, die nur im 18. und 19. Jahrhundert zum Einsatz kam. Aber keineswegs. Die letzte Hinrichtung per Guillotine fand 1977 in Marseille statt.

Nach der Enthauptung war es üblich, den Kopf in die Höhe zu halten, um ihn dem Publikum zu präsentieren. Um den Kopf den Zuschauern zu präsentieren? Nein, ganz und gar nicht. Eher andersherum. Der Verbrecher sollte als Demütigung in die schreiende Menge blicken.


Angeblich trat der Tod eines Guillotinierten nämlich nicht sofort ein. Es wurden zum Beispiel Aussagen über mutmaßliche Sprechversuche abgetrennter Köpfe überliefert. Einige Häupter schlossen noch reflexartig die Augen, wenn eine Hand schnell auf das Gesicht zubewegt wurde. Außerdem habe nach den Aussagen eines Arztes der Kopf eines geköpften Verbrechers sogar noch eine halbe Minute auf Zurufe reagiert.

Wie man sieht, war es auch schon damals nicht ganz leicht, Fakten von Fakes zu unterscheiden.


Um die tapferen Frauen der Revolution zu ehren, waren Ihnen spezielle Plätze ganz in der Nähe des Schafotts reserviert. Die Damen waren teilweise schon Stunden vor einer Hinrichtung vor Ort, um sich über die Verurteilten lustig zu machen und um zu stricken. Ihr Spitzname: les tricoteuses (frz. für Strickerinnen).


Die Hinrichtungen waren ein beliebtes Spektakel. Besonders begehrt waren die Plätze auf der Mauer des Jardin des Tuileries, sie boten die beste Übersicht. Der Andrang war so stark, daß man sich dazu entschloß, ein Entgeld für Sitzplätze zu verlangen. Nach einer Enthauptung traf man sich in der Taverne „Cabaret de la Guillotine“, um mit einem Bierchen anzustoßen und den patriotischen Moment zu feiern.


Während dieser Zeit gab es auf dem Platz der Revolution derart viele Hinrichtungen, daß man mit der Reinigung des Platzes nicht mehr nachkam. Streunende Hunde ernährten sich von den Überresten am Boden. Einwohner, die den Platz überqueren mußten, beschwerten sich über Fleischreste, die an den Schuhsohlen haften blieben.


Die Guillotine hatte im Laufe der Jahre viele Spitznamen. Zum Beispiel:

Grand Rasoir National: der nationale Rasierapparat

La Veuve: die Witwe

Le Bois de Justice: das Holz der Justiz

Die Öffnung, durch die der Kopf des Angeklagten geschoben wurde, erinnerte wohl an das Objektiv eines damaligen Fotoapparates. So enstand der Ausdruck „sich photographieren lassen“. Umgangssprachlich wurde ein Verbrecher also nicht mehr geköpft, sondern „er ließ sich knipsen“.


Noch heute wird das Word Guillotine fast tagtäglich in Frankreich benutzt. Was in Deutschland „enthaupten“ oder „köpfen“ heißt, wird im Französischen mit dem Verb „guillotiner“ übersetzt.


Die Guillotine sei keine rein französische Gegebenheit. Die Witwe kam in verschiedenen Ländern zum Einsatz, und das seit dem 16. Jahrhundert. Die Vorläufer der aktuellen Guillotine waren die italienische Mannia und die schottische Maiden. Auch in Deutschland ließ man sich knipsen. Östlich vom Rhein bezeichnete man das gute Stück als „Fallbeil“. Zum Einsatz kam die Guillotine bis 1949 in der Bundesrepublik respektive 1968 in der DDR.

Dieser Text muß noch aufgepeppt werden. :-)



Daß Herr Maas und seine unverschämt frechen und dummen Zensurgesetze nicht nur auf die Nerven gehen, sondern auch eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, wissen in Deutschland jedenfalls einige von denen, die auch eine eigene Meinung haben und diese gerne äußern möchten. Und zwar ohne die Drohung im Nacken, deshalb irgendwo gesperrt zu werden oder eine horrende Summe an Strafe zahlen zu müssen. Die Systemjournaille weiß natürlich wie immer davon nichts.


Zum Beispiel auf XYZ, dem besten Online-Nachrichten-Blog, trifft man im Kommentarbereich zum Teil auf die Meinung, daß es der Justizminister und seine rotblonde Helferin von der Amadeu-Antonio-Stiftung, die ehemalige Stasi-Mitarbeiterin Anette Kahane wären, die dafür verantwortlich seien, daß Kommentare nicht freigeschaltet oder gleich freigeschaltet werden.


Mitnichten. Für die Kommentare sind Redakteure verantwortlich. Das sind tatsächlich Menschen wie Du und ich. 

Es ist sehr bedauerlich, feststellen zu müssen, daß sich der Witz vom Heinerhofbauern sein Knecht nicht jedem erschließt, oder sagen wir gutmütig, nicht sofort erschließt. Ich will nicht anfangen, zu spekulieren, warum das so ist, aber ich glaube, es liegt an einer genetisch bedingten Abstraktionsschwäche der am Schauspiel Teilnehmenden. Lassen wir das.


Gesetzt aber den Fall, daß die Existenz eines aufstrebenden deutschen Nachrichten-Blogs mittlerweile auch davon abhängig ist, was einige Kommentatoren von sich geben, weinselig, laut, krakeelend, eben nur schlichtweg dumm oder gar angestiftet, ist es erforderlich, diese paar Leute zumindest nicht aus den Augen zu verlieren. Zweckmäßig in diesen Fällen ist nun eben die Moderation.


Wenn ich Moderator wäre, gäbe es gar keine Kommentare, nur ganz artige, freundliche, freche, lustige, grammatikalisch und orthographisch richtige Bemerkungen. Zugegeben, diese utopische Langweiligkeit vermag selbst ich mir gar nicht vorzustellen.


Wir alle wissen wahrscheinlich, wie es aussieht, wenn das Abwaschwasser abgelassen wird. Dort, wo der Stöpsel war, sitzt der Moderator. Das heißt, alles muß an ihm vorbei. Ob er es möchte oder nicht. Im richtigen Leben bleibt mitunter ein Rest, ein Rückstand, eine fast eklige kleine Masse zurück. Die läuft einfach nicht ab. Der Moderator, um auf dieses Bild zurückzukommen, muß das für den nächsten Abwasch sauber wegräumen. Und nun, die Überraschung, bei XYZ gibt es tatsächlich Leute, die diese Drecksarbeit erledigen. Die sich dafür nicht zu schade sind. Plötzlich kommen aber aus dem Abfluß Rufe, daß das so nicht ginge, es wäre gemein, Zensur. Zuvor war den Rufenden der Dreck allerdings schnuppe. Zum Beispiel Nazi-Code, unterschwelliger Judenhaß, billige Propaganda, versteckte Beleidigungen oder schmutziger Jargon.


Ja, und das ist dann das, was dieses Zensurstreben einer Meinungsdiktatur in Deutschland angerichtet hat. Den Moderator dafür in Haftung zu nehmen, ihn anzuschwärzen oder zu beleidigen, ist einfach nur sehr billig. Wieso soll in einem Kommentarforum all das erlaubt sein, was sich die Kommentatoren nie erlauben würden, so sie einer netten Frau, einem süßen Kinde oder ihrem alten Vater gegenüberstünden.



Seit ein paar Wochen bin ich für Kommentare bei einer Online-Zeitung zuständig, die ich schätze. Klingt etwas blöd, aber es macht Spaß. Es machte sogar richtig viel Spaß bis ich die Order bekam, großzügiger zu sein, weil es sich vielleicht auf Klicks auswirken würde, wenn ich weiter so rigide auf den Ausdruck der sich selbst großspurig als Foristen bezeichnenden Kommentatoren achtete und bei Ordinärem virtuelle Maulschellen verteilte. 

Gut, dachte ich nach der freundlichen Standpauke. Dann tue ich eben so, als läse ich die Bild-Zeitung. Das war dann auch wieder nicht Recht, wollte man doch nicht zugeben, über eine Wort-Filterliste zu verfügen. Das brachte mich auf die Frage. Wo fängt Zensur an, wo hört sie auf?

Für mich ist Sprachkritik Sprachkritik. Für den Zensor ist die freie Meinung Gift. Die riesige Welt dazwischen ist heute vielen völlig unbekannt, weil sie in anderen Kategorien denken. Klicks, Klicks, Klicks.

Das ist unter anderem das, was mich bewogen hat, dem deutschen Sprachraum den Rücken zuzukehren. Mir paßt es ganz und gar nicht, dem Verfall zusehen zu müssen und ihn womöglich durch mein dämliches Verhalten gar zu befördern. 

Wenn man es recht bedenkt, dann leben heute aber viele von diesem Verfall recht gut. Abfallwirtschaft also. Der Journalist braucht Leser, also nimmt er auch die Ordinären und Stupiden. Der Markt braucht Kunden, also nimmt er ebenso alles, was er bekommen kann. Die größte Zielgruppe ist wahrscheinlich der einfältige, wenn nicht gar der dumme Mensch. Der Mensch, der erst gar nicht daran interessiert ist, etwas zu verstehen. Von Abstraktionsfähigkeit schreibe ich jetzt nur wegen des Augenzwinkerns. Das ließe sich bestimmt noch endlos ausdehnen und erweitern. Das ist meine Sache nicht. Es ist alles gesagt. Nachfragen wird es aus den oben beschriebenen Gründen nicht geben und für Firlefanz ist mir mein Leben zu kostbar. 

Im Übrigen empfinde ich die Kommentare manchmal wie Waterboarding mit der Bild-Zeitung, bin so müde, daß ich beim Korrekturlesen einschlafe und komme zu fast nichts mehr. 



Die Geschenke der Freundschaft 

Tja, schöne Worte sind nicht mein Ding, aber heute will ich es einmal darauf ankommen lassen und nicht fluchen. Viele Tage bei FB sind vergangen wie im Fluge. Realiter für mich noch schneller und ich kann mich sogar darüber freuen. Meine Vorgeschichte, früher sagte ich Anamnese, setze ich einfach als bekannt voraus. Nun ist es eben so, daß ich schon Atemnot bekomme, wenn ich mich mit meiner alten Nachbarin unterhalte oder über den Heinerhofbauern sein Knecht lache. Das sind schon einmal zwei Geschenke der Freundschaft. Nicht so verpackt, daß sie aufgerissen werden müssen wie von einem verwöhnten Kinde. 

Gehe ich an meinen liebsten Strand allein, so stelle ich in der wärmenden Abendsonne fest, daß neben mir meine Freunde sind und Scherze machen. Auch meine Kinder drängen sich an meine Schulter. Ich bekomme ganz viel Luft und kann so frei atmen, als wenn ich die wenigen Schachtelsätze von Thomas Mann, die ich auswendig gelernt habe, in einem Atemzug dem Ozean erzählen müßte. Für mich sieht es so aus, als wenn er sie hören wolle. Das ist das dritte Geschenk. 

Wer es gerne konkreter hat, dem kann ich sagen, mir ist einiges klar geworden. Die Bibelgeschichte, in der Jesus die Händler und die Geldwechsler sitzen sah und sie mit einer Geißel aus Stricken aus dem Tempel trieb und dabei sagte: „Macht meines Vaters Haus nicht zum Kaufhaus!“, ist für mich Gleichnis genug gegen das heute so mißbrauchte unsägliche Palaver von der anderen Wange. Äpfel und Birnen. Das vierte Geschenk. Ein riesiges Paket wie zu Weihnachten von Tante Tony aus Hamburg, auch wenn die obligatorische Apfelsine aufgrund der schlechten Behandlung solcher Pakete durch den DDR-Zoll schon ein wenig verschimmelt war. 

Ein fünftes und fast tägliches Geschenk der Freundschaft ist für mich das Gedenken an meine Freunde schon kurz nach dem Erwachen. Dabei kann es jeden treffen, der meinem verliebten Blick in diesem Moment nicht entfliehen möchte oder kann. Und gucke ich dann in den Badspiegel, lachen mich manchmal sogar alle an, die an diesem Morgen Platz gefunden haben. 

Ich mag ja Pirinçci und mir ist auch bewußt, daß sein Ausdruck nicht immer, wie soll ich sagen, so etepetete ist, daß er auch meiner geliebten Mutter gefiele. Dennoch, ich weiß, ein Mensch mit einer gewissen Abstraktionsfähigkeit sollte in der Lage sein, hinter die Brutalität seiner Worte zu schauen und die ganze Menschlichkeit dieser zu erkennen. Jetzt kommen wir zum Erahnen. Ein weites Feld, Luise. Fontane hat es wie kein anderer verstanden, mir zu erzählen, wie ein schönes beschauliches Leben auszusehen hätte. Damit habe ich schon wieder ein Geschenk. 

Wenn ich einen Tag verbringe, an dem ich das Lachen meines Vater höre und sehe, weil wir uns über Skype unterhalten und mir es gelingt, diesen lieben alten Mann an meinem manchmal schrulligen Humor so teilhaben zu lassen, daß er anfängt zu lachen. Dann könnte ich auf die Knie gehen und mich so für dieses Geschenk bedanken. 

Nun gibt es noch die alten Geschenke. Das Vertrauen, die Hoffnung und die Zuversicht auf Zukunft. Nicht immer hat es gereicht. Einige werden wissen, was ich meine. Ich sage trotzdem danke und danke für jeden Tag. Sind das nicht ganz schön viele Geschenke, die ich bekommen habe? 



Heute wurde ich über WhatsApp von einer mir ehemals ziemlich vertrauten und aufgeschlossenen Mutti gefragt, ob sie sich schwanger gegen Grippe impfen lassen solle. Sie wende sich an mich wegen na ja blabla, sie hätte halt Vertrauen zu mir. Eine geschlagene Stunde habe ich gebraucht, um ihr angemessen in ein paar Zeilen antworten zu können. Ich frage mich seitdem, warum sich andere Fachleute zu wenig oder gar keine Zeit nehmen, um über Sachverhalte, Probleme oder auch Spitzfindigkeiten nachzudenken und aufzuklären. Was bedeutet Zeit in so einer Frage? Für mich ging es um Verantwortung, Kompetenz und Höflichkeit. Schütteln die anderen Spezis alles aus dem Ärmel. Das würde zumindest für mich dann das dumme Verhalten der Leute erklären, die glauben, auf derartige Ratschläge angewiesen zu sein. Das betrifft Bitcoins, Grammatik, Sexualverhalten, Klima, Gender, Medien und Ernährung gleichermaßen. Wie dumm können eigentlich Leute gemacht werden, damit sie dumme Fragen stellen und sich dabei klug vorkommen? Sieht für mich stark nach lustigem Systemfehler aus. Bissel wie Windows ungepflegt, Google und Fukushima zusammen. Wem das nicht reicht, der füge Hiroshima und Nagasaki hinzu. Oder den 11. September.

Jetzt anders: Nichts liegt mir ferner, als mich über andere Leute lustig zu machen. Ich verstehe sehr gut deren Befindlichkeiten und Animositäten. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Deshalb benötigt er zum Lustigsein auch hin und wieder etwas Wein… Nachrichten und Witze. Der 11. September  zum Beispiel ist einer dieser Witze. Damit wurde den Leuten die Augen über den Islam geöffnet. So ähnlich wie Pearl Harbor die Augen geöffnet hat. Was für gräßliche Leute die Japaner und ihre damaligen Freunde, die Deutschen waren. Und so weiter und so fort. Vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit. Kennen Sie übrigens den Film „Einer flog über das Kuckucksnest“? Ich fühle mich seit langer Zeit so, als schriebe ich für die Patienten dort. 

Ich stelle fest, es besteht kein dramatischer Unterschied zwischen beiden Fragmentchen oder Fragmentlein. 

Warum ich das schreibe? "Wenn die heutigen Deutschen Schuld sind an Millionen von Toten unter Hitler, dann sind sie auch Schuld am Tod von Leuten des Widerstands wie Tucholsky, Mühsam und Zweig. Vor allem aber Schuld am Tod Tausender abgetriebener und ermordeter Kinder seitdem. Die Deutschen sind ein Volk von Garten- und Giftzwergen geworden."



Vor ungefähr 5 Jahren wurde ich auf Facebook aktiv. Nicht, weil mir das Internet so viel Vergnügen bereitete, sondern weil ich versuchen wollte, über meine Seite, die ich im Untertitel "Gegen Entfremdung" nannte, meine Erfahrungen mit Entfremdung aufzuarbeiten und andere dafür zu sensibilisieren. Ich hoffte auch ein wenig, daß meine mir entfremdeten Kinder davon Wind bekämen und sich wieder bei mir meldeten. 

Dafür erhielt ich nur geringen Zuspruch, meist von ein paar Leuten, die ich persönlich kannte und die annahmen, mir, aus welchen Gründen auch immer, verbunden sein zu müssen. Alles in allem jedoch ein erfolgloses Unterfangen. Meine sachlichen Texte wurden gemieden, meine Erfahrungen als Koch mit Rezepten aus Ostpreußen positiv mit Daumen oder Herzchen beurteilt. Daran hat sich bis heute bei FB nichts geändert.

Mir ging es damals mit meiner beruflichen Selbständigkeit sehr gut und ich hatte nur die üblichen und alltäglichen Probleme mit einer zunehmend verkommenden Gesellschaft, der ich mich nach Feierabend zu entziehen versuchte, indem ich ein paar wenige Freunde um mich sammelte, um uns am eigenen Billardtisch zu treffen, zum Plaudern, zum Lachen, zum Trinken und zum Spielen. Ich wußte noch nicht, daß ich weggehen würde, weil es mich irgendwann zu sehr anko...te, aber ich war schon immer gerne abseits vom schmutzigen Tagesgeschehen und gerne auch weit weg.

Wir paar Hanseln stellten damals freundschaftlich schnell fest, daß wir einige Tabu-Themen benennen mußten, sollten unsere Treffen vergnüglich sein und bleiben. Der eine wollte seine Gesundheit ausklammern, der andere seine Frauengeschichten und ich alles, was mit glücklicher Familie zu tun hatte. Das klappte gut, denn unsere Welt war voller Witze. Abstrus, bizarr, obszön, schwarz, einfach heiter oder politisch-philosophisch. 

Die Welt drehte sich dennoch weiter, obschon ich gehofft hatte, dies ein wenig blockieren oder verlangsamen zu können. 

Über FB ist mir zum zweiten Male klar geworden, daß ich nicht auf Verständnis stoßen würde, weil die Leute einfach nichts davon verstehen, was sie nicht selber betrifft. Diese Erkenntnis hat mich ähnlich wie der Tod meiner geliebten Großmutter sehr erschüttert. 

Und irgenwann wollte ich nicht mehr dümmlich lächelnd so tun, als gehöre ich zu dieser tumben und gleichgültigen Masse. Mich von ihr dann fast völlig abzuwenden, gelang ganz gut. Mit meinen paar Freunden spreche ich heute noch fast regelmäßig über Telefon oder Facetime und schreibe mich mit ihnen. 

Vielleicht ist es das Alter oder eine Krankheit, wenn ich mich manchmal dabei ertappe, wie ich mich im Selbstgespräch mit ihnen über Belanglosigkeiten unterhalte. In jedem Falle ist es eine große Enttäuschung, nämlich festzustellen, daß man fast alle überschätzt hat. Was Abstraktionsfähigkeit und Sensibilität betrifft. Aber wahrscheinlich bin ich es, der sich irrt. 

Für das Sterbetagebuch gibt es zu notieren, daß ich neuerdings schweißgebadet schon vor Tagesanbruch erwache, mich dann dusche, an den Rechner setze und versuche, Jouwatch zu unterstützen. 

Nicht mit solchen Notizen, die sich mir täglich aufdrängen und die immer im Papierkorb verschwinden:

"Mit den sogenannten linken „Rechtschreibreformen“ fing es vielleicht nicht an, aber die Linie war doch klar zu erkennen, wenn man sich nicht sein Hirn mit was weiß ich vernebeln ließ. Pirinçci würde vielleicht von zuscheißen reden, und er hätte auch Recht. Hat jemanden der sinnlose Streit um das SZ wirklich klüger gemacht?

Heute spricht man von Beheimateten, Geflüchteten und anderem Wortschrott. Die deutsche Sprache ist zwar wundervoll, aber nicht unendlich mit Dreck belastbar. Pirinçci nutzt sie nur aus, er beschmutzt sie keineswegs. Am Ende wird man noch das i-Tüpfelchen als islamophob wegnehmen und alle werden dazu dümmlich applaudieren. Wie soll ich anständig fluchen, wenn ich quasi vor Wut platze? Max schafft es aber, mich zu beruhigen. Trotzdem sind die neuen Ausgaben des „Duden“ für mich völlig wertlos und unnütz. Auch, wenn dort nichts von einem Beklopper steht. LOL."

Ein Freund gibt mir Recht. Einer von wenigen. http://www.journalistenwatch.com/2017/10/12/fieser-angriff-beheimatete/



Die eigene Meinung wird bald etwas sein, was getrost als ausgestorben gelten kann. Sie wird nicht nur nicht geschützt und eingefordert, sondern auch massiv mit Strafandrohung, Ächtung und Verfolgung bekämpft.

Was vereinzelt noch als eigene Meinung geäußert wird, erfüllt streng genommen, die genaue Begriffsbestimmung dessen, was eine eigene Meinung ausmachen sollte, nicht oder nur rudimentär oder ganz leise.

Der Umstand, daß diese Entwicklung von allen beobachtet werden kann, aber trotzdem nichts unternommen wird, um sie zu ändern, läßt auf ein inzwischen ubiquitäres Vorkommen von Angst und Abstraktionsunfähigkeit schließen. Akif Pirinçci würde vielleicht von ängstlichen Idioten reden, wenn er nett sein möchte.

Opportun ist auch so ein Begriff, der in diesem Zusammenhang vielleicht eher selbstkritisch Anwendung finden müßte. Wie der Konformismus wird er aber sehr unkritisch gesehen oder unter den Teppich gekehrt. Die Angst führt in vielen Fällen zusätzlich dazu, daß psychiatrische Krankheiten entstehen, die diesen Prozeß der schleichenden Unterdrückung noch beschleunigen. Burnout, Depression und viele innerfamiliäre Konflikte sind ein jedenfalls deutliches Zeichen dafür. Das heißt, sie müßten es sein. Keiner versteht im Prinzip, was schief läuft, weil er sich nicht mehr erkennen möchte, denn der Anblick eines Mitläufers, eines Wendehalses, eines Angepaßten oder eines Duckmäusers ist einem selbst womöglich genauso widerlich wie das tägliche Treiben eines Untertanen. 

Die vorübergehende Zufriedenheit, die sich einstellt, so man bemerkt, nicht zu den Verfolgten und Geächteten zu gehören, wird aber nur eine vorübergehende sein. Der Preis für dieses offenkundige Versagen allerdings eingefordert werden. Das Apfelbäumchen für den Fall, daß die Welt am nächsten Tage untergehen würde, haben längst andere gepflanzt. Vielleicht arm und allein, aber mit einer eigenen Meinung.

Eine eigene Meinung zu haben und zu äußern, bedeutet nämlich auch immer ein wenig, frei zu sein. 



Schon allein der Name „öffentlich rechtliche Medien“ müßte doch jedem klar denkendem Menschen die Fußnägel aufrollen. Ein dummer Gedanke. Verzeihung.

Diese Medien, die sich Millionen Aberwitziger und nicht zur Abstraktion fähiger Leute anschauen. Täglich. Das Jammertal kann damit aber dennoch nicht gemeint sein. 

Erst in der Beurteilung eines solchen Drecks erkennt man wirklich, mit wem man es zu tun hat. ARD und ZDF nehmen sich nichts. Sie lügen mit dem Ersten, der andere mit dem Zweiten. 

Nun, da die Welt aber voll ist mit was weiß ich, die sich nicht und nie die Hände schmutzig machen wollen mit Aufklärung darüber, so wird es wohl oder übel darauf hinauslaufen, daß diese Lügen zur Wahrheit werden. Und kein Kluggeschwätz vom hohen Roß wird daran etwas ändern. Das ist dann das Jammertal.

Dummheit kann immer auch ein wenig eigennützig sein. Zum Beispiel, wenn es darum geht, den passenden schleimigen Schwiegervater zu finden, das Mädchen mit der richtigen, nämlich linksgrünen Gesinnung zu knallen oder einen „gut" bezahlten, aber dämlichen Job zu erlangen, der zum pickligen Gesicht paßt. Und deswegen erkranken und sterben. Das ist konsequent. Russisch Roulette ist nicht besser. Man gucke nach. http://www.journalistenwatch.com/2017/10/10/kalifornien-hiv-infizierte-duerfen-blut-spenden-und-andere-anstecken/



Meine Identität kennen nur wenige. Darum macht es mir auch nichts aus, darüber zu berichten, wie O. seinen kleinen Hund in der Badewanne ertränkte. Bekifft und besoffen, vom lustigen Treiben des kleinen Mischlings gestört, band er ihn in der Badewanne an die Mischbatterie. Dann füllte sich die Wanne eben. Basta. Und wer meint, er könne mir meine Alpträume ob der grenzenlosen Abstraktionsunfähigkeit um mich herum nehmen, der hat sich schlichtweg geirrt. Und im Übrigen vertrage ich Belehrungen vom hohen Roß der Guten immer weniger gut. 



Fluchen werde ich nicht mehr. Es nützte nur meinen Nebennieren und der Adrenalinproduktion. Nun, da es weiter gehen muß, geht es anders weiter. https://www.youtube.com/watch?v=VRi2DCFYOL0  

Nun bitten wir den heiligen Geist

Um den rechten Glauben allermeist.
Daß er uns behüte an unserm Ende,
So wir heim solln fahrn aus diesem Elende.
Herr o erbarm.



Wenn der Freiheitswille in Banalität endet, wird es lächerlich. Eben alltäglich lächerlich. Drei Jugendliche lassen sich im Wartburg des Vaters, der für die Stasi Akten ordnet, an die Grenze zur Flucht fahren. Es gehört ein Freiheitswille dazu, um frei zu sein. Alltäglich lächerlich. Nicht lächerlicher aber als das tägliche Gemuhe im Einheitsbrei. Wenn ich einmal sterbe, lacht gar keiner mehr über diese Bagage. Und Diabetes ist unbehandelt tödlich. Das wußte schon die Stasi. Liebe Freunde, denkt Euch ein schlimmes Schicksal eines Eurer Nachbarn oder Bekannten aus. Ich kann Euch dann sagen, das ist Drehbuch Stasi. Wetten? Ach so, vergeßt den Verrat nicht. 

Und eine Pionier-Vorsitzende aus dieser Truppe ist Bundeskanzlerin. Ich mag es nicht, wenn man zu dumm zum Abstrahieren ist. Ich kann es einfach nicht leiden. Es ist schlichtweg dämlich.



Die Welt wird bevölkert von Milliarden Menschen. Und einige wollen unbedingt Frauen und Männer sein. Es gibt solche faulen Witze zuhauf. Ich kann nicht mehr lachen. Nehmen wir den Koran. Er wird immerhin gelesen. Einige sagen, sie fänden, es sei ein schrecklich gewalttätiges Buch, in dem zum Mord an sogenannten Ungläubigen aufgerufen wird. Das sind nach ihrer Lesart alle Juden, Christen und Andersgläubige. Andere fallen ihnen wie von Zauberhand gerufen ins Wort und geben zu bedenken, man müsse ihn eben zeitgemäß interpretieren. Dieses jämmerliche Schauspiel reiht sich ein in die seit Jahren stattfindende miserable Vorstellung des Dummenfangs. Mit dem SZ hat es zwar nicht begonnen, wurde dadurch aber zumindest sichtbar. Nie hätte ich gedacht, Zeitzeuge zu werden, wie eine ganze Kultur fast freiwillig verschwinden will. Gewiß, so einfach wird alles gar nicht sein, aber dennoch fehlt es an allen Ecken und Enden an Abstraktionsfähigkeit und Ehre. Ohne Ehre ist jeder Dumme ein kleines Häufchen Unrat und trotzdem für sich nicht einmal verantwortlich, denn solcherart Häufchen werden einfach verweht, nicht weggefegt oder aktiv beseitigt, sie bläst der Wind der Zeit ganz einfach auseinander und niemand wird sie vermissen. Ob sie in einem Steuerbüro arbeiten, als Arzt in einer Praxis oder als Dichter in einem Idyll. Der Zahn der Zeit ist immerhin ein Zahn, kein Wischiwaschi-Schwamm. Es wird anders kommen. Nicht weichgespült, sondern grausam deutlich. Abstrakt eben.



Eine reife, eine fast überreife Sonnenblume ist braun. Ihre Früchte sind schwarz. Vielleicht kein schöner Anblick, wenn leuchtend goldene Blüten erwartet werden. An einem Feld mit diesen dunklen Blumen bin ich heute vorbeigefahren. Ich habe angehalten und wie ein Kind gestaunt. Drei reife Sonnenblumen, das heißt ihre Kerne, liefern das Eiweiß von vier Steaks. Mit diesem überschaubaren Wissen solch ein Feld zu betrachten, machte mich sprachlos, andächtig und ehrfürchtig. Ich hätte nicht gedacht, daß mich der Herbst mit so einem Bild dermaßen stark beeindrucken könnte. Dazu die Sonne, ein leichter Wind, mein kleines Schwarzes und ein Apfel in meiner Tasche. 

Aber das war noch nicht alles. An der Gironde, die kurz vor dem Meer eine Bodden- oder Hafflandschaft geformt hat, die ein riesiges Vogelschutzgebiet sein könnte, hier jedoch nur als Jagdgebiet beschildert ist, bedauerte ich, keinen um 360 Grad drehbaren Hals zu besitzen. Ich konnte mich nicht sattsehen an dem Fluß bei Ebbe, an dem Richtung Strom rinnenden Kanal, an dem großen schwarzen Vogel, der still auf Mäusefang seine Kreise zog, an Schmetterlingen und einer keck huschenden Eidechse. Zu hören war fast nichts, nur die Espen wie gewohnt ganz leise wispernd. Auch wenn ich der einzige Besucher an diesem mich bezaubernden Orte gewesen bin, so kam ich mir in diesem Augenblick nicht einsam vor. 



Wenn es ein Gleichnis gibt, das seinesgleichen sucht, dann ist das das Bild von Jesus am Kreuz. Die gleichen Leute, die Gottes Sohn daran schlugen, sind unter uns. Das ist keine große Ansage, sondern ein einfaches Ergebnis noch einfacherer Abstraktion. Wenn die Bibel das Wort Gottes ist, dann wird es weitergeschrieben werden. Es wird weitergeschrieben. Noch können es sehr wenige lesen oder gar verstehen. Panta rhei. Und ich würde gerne mit daran schreiben, denn lesen kann ich schon ein wenig.

Unmenschlich ist ein schönes Wort. Es beschreibt auch den wunderschönen Ozean. Ich stelle mich in diesem Zusammenhang taub gegen alle Versuchungen, dem Wort unmenschlich eine ihm nicht zukommende Bedeutung zu verleihen. 

Fünfzehn Mark sind als Trinkgeld zuviel, zum Bestechen zu wenig. Ein Armer kann davon ein paar Tage leben.

In der Kirche hier gefällt es mir gut. Ich kann sie gut zu Fuß erreichen und habe noch genug Luft, mich hinzusetzen und zu gedenken. 

Hunderttausendfacher Kindesmißbrauch in Deutschland. Da kommt noch gewaltig etwas. Ich muß erst Luft holen.



Ein Mann ohne Frau im Leben ist wie ein Krüppel, der lernt, zu hinken, ohne daß es auffällt. Das müßte auf Priester zutreffen. Auch auf viele andere, non? Es wird witzig, wenn es zu Ende gedacht und abstrahiert wird. Zum Beispiel … 

Es tut einigen in der Seele weh, zu sehen, wie ich in den Tag hinein lebe. Die ganze Welt besteht aus komischen Filmen, die keiner richtig sieht, die niemand versteht und in denen alle an Cola und Popcorn denken. Wenn ich eine große Fabrik hätte, ich würde sie den Arbeitern schenken und auch hier landen. Im Schach würde man sagen: Ein richtiges Remis ist die Freiheit des einen gegen die Freiheit des anderen. 


Geliebte Abstraktion. Mache den Leuten klar, wie klein Gefängniszellen sein können. Führe sie nach Leipzig, nach Berlin-Schönhausen, nach Bautzen, nach Schwedt. 

Dann mache ihnen klar, daß es die Enge ist, die einem jeden Bewegungsspielraum versagt.

Der dritte Wunsch: Zeige ihnen, wo sich der Schlüssel befindet.


Während Millionen Deutsche bei lebendigem Leibe verrotten, verliert eine Krankenschwester, die mehrmals pro Woche bis dreißig Stunden hintereinander arbeitet, wegen eines kleinen Fehlers ihre Stellung. An einem anderen Ort spritzt sich ein achtjähriger Heroin ins Blut und kann nicht einmal mehr erklären, daß er die Streitigkeiten zwischen seinen Eltern nicht mehr aushält. Beide sterben. Das nenne ich Vorbildwirkung. Was für eine verlotterte Welt, was für verlotterte Leute. Was für stohdumme Leute. Sie wissen nicht einmal, daß das letzte Hemd keine Taschen hat. Was für strohdumme Leute.



Angefangen habe ich als krakeelender Säugling mit kleinen Füßen, in wahrscheinlich nicht ganz so feinen Windeln liegend. Getauft. Weitergemacht habe ich als lustiger Lausejunge in Feld, Wald und Flur. Dann ward ich ein fröhliches Schulkind. Zehn lange und schöne Jahre. Danach wütender Lehrling zum Maschinen- und Anlagenmonteur, Schweißer. Ein paar Monate Soldat mit Verweigerung von Vergatterung und Schießbefehl. Ausmusterung. Es folgten Monate als Hilfslaborant und Hilfspfleger in Mikrobiologie und Urologie. Daneben Hochschulreife im Abendstudium. Anschließend nahtlos ernsthaftes Studium der Humanmedizin, Diplom und Approbation. Stationsarzt. Eigener Chef in Kinderarztpraxis. Bruch. Freundschaft mit Jesus. Jetzt wieder fast am Anfang und fast am Ende, schreibend krakeelen, mit größeren Füßen.



Es war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tische saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und es floß ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor, und deswegen mußte sich der alte Großvater endlich hinter den Ofen in die Ecke setzen, und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen und noch dazu nicht einmal satt; da sah er betrübt nach dem Tisch und die Augen wurden ihm naß. Einmal auch konnten seine zittrigen Hände das Schüsselchen nicht festhalten, es fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte nichts und seufzte nur. Da kaufte sie ihm ein hölzernes Schüsselchen für ein paar Heller, daraus mußte er nun essen. Wie sie da so sitzen, so trägt der kleine Enkel von vier Jahren auf der Erde kleine Brettlein zusammen. "Was machst du da?" fragte der Vater. "Ich mache ein Tröglein," antwortete das Kind, "daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin." Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an Fingen endlich an zu weinen, holten alsofort den alten Großvater an den Tisch und ließen ihn von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete. (Der alte Großvater und sein Enkel, ein Märchen der Gebrüder Grimm)

Dieses Schicksal werden heute wenige alte Menschen nur, wenn sie Glück haben, erleiden. Es wird nämlich anders kommen. Die Eltern, die Enkel werden herzlose dumme Nieten sein, nicht willens oder fähig, sich in irgendeiner Weise zu kümmern. Denen, die damit nichts anfangen können, sage ich salut, den anderen: Dies ist mein Lieblingsmärchen der Grimms. 

Wir sind alle schon auf dem Weg, wir wissen es nur noch nicht.



Es fällt nicht sonderlich schwer, sich in die schlichte Denkweise des intellektuellen Prekariats in den Redaktionstuben hineinzuversetzen. Es wird einem jedoch ob der Leere und Verlassenheit in diesen Räumen  unwohl.

Der Kapitalismus erscheint ihnen in den schillerndsten Farben, wenn ein paar wenige Farbspritzer auf einen selber fallen. In diesem Falle ein ordentliches Honorar, was auch benötigt wird, um ein paar Prinzipien zu vergessen und für sich auch ein wenig Farbe zu beschaffen. Dieses Verhalten läßt sich querbeet auch außerhalb dieser Kabuffs beobachten und es ist widerlich. 

Ein Vorteil des Alterns ist, sich einrichten zu können in einem Umfeld, das weitgehend frei von dümmlichen Marktschreiern ist. Frei von Schreihälsen für sogenannte soziale Marktwirtschaft, bedingungslosen Grundeinkommen und anderen Blödsinn. Weil das nicht so einfach ist, ist es auch nicht langweilig.

Alles in bester Ordnung, wenn nicht die Beziehungen zwischen den Marktteilnehmern irreparabel zerbrochen wären. Es wird nicht wahrgenommen, weil noch Farbe im Angebot ist, mit der sich gut alles zukleistern läßt, was nicht bei drei auf den Bäumen oder weit weg davon in Deckung ist. 

Putzig, das Bild, was entsteht, wenn in der Vorstellung die Welt von bunten Clowns und grauen Massen bevölkert wird. 



Daß ich der Meinung bin, sehr viele Leute seien nicht fähig, adäquat zu abstrahieren, also das Wesentliche zu erkennen, habe ich bereits mehrmals gesagt respektive geschrieben. 

Mir ist es lästig und ein wenig unangenehm, meine Einschätzung noch einmal zu erklären, auch deshalb, weil viele Leute sogar Schwierigkeiten haben, diese einfach gefaßten Worte zu verstehen. Natürlich will ich nicht den Eindruck erwecken, ich stünde über irgendeiner Sache oder einem Problem, aber von der Hand weisen kann man meine Gedanken auch nicht, sieht der für einen lichten Moment aufmerksame Betrachter doch allerorten eine kranke und fehlerhafte Abstraktion.

Bedauerlicherweise verfüge ich über nur sehr mittelmäßige pädagogische Fähigkeiten. Mir fehlt es auch an missionarischem Eifer. Daß ich jetzt hier sitze, hat im Prinzip einen Grund: Mich stört ganz einfach dummes Gequatsche, dem ich mich nicht entziehen kann, weil es ubiquitär vorkommt. 

Sieht man Wasser an, ob es heiß ist oder kalt? Muß es sich um Zucker handeln, wenn es im Wasser gelöst sein will? Kann man Ebbe sagen, wenn sich das Wasser kurz vor einem Tsunami sehr weit zurückzieht? 

Diese drei Fragen beschreiben Wahrnehmung, Differenzierung und Sprachhoheit. Wer einen dieser Begriffe nicht hundertprozentig versteht, kann nicht abstrahieren, weil ihm Grundlagen fehlen. 

Man kann sich in vielen Fragen auch ganz einfach irren, weil man sie nicht mit dem ihnen gebührenden Respekt beantwortet. Das ist Legion im Privaten wie auch im Öffentlichen. Kommt man allerdings mit einem Statement, ist zu erwarten, daß zuvor nachgedacht und abstrahiert wurde. Anderenfalls muß man es Fragment oder gleich Ausschuß nennen. 

Zur Beurteilung eignen sich Ausführungen zu Jesus Christus, zum 11. September und zum bedingungslosen Grundeinkommen. 

Es ist in allen Fragen sehr einfach zu erkennen, ob Abstraktionsfähigkeit vorhanden ist oder nicht. Witzigerweise ganz besonders in der Frage zu Jesus, weil hier zwei Dinge sichtbar werden. Erstens, Abstraktion ist Menschenrecht. Zweitens, Abstraktion ist Menschenpflicht. Es kann nicht darum gehen, daß man etwas möchte, wie etwas ist, sondern wie es tatsächlich ist. Dazu muß man sich eben schlau machen. Hier liegt der Hase im Pfeffer, hier wird es besonders deutlich, daß dafür oft wenig Lust vorhanden ist. Ja, ich habe Verständnis für Faulheit und Bequemlichkeit. Aber wie kann ich mit jemandem, der zu faul für Wissen und Erkenntnis ist, ernsthaft reden? Politik kommt doch gar nicht vor. Und ganz wenig Firlefanz. 

Es dürfte so eine verlotterte Gesellschaft, in der wir leben, gar nicht geben. Es ist gegen jeden guten Geschmack, gegen alle guten Sitten und sogar gegen höhere Werte. Jesus, Erkenntnis und die Suche nach Freiheit sind so hoffnungslos vergessen. Aber eben nicht von allen. Nur das ist tröstlich und zählt. 

Heute habe ich wieder Bienen an duftend blühenden Hartlaubgewächsen gesehen. Das Leben kann nicht verdorben werden. Und wenn sich der Teufel beim Striptease-Tanz beide Beine bricht oder auf Goldesel macht.



„Ich will nicht, daß Du sterbst“ habe ich als Steppke einmal zu meiner Großmutter gesagt. Daß sie mir daraufhin lächelnd über die Haare strich und mich an sich drückte, habe ich verstanden. Danach auch noch, daß es stirbst heißt und wir lachten beide.



Mein letzter Post bei FB zu Andrea Jürgens hat mir in Erinnerung gerufen, warum ich mich vor ein paar Jahren bei FB angemeldet habe. Meine Seite hieß damals „Gegen Entfremdung“ und keine Sau hat es interessiert. Jetzt bekommt Ihr so eine Art Quittung. Ihr könnt lachen oder wütend sein. Es interessiert mich nicht. Zuckerberg, auch wenn es ein Depp sein sollte, verschaffte mir eine kleine sinnlose Plattform. Heulen oder völlig derangiert werdet Ihr mich hier bestimmt nicht erleben. Im Gegenteil, ich hau gern einmal einem frechen Idioten in die Fresse. Daß mir das dann wieder leid tut, liegt in der Natur der Dinge. Ihr könnt nichts dafür. Und, ich verachte Euch ganz und gar nicht, nur mit diesem Gedanken spielt es sich gut, wenn man alleine ist.

Mein alter Vater ist wohl Perlenfischer, denn er hat mir noch von Joy Flemming erzählt. Er sagte, sie konnte über drei Oktaven singen. Ende September sei sie, 72-jährig gestorben. Diese Sangeskraft höre man allerdings nicht in ihrem Hit „Eine Herz kann eine Brücke sein“, fügte er verschmitzt hinzu, aber vielleicht sei sie zu ahnen. Sie sei eine Jazz-Ikone gewesen. Ich mag so fröhliche und lebenslustige Menschen wie Joy Flemming sehr. Und ich bin traurig, wenn sie für immer gehen. Gottes Segen, Joy Flemming. Satan hat noch lange nicht gewonnen. Und Ihr anderen, geht weiter. Ich bin nicht so groß und kann Euch nicht leiden.



Heute sagte mein Vater überraschend zu mir, daß ich baltisches Blut in mir hätte. Auf meine dümmliche Frage wieso, antwortete er: "Weil Deine Eltern Balten sind.“

Dann haben wir 5 Minuten und 32 Sekunden schallend gelacht. 

Außerdem: ich kritzele dahin...

Rubrik: Gegen linksgrün. Frauen mögen zerbrechlich sein, einige sind aber hart und spröde. Kalt und schnöde.

Fast ein viertel Jahr ist der Tod von Andrea Jürgens her. Ich habe es nicht mitbekommen und dies erst heute in einem wieder einmal wundervollen Vater/Sohn-Gespräch per Skype erfahren. Diese Sängerin ist gestorben. 
So etwas ist für einen wie mich, der einfach im Gottvertrauen vor sich daherlebt im Prinzip lediglich eine weitere traurige Nachricht
, wenn mein Vater mir nicht im gleichen Atemzuge einen Titel dieser Sängerin genannt hätte. Er heißt "Und dabei liebe ich Euch beide". Aus dem Jahre 1978. Seit dieser Zeit ungefähr kenne ich solche Schicksale leidgeprüft genauso, habe aber nie gedacht, daß ich mit meinem Leid nicht alleine bin. 

Wie dem auch sei, Andrea Jürgens hatte eine bezaubernde Stimme und Millionen Fans begeistert. In einer Zeitschrift heißt es: "Sie wurde schon als Kind zum Star, der Produzent Jack White hat sie entdeckt. In den letzten Jahren mußte sie viele Schicksalsschläge hinnehmen. Sie verlor innerhalb weniger Jahre Vater, Bruder und Mutter."

Sie wurde nur 50 Jahre alt. Ich kenne sie zwar nicht, aber mit diesem wirklich schlichten Lied hat sie mein ehrliches Gedenken an sich erobert.



Das iPhone 13 wird ausschließlich von Frauen hergestellt werden und den Kosmetikmarkt aufmischen. Es wird nicht sehr groß und trotzdem federleicht sein. Biegsam und flauschig. Telefonieren wird man allerdings nicht mit ihm können. Bei mehr als hundert km/h im Auto wird es komischen Schleim absondern. Es wird ausschließlich in hellen Pastellfarben produziert und riecht nach Moschus. Die Kritiker sind heute schon von diesem kaum Strom verbrauchenden Gerät mehr als begeistert.



Drehsden liecht im Osden un das is guud so. Leude wie Diddfurd finden es schade, daß Dresdn nich zerschdörd wurde. Aber es wurde zerschdörd, von den Bombern mit Nabalm und dem ganzen Dregg. Nu isses widder offerschdanden un das mag die Pissnelge och widder nisch. Die Linken ham mehr alsn Rad ab. Die müssen off Abendschule, meinetwegen och als Lagerunderichd. Haubdsache, man darf das noch wollen und sachen. Journaille gottverdammische. Ins Ruhrgebied drauen die sich doch schon lange nich mehr. Bald off geene Schdraße im Wesden wie im Osden. Ne, so wird das nischd. Es wird Griech gäm. Verschbrochn.



Wenn sich einmal ein paar, ich sage einmal, ein paar an der sogenannten öffentlichen Meinung Arbeitende dazu veranlaßt sehen könnten - meinetwegen getrieben von ehrlicher und anständiger Verantwortung - ein wenig das Heft oder gleich das Buch mit den großen und immer richtigen Worten in die Hand zu nehmen, täten wir uns nicht so schwer, ständig gegen die Grünen mit ihrem das Leben erstickenden Müll so im Klein klein anzugehen. Es ist beschämend, jeden Tag mit ansehen zu müssen, daß diese verrohte Gesinnungsmafia weiter das Klima im Lande vergiften kann, ohne dafür endlich angemessen bestraft zu werden. Gewiß, Cohn-Bendit steht mit seiner Pädophilie-Verherrlichung nicht für alle Grünen. Auch Volker Beck als vorbestrafter Junkie nicht. Fischer ebenfalls nicht, obwohl Deutschland nach friedlichen Jahren mit ihm Serbien bombardierte. Claudia Roth ist sogar dümmer als der Durchschnittsdeutsche. Wen haben wir noch? Die fließend Unsinn redende Katrin Göring-Eckardt, den ungepflegt stränighaarenden Anton Hofreiter und den shariaaffinen Cem Özdemir. Was soll das? Kann mir jemand verraten, für welche deutschen Interessen diese Vertreter der Grünen so viel Platz benötigen? Es kann doch nicht sein, daß sich die Bürger dieses Landes so verhalten, als würden sie mit einer Hand am Elektrozaun Wasser trinken. Muß man Lebensfreizeit haben, um darüber nachzudenken? Man nimmt Einzelfälle zur Kenntnis, man reißt bei FB das Maul auf, man fühlt sich wohl im Hamsterrad. Wenn das einer meiner letzten Eindrücke von Deutschland sein sollte, bin ich in Gedanken bei Tucholsky und spiele mit ihm unsere letzte Partie Billard mit ganz viel Bordeaux und Whisky. Ihr habt nichts davon. Ihr könnt nichts dafür.



Als ich mich heute kurz nach dem Mittagessen, verlorene Eier selbstgemacht, auf die Couch legte, um eine kleine Siesta anzuhängen, schlug mir mein Telefon vor, noch rasch einen Artikel in der Zeit zu lesen. Ich war erst ein wenig irritiert, daß der kleine Rechner nicht wußte, wie ablehnend ich Journaille gegenüberstehe. Es sind gefühlte Lichtjahre her, daß ich im Feuilleton dieser Zeitschrift einen fast ganzseitigen Beitrag zum Ein- und Ausparken las, der mich im Laufe der Lektüre vor Vergnügen und Lachen fast von der Luftmatratze geworfen hätte, auf der ich damals am Atlantik meine Mittagsschläfchen im Halbschatten der Pinien zu halten pflegte. Diese leichte und dennoch kluge Sprache ist leider nicht nur diesem Journal völlig abhanden gekommen. Es ist zu einem Kampfblatt von Leuten geworden, die ich aus Gründen meide wie der Teufel das Weihwasser. Es geht um den Beitrag von Diana Kinnert am 29. September 2017. Immerhin las ich ihren Text zügig bis zum Ende, um mich dann völlig im ersten Kommentar wiederzufinden, der lautete: „Unfassbar flach.“ Es wird auf ungefähr vier normalen Textseiten gleichsam ein Nichtvorhandensein jeglicher moralischer und kultureller Entwicklung eines jungen Menschen beschrieben, und das von einer Frau, die sich als CDU-Mitglied sieht, aber dennoch Freunde aus dem gesamten schrillen politischen Spektrum um sich herum versammelt hat, die sie falsch einschätzt und aus mir unbekannten Gründen in ihrem ganzen Handeln, Denken und Fühlen schlichtweg nicht wirklich kennt und einordnen kann, weil ihr jeder Bezug zum Tatsächlichen, dem Realen fehlt und sie für mich lediglich eine Fratze der völlig verzerrten Wahrheit darstellt. Es findet ein irrer Streifzug durch Schlagworte politischer Propaganda statt. Er reicht von Todenhöfers Israelkritik über fehlende Diskriminierungserfahrungen Homosexueller, die nicht als Garant für eine tolerante Grundeinstellung gelten können, über politisch radikale, aber gewaltfreie Linken bis hin zu niemals vollends abgeschlossener Entnazifizierung in den Reihen der CDU. Ich kann zusammenfassen. Diese kindisch anmutenden, aber letztendlich so destruktiv und leer wirkenden Beiträge in der Zeit und anderen Magazinen sind ein Offenbarungseid nicht nur für das Versagen von Familien- und Bildungspolitik, sondern für das Versagen einer ganzen Generation an ihren Kindern. Und das betrifft bei weitem mehr als die heutige Medienlandschaft. 



Mir ist es ein Rätsel, woher die Neigung kommt, alles oder vieles verallgemeinern zu wollen, obwohl man der Abstraktion völlig unmächtig ist. Hat es vielleicht mit dem untauglichen Versuch zu tun, kaschieren zu wollen, daß einem sämtliche Prinzipien abhanden gekommen sind? Oder mit bei den Eltern gehörten und längst vergessenen Moralvorstellungen? Über den Playboy, das Männermagazin, dessen Gründer jetzt gestorben ist, kann ich mich mit niemanden unterhalten, auch nicht über den Unterschied zwischen Hochglanz der Bilder und brillanten Beiträgen. Über die deutschen Bunker am Atlantik auch nicht. Uninteressant. Sie verschandeln auch aus meiner Sicht die Landschaft, dennoch stehe ich oft ergriffen vor ihnen und weiß nicht weiter. Das Denken und das Fühlen sind abhanden gekommen, haben Platz gemacht für Einheitsbrei oder Soße. So wird das nie etwas. Ich werde aufgeben und jeden Tag andächtig auf das große Wasser schauen, mir die Füße trocknen, ein paar Muscheln aufheben und wieder an meinen Schreibtisch trotten. Trotten, Trotteln. War da nicht noch was? Ich weiß nicht mehr, es ist zu anstrengend, die Phantasie zu bemühen, die anderen fehlt. 



Die Pouva Start 1956 kränkelt. Das Zoomen fällt ihr schwer. Eine Mechanik klemmt und sie hat jetzt Bettruhe. Sie mag ihre ältere Schwester. Diese heißt iPh 5S und hat ihr gerade einen ersten Film zu Wind und Espenlaub geschenkt. Sofort schläft die Pouva Start 1956 und lächelt süß. Vielleicht tanzt sie im Traum. Bon rétablissement ! 



Was in Vergessenheit geraten ist, das kann nur schwer richtig bewertet werden, wenn es darauf ankommt. DIE LINKE ist eins zu eins die Nachfolgepartei der ehemaligen SED, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und nur wenigen ist das bewußt. Schießbefehl, Mauertote, Bautzen, Schwedt, Stasi und Propaganda. Das zumindest muß immer wieder gesagt werden. Das gehört immer wieder auf die Tagesordnung. Täglich.

Inzwischen ist auch die Zwangsvereinigung von KPD und SPD im Osten Deutschlands vergessen. Vergessen auch die massive Verfolgung aller, die diesem Streben im Wege standen.

Man muß doch gar kein Nachschlagewerk bemühen, jeder kann die Alten noch fragen. So wie ich meine Eltern zu 1953 oder 1961. Dann mußte ich selber sehen, was für eine jämmerliche und verlogene Bagage die Linken sind. Ich rede mir immer ein, sie sind auch Gottes Geschöpfe. Aber dann kommt eine Jutta Dittfurt und bedauert, daß Dresden nicht vernichtet wurde, weil sie politische Gegner nicht aushält und ihnen nicht mit Argumenten begegnen kann. In den Medien findet sich keine Kritik an dieser Aussage, wohl aber immer und ständig an dem, was die AfD von sich gibt. Diese Impertinenz ist schwer erträglich. Ich werde es aushalten, andere hingegen nicht.  Mein Kopfschütteln wird nicht reichen, um diese Plage loszuwerden. Es bedarf noch großer Anstrengungen, unabhängig von Parteien wie der AfD. 

Hier ein Alphabet für das, was den dreisten und geschichtsvergessenen Linken und vielen Journalisten derzeit noch fehlt und was sie geschenkt bekommen sollten.

A wie der Anstand, der verbietet, sich wie ein Affe, ein Esel oder ein Elefant aufzuführen.

B wie die Behutsamkeit, mit der ein kleines Kind zum ersten Mal einen Regenwurm vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger nimmt.

C wie der Charme, mit dem sich das Leben genießen läßt,

D wie die Demut, die ihnen besonders gut zu Gesicht stünde,

E wie die Ehrfurcht vor denen, denen sie ihr Leben verdanken, ihren Eltern.

F wie wirkliche Freiheit im Kopf und frei von Spinnereien

G wie die Gesellschaft, in der sich alle wohlfühlen.

H wie die Herzlichkeit gegenüber den anderen

I wie Ich bin klein,

J wie Jahrzehnte Erfahrung mit Diktatur und Propaganda.

K wie die Klarheit in der Sprache, im Denken und im Handeln,

L wie die Liebe zu Gottes Schöpfung oder wenigstens zur Heimat

M wie Milkyway, locker und leicht, schwimmt sogar in Milch,

N wie Nächstenliebe, ist der arme Rentner nix wert?

O wie gerechte Opferhilfe.

P wie der Padre, der Frieden predigt in der Gefahr, getötet zu werden,

Q wie Qualität in allem, was man macht,

R wie Recht und Gerechtigkeit unterm Regenbogen

S wie Sonnenblumenduft,

T wie die Treue zum Freund, zum Volk, zu Vaterland, zu Muttersprache,

V wie das Vertrauen in sich selbst und in alle anderen,

W wie Wohlwollen ohne Eigennutz,

X , Y und Z wie alles andere, was sie sich vielleicht wünschen, um auch geliebt zu werden.



1. Viele glauben fälschlicherweise nur, daß sie der deutschen Sprache mächtig sind. Sie sind es nicht. Wenn diese dann auch noch für die an Auflage schrumpfenden sogenannten Massenmedien schreiben oder sich gar in knapper werdenden politischen Ämtern befinden, versteigen sie sich oft in Vergewaltigungsphantasien, die Sprache betreffend, wie es aussieht. Sie kennen plötzlich „entsorgen“und „jagen“ nicht mehr. Sie kennen auch keine „Autobahnen“ und keine „Nazis“. Sie haben keine Ahnung und wissen nichts von Manfred Kleine-Hartlage und seinem hervorragenden Buch „Die Sprache der BRD“.

Diese Leute können sich nicht vorstellen, wie abgehängt sie schon sind. Es ist immer dasselbe. Der Glaube, daß ein Zitronenfalter Zitronen faltet oder daß ein Amtsleiter ein Amt leitet, hat sich – wie ich weiß nicht was – in ihr tägliches „Denken“ eingeschlichen. Migranten sind für sie generell Flüchtlinge, Ein-Männer oder Gruppen von Männern gegen andere Gruppen von Männern. Die Antifa, die als Schlägertruppe mit roher Gewalt gegen Andersdenkende vorgeht, bezeichnen sie als Aktivisten. Recht und Gesetz kennen sie also ebenfalls nicht. Und oft sind sie sprachlos ob der täglichen Gewalt auf deutschen Straßen und lassen wichtige Informationen weg. Wie soll man sie noch nennen außer Lügen- oder Lückenpresse? Muß man sie zum Lüften ins Freie tragen? Es wird höchste Zeit, diese Typen ganz abzuhängen und sie durch kluge, ehrliche und aufrechte Journalisten zu ersetzen, anstatt sich über den besten Diesel aller Zeiten Gedanken zu machen. 

2. Kaum zu glauben, aber die Lebenserwartung der Deutschen erreicht wohl bald zweihundert Jahre und die Medizin kommt nicht nach. Besonders die Psychiatrie hat große Probleme, alle richtig zu behandeln. Ich weiß, diesen Beitrag habe ich als Satire gekennzeichnet, und so soll er denn auch verstanden werden. Mit normaler Sprache ist dem Wahnsinn manchmal tatsächlich nicht beizukommen.

Die dts-Nachrichtenagentur meldet neben interessanten Nachrichten mitunter auch das, worauf ich mich gleich beziehen möchte. Ein gewisser Herr Martin Walser, Schriftsteller, zirka 190 Jahre alt und jung geblieben, findet die mehr als zwanzig Prozent der AfD im Osten Deutschlands „die traurigste Nachricht des Tages“. Vermutlich weiß er noch gar nicht, daß sein Abendbrot bald völlig cholesterinfrei sein wird. Er legte bedeutsam nach und äußerte für einen Autor sehr freimütig, daß wir uns jetzt nicht die Köpfe blutig kratzen, sondern die Spätfolge der deutschen Teilung ernst nehmen müssen.

Er spricht wirklich von Teilung und gar nicht von den Besatzungsmächten, dem Mauerbau, den Mauertoten und der  Wiedervereinigung.

Sein höchstens halb so alter, aber ebenso naseweise Kollege Feridun Zaimoglu sehe einen „Nationalzynismus“ triumphieren, wird tatsächlich geschrieben. Und knallig hinterher: „Die Schlechten einer schlechten Generation, vereint im Fremdenabwehrverein AfD, blasen zur Jagd. Schön wär’s, wenn man sie jagte. Guten Kater, Deutschland!“ Die Krankenkasse ist sicher bereit, ihm eine Kur in Kreuzberg oder Nähe Eisenbahnstraße, Leipzig, zu verschaffen.

Der dritte in dieser freundlichen und quasselnden Skatrunde, der Bestseller-Autor Daniel Kehlmann,  empfände trotz des Einzugs der AfD in den Bundestag „aufrichtige Dankbarkeit“ gegenüber Angela Merkel. „Denn man wagt kaum sich vorzustellen, wie viel Prozent die AfD erreicht hätte, wäre sie nicht noch einmal angetreten.“ Und er setzt noch einen darauf: „Wir leben in dunklen Zeiten, aber diese Wahl hätte noch schlimmer ausgehen können.“ Die Dosierung seiner Medikamente muß also auch kontrolliert werden.

Die Autorin Juli Zeh, die ihren Kumpeln vermutlich den warmen Tee und die weichen Brötchen besorgt, stelle sich die Frage, wie gut es einem Land noch gehen müsse, „wie viel mehr Freiheit und Sicherheit und Wohlstand und Demokratie und Bildung und Zivilisiertheit“ man noch erreichen müsse, „damit Menschen sich nicht mehr von fremdenfeindlichen Szenarien aufhetzen lassen“. Zehs Fazit laut dts-Nachrichtenagentur: „Das Gefühl der Vergeblichkeit aller redlichen Bemühungen erreicht niederschmetternde Kraft.“ Ihr zeigen wir die Flaschen sammelnden alten Menschen Deutschlands.



Deutschland ist so krank, wie es eigentlich gar nicht geht. Es leben Wahrnehmungsgestörte darinnen, die sich klug wie Scheiße vorkommen und auch so reden. Jeden Tag. Jeden Tag die gleiche Leier, was soll man dagegen setzen? Wie Tucholsky sterben? Das hätte man wohl gerne? Mögen die Offenbarungen rasch wahr werden. So ein Ende? Uns? Unfaßbar. Daß Dummheit und Gottlosigkeit uns schlagen könnte, das hätten wir nicht für möglich gehalten, vor zehn Jahren. Heute gehen wir dann eben auf die Knie und zum Retter, wer einen hat. Unglaublich. Schön, daß der Atlantik mit meiner Fassungslosigkeit nichts anfangen kann und mich anlacht.



Mir geht nun wirklich einiges am A. vorbei. Ganz besonders, wenn ich am Strand versuche, in die weichen Formen zu treten, um dennoch keine bleibenden Spuren zu hinterlassen. Dazu der azurblaue Himmel, das milde Rauschen des Ozeans und eine leichte Brise. Die Brise ist wichtig, weht sie doch meine trüben Gedanken an mein Vaterland Deutschland weg. Vorrübergehend. Dann zu Hause kommt es wieder. Um mich herum wird gesprochen, als sei man Lagerinsasse. Hauptsache, man ist sauber. Jeder Depp ist dankbar für klare Ansagen, einfach und übersichtlich. Die Idioten unserer Zeit kennen keine Fragen, die sie klüger machen. 

Diejenigen, von denen man annahm, man hätte sie gebrochen, werden auch heute nicht gebrochen und untergehen. Ein skurriler Gedanke, aber ziemlich schlüssig. Und was noch wichtiger ist, jeder kann eine Hartnäckigkeit entwickeln und kämpfen, nur nicht schöngeistig und dröge. Wir werden uns einst über Worte und die Sprache unterhalten müssen. Und über Abstraktion. Abstraktion beherrscht jedes Vieh, aber der Mensch nicht. 



Es ist erstaunlich, zumindest erstaunlich, wenn nicht gar in höchstem Maße befremdlich, wie naiv sich Psychopathen entgegengestellt wird, respektive wie man diese gewähren läßt. Schon klar, daß in einfältigen Kommunardenkreisen das Wissen darüber, wie Psychopathie gesellschaftsfähig und dominant wurde, belächelt wird. Vielleicht ist es auch zu einfach, um wahrgenommen werden zu können? Egal. 

Allen Psychopathen gemeinsam ist, daß sie gewissenlos agieren, reden und manipulieren. Denken wir an Angela Merkel oder Hannibal Lecter. Ihr erfolgreiches zerstörerisches Wirken setzt aber voraus, daß ihnen von einer Mehrheit ihr Tun und Lassen gestattet wird, auch wenn diese Mehrheit in dieser Frage ganz anderer Meinung sein sollte. Das ist nicht schlimm, denn diese Mehrheit ist tatsächlich von dem gefangen, was ganz offen als „Brot und Spiele“ bezeichnet wird. Viele sind nicht einmal in der Lage zu erkennen, daß dieser Spruch nur eine Abstraktion der vielfältigsten Ablenkungsmanöver darstellt und fühlen sich in keiner Weise betroffen oder angesprochen. In dieser Frage zeigt sich die ganze Misere in einer überlegenen Art und Weise, daß einem schwindlig werden könnte. Kämen die Seefahrer um Kolumbus nicht nur mit Skorbut nach Hause, sondern mit einer vermutlich ansteckenden und lebensbedrohlichen Erkrankung nach Hause, so müßten sie zur weiteren Abklärung in eine recht menschenunfreundliche Quarantäne. Die Psychopathen sind nun aber mitten unter uns. Man könnte sie erkennen, festnehmen und einer Behandlung zuführen. Nun zählen Psychiater aber nicht zu den Helden unsrerer Zeit. Auch mit Cannabis werden sie nicht stark genug. Es ist der Mangel an Abstraktionsfähigkeit, der das Erkennen verhindert, daß die wichtigsten Probleme zuerst gelöst werden müssen. So ist es immer das täglich gleich dumme und belanglose Spiel für die einen, das tödliche Gift für die anderen. Ein Psychopath wird dem anderen Psychopathen nichts tun. Die übrigen spielen. 



Fatalismus im Jugendalter, ob echt oder gespielt, macht nicht nur den Eltern Beine. Fatalismus im Alter ist ein Hinweis auf den Friedhof und darauf, daß man nichts verstanden hat. Wer bei einer Wahl die Möglichkeit hat, zwischen den Kandidaten der Nationalen Front zu wählen, wird es tun, wenn er dazu gezwungen wird. Wer in einer Demokratie, so schwarz und trüb diese auch sei, von seiner Stimme keinen Gebrauch macht, wird wissen, was er tut. Jedenfalls hat er keine Angst um seine Arbeit, um seine Frau, seine Kinder und seine Eltern. Oder etwa doch? Deshalb gibt es keine klugen Köpfe mehr hinter der FAZ. Machen wir uns nichts vor. Kompetenz und Sachverstand finden sich heute zwar noch fast allerorten, aber nicht in der Politik und nicht bei der Journaille. Dort folgt man durch Diäten und Honoraren suggerierten Träumen. Vorgegeben von wem auch immer, jedenfalls an der Realität vorbei. Man sehe sich die Zahlen zum Klimaschwindel an, oder betrachte die Datenlage im Zusammenhang mit der Autoindustrie. Auch die Zahlen in Hinblick auf die Migranten, auf die Kriminalstatistik oder die Kosten einer unkontrollierten Einwanderung sind eher Traum als Wirklichkeit. Niemand soll das Recht haben, mit Demagogie und Lüge in den Bundestag einzuziehen. Allenfalls erlaubt ist eine rosa ideologische Schleife im Haar. Und wer immer vorgibt, schwul oder lesbisch zu sein, bekommt keine Nachspeise zum Mittagessen. Saubande, dreckige.



Mir sind im Laufe meines Lebens Frauen begegnet, die ich nicht zuletzt auch wegen ihrer hervorragenden Abstraktionsfähigkeit sehr gerne als angenehme Zeitgenossen betrachtet habe, aber die ich wegen Ihrer Liebe zu mir liebte. Leider leben die meisten von ihnen nicht mehr. Trotzdem heißt für mich Abstraktion das, was der Thesaurus Deutsch ganz simpel mit drei Worten darstellt, nämlich das Erkennen des Wesentlichen. Dieses ist jedoch mitnichten ein Freibrief dafür, behaupten zu können, man sei fehlerfrei. Unsere Familie wurde durch Krieg, Flucht und Vertreibung zerbrochen. Was übrig blieb, wurde durch Verlust an Würde und Eigennutz irreparabel beschädigt. 

Der Urgroßvater wurde im WK I verheizt. Der Großvater ist mit der Waffe in der Hand im Kessel von Stalingrad gefallen. Der Vater immerhin sechzig Jahre auch heute noch glücklich verheiratet, aber auch kein Fels in der Brandung des Lebens. Der Sohn an Naivität kränkelnd und Illoyalität verzweifelnd alleine in der Ferne. Der Enkel schwankend zwischen Nadel und Flasche. Die Enkelinnen gutmenschlich verwirrt und ohne Orientierung. Urenkel gibt es nicht, und wenn Gott ein Einsehen hat, dann wird es auch keine geben. Wenn diese Entwicklung auch einem gemeinen Plan folgen sollte, bleibt einem nicht erspart, sich an die eigene Nase zu fassen, um letztendlich ernüchtert festzustellen, daß diesen Familie die Fäden doch insgesamt aus den Händen genommen wurden. Alle Versuche, neue und starke Wurzeln zu bilden, mißlangen erbärmlich. Unabhängig davon, ob geimpft oder auf Monsanto-Produkte zurückgegriffen wurde. Ein Desaster ohnegleichen? Wahrscheinlich nicht, aber das zu erkennen, ist nicht allen gegeben. Vielleicht den Blauäugigen, den unverbesserlichen Optimisten und den wahrhaft Gläubigen. Weil ich zahlreiche Familien kenne, über die ich nicht im Einzelnen berichten darf, kann ich heute ziemlich sicher sagen, daß es endet. Abstraktion macht's möglich. Jedes durch Abtreibung getötete Kind, alle Männer und Frauen, die sich nicht aktiv der Auslöschung mit Fortpflanzung und Bewahung des Bewahrenswerten entgegenstellen, fehlen einfach und für immer. Was uns umgibt, ist also wie der Abspann im Kino, das Wort zum Sonntag oder ganz einfach Gewäsch, Geschwätz und Pillepalle. Daß einige diesen Zustand noch überheblich genießen, ändert rein gar nichts an dieser Gewißheit. 

Beim Lesen dieser Zeilen sollte nicht vergessen werden, daß Fragmente immer etwas Unvollständiges an sich haben.



Einer der wenigen Unterschiede zwischen DDR und Bundesrepublik sind zum Beispiel die gefüllten Regale in den Supermärkten. Wenn man genau hinguckt, springt einen heute die geistige Armut sogar direkt an. Damit meine ich nicht den Ziegenkäse ohne Laktose. Und ich wundere mich über gar nichts mehr. Selbstzufriedene Systemkritiker, Schwätzer, seichte publizierte Scheiße, das ganze Programm. Diskursive Dummheit eben. Kommt jemand mit dem SZ, dann bricht der Bürgerkrieg aus. Werden deutsche Frauen vergewaltigt, sagt man „oha" und "das geht gar nicht". 

Ich gucke den Turm zum x-ten Male, gehe dann in der hellen Sonne an das schönste Meer der Welt und werde hoffentlich irgendwann darüber fertig, daß Stumpfheit und Desinteresse eine Volkskrankheit geworden sind. 



Kinder haben es gern, wenn ihre Eltern Opportunisten oder Konformisten sind. Sie mögen es außerordentlich, wenn Mama und Papa nicht zuviel in Mut und Courage investieren, sondern ihr läppisches Geld zum Konsum, zum Media-Markt oder zu Apple tragen. Kinder stehen auf weiche Helden und Heldinnen, besonders auf Ganzkörper-Tätowierte, auf flötende Schwuchteln und Milchmädchen. Kinder lieben Beschaulichkeit. Sie lieben große Worte im kleinen Kämmerlein. Bedenken sollte Eltern auch, daß Kinder von Natur aus durch christliche oder jüdische Feiertage verstört werden können. Sexualkundeunterricht hingegen kann nicht früh genug beginnen. Kinder sind der natürliche Freund der Ehe für alle. Sie sind neugierig und vertragen auch kräftigere Experimente. Kurz, Kinder sind unsere Zukunft. Deshalb ein Euro mehr Kindergeld, bitte, bitte. 



Ausmalen können Kinder ein Malbuch. Sich etwas ausmalen können nur den Kleinkinderschuhen Entwachsene. Und wenn ich mir heute ausmale, was das für Leute sind, die sich vorstellen können, in einer Gesinnungsdiktatur ihren täglichen Geschäften so wie bisher weiter nachgehen zu können, dann spricht das leider nicht für meine Phantasie, sondern es beschreibt nur bereits gemachte Erfahrungen, die mir besser erspart geblieben wären. Wieso, weshalb, warum? Das sind Fragen, die simpel und attraktiv erscheinen, weil sie meist eine schnelle Antwort versprechen, was aber oft nicht stimmt, denn fast alles wird komplexer und komplizierter, mithin für viele schwer durchschaubar. Sich aber nun ratsuchend an vielleicht gar selbsternannte Fachleute zu wenden, bringt einen nun ganz und gar nicht weiter. Das System stützt sich wie ein achtarmiger Krake und greift solange auf sich selbst zurück, bis aus attraktiven Strukturen, brillanten Individuen, schillernden Persönlichkeiten, kühnen Ideen und in die Zukunft gerichteten Plänen eine einzige amorphe Masse geworden ist. Die Beschreibung als schlafende Schafherde ist dann noch das Kreativste. Mich befriedigt das nicht. 

Eines Tages, ich saß an der Anmeldung, keine Ahnung warum, kam eine mir unbekannte Mutti mit ihrem achtjährigen Sohn und bat um einen Termin. Es war gerade niemand anderes in der Praxis und ich fragte, worum es ginge. Die junge Frau erklärte wortreich, daß ihr Sohn mehrere Autos in ihrer Straße mit roter Lackfarbe bestrichen habe und die Eigentümer daraufhin eine Sammelklage gegen sie zur Anzeige gebracht hätten, die sie mit einem ärztlichen Attest abwehren wolle. Ich brachte daraufhin höflich zum Ausdruck , daß ich dieses Verhalten durchaus auch als Sachbeschädigung ansähe und verwies auf verschiedene Möglichkeiten, diese adäquat zu bereinigen. Die Mutter ging jedoch aus mir längst bekannten Gründen mit keiner Silbe darauf ein und verlangte von mir eine Stellungnahme, in welcher explizit auf das kreative Potential ihres Jungen eingegangen werden sollte. Ich fühlte förmlich den Wind, den Wahrnehmungsstörungen auslösen können. Eigentlich heißt es: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Das muß also auch ganz neu gedacht werden. Aber wer will sich so etwas ausmalen, wenn alles klingt wie eine Schallplatte mit Sprung?



Nach der Lektüre von „Oliver Twist“ konnte sich seinerzeit keiner von uns vorstellen, daß er einmal ganz ähnliche Verhältnisse durchleben würde. Ein wenig poetisches Elend. Die Büttel von damals nennen sich heute Elite und unsereiner soll zum Happy-end kriechen. Das könnte denen so passen. Schon wenn ich die Typen lachen höre, spüre ich die 9-Millimeter in meinem Kopf und habe längst entsichert. Wer nämlich inmitten der rasch um sich greifenden sozialen Aphasie nicht mehr in der Lage ist, für sich zu sprechen, der ist auch zu irgendwelcher Willensbildung nicht mehr fähig. Insofern gibt es also doch so etwas wie traurige Gewißheiten, die uns wie einen Leser eines guten Buches begleiten. Im Gegensatz zu Dickens Zeitgenossen atmen wir aber noch. Der eine mehr, der andere weniger. 



Jeden Tag ein versuchter Würgegriff oder eine andere Attacke. Ob die Dummheit angreift oder der schlechte Geschmack, ob deplazierte Naivität, ein Mangel an Fingerspitzengefühl oder gar der ganz  allgemeine Ekel. Mich hat es seinerzeit im Sprechzimmer trotz mangelnder pädagogischen Fähigkeiten nicht entmutigt, Nachhilfe in elementaren Fragen zu erteilen. Heute ist das völlig anders. Schon beim Aufwachen sehe ich mich einer Wand aus Trotteln gegenüber. Und nein, ich halte mich nicht für arrogant oder überheblich. Die Fakten wehen uns derzeit wie ein Orkan um die Ohren. Das mag vielleicht der Grund dafür sein, daß alle in Deckung gehen und nur wenige sich noch mit offenem Auge gegen den Sturm stellen. Dem Silberjungen schlägt gar ein besonderer Wind entgegen. Dieser hinterläßt eine Fassunglosigkeit, die man auch mit Diktaturerfahrung so deutlich selten zu sehen bekommt. Es ist alles in allem beschämend, wie wenig Empathie die Deutschen für ihr Vaterland zeigen. 



Wie gerne sitze ich auf der alten Sandsteintreppe des Hauses meiner Großmutter und träume in den Tag hinein. Woran denkt jeder zuerst, wenn er hört, alles habe zwei Seiten? Wahrscheinlich an eine Münze. Ich bin ziemlich sicher. Das ist gut so, und so kann es für alle Tage sein. Dennoch ist das Spiel, in dem man sich vorstellen muß, was sonst noch zwei Seiten hat, sehr aufschlußreich. Ganz einfach ist zu sehen, wie Licht und Schatten versuchen, mitzumachen. Jetzt kommen auch Glaube und Realität hinzu, nehmen sich zwei Stühle und wollen mitspielen. Liebe und Haß haben ihre eigenen Kissen mitgebracht. Mut und Angst rutschen auf ihrem nackten Hintern auch näher. Das Gras der Wiese ist naß genug. Dafür und Dagegen trudeln launisch ein und machen es sich bequem. Versagen und Erfolg entschuldigen ihre kleine Verspätung. Der Platz füllt sich langsam. Wir sind in Deutschland und deshalb geht es trotzdem pünktlich los. Die Würfel rollen und alle lachen laut. Ich lasse die Augen geschlossen und weiß  Bescheid. So sind die Spiele. Das Leben geht Gott sei Dank ganz anders. Es gibt immer zwei Seiten, nur eine kann gewinnen. Alles andere ist Nonsens, aber notwendig, damit es sichtbar wird. 



Ironie mag ich ganz gerne. Manchmal paßt sie gut. Zum Beispiel, als mich mein kleiner Sonnenschein im Alter von acht Jahren unmittelbar nach dem intensiven Zähneputzen fragte, ob er etwas Süßes bekommen könne. Ich habe darauf lächelnd geantwortet, ob sie ihre gesunden Zähne nicht besser vorher noch einmal besonders lange schrubbeln möchte. Sie hat es verstanden und wir haben gemeinsam gelacht. Es ging ja quasi um nichts oder um nicht viel. 

Momentan machen Witzchen darüber die Runde, was die Journaille der Alice Weidel noch alles andichten könne. Überall Begeisterung, nur in meiner Hütte nicht. Ich lache sehr gerne über anderer Leute Witze, nur hier fällt es mir schwer. Schwer deshalb, weil Ironie benutzt wird, um nicht die ganze grausame Gewalt der so alltäglichen wie lebensgefährlichen Auswirkungen einer fast völlig kaputten Welt abzubekommen. Man stelle sich vor, daß Eva dem Schöpfer auf die freundlichen Vorhaltungen wegen der verbotenen Frucht geantwortet hätte: Es hat eh nicht so geschmeckt, wie ich dachte. 

Mir kommt es so vor, als läge irgendwo hier, im Empfinden und Befinden darüber, was man gerne noch aushalten möchte, ehe man als Zombie durchgeht, der Hase im Pfeffer. Jeder macht sich seine Welt wie sie ihm gefällt. Ironie ist da nur komische und nutzlose Tarnung. In Kriegen, die man verlieren könnte, wirkt sie nicht witzig, sondern ausgesprochen lächerlich. 

Bei Hitler, Ulbricht und Honecker gab es noch Flüsterwitze. Bei Merkel nicht einmal die. Manch anderes ist hingegen zeitlos. Zum Beispiel das Phänomen, ohne Rückgrat überhaupt gehen zu können.

Das ist unendlich erweiterbar. Es hat doch nun wirklich nichts mit Humor zu tun, wenn gleich nach dem Erwachen das wahre und wirkliche Lebensglück aus den Augen schwindet und jeder nach Rechtfertigungen für sein Wirken sucht. Ist laut gleich intensiv? Ist witzig geich frei? Was würde man denn ohne FB machen? Gewiß. Deutschland ist Exportweltmeiser. Und, noch nie ging es den dort schon länger Lebenden so gut wie heute. Deutschland ist für mich das Land der blinden Spiegel und des insuffizienten Resistenzverhaltens. 



"Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht."

Heute bin ich mit Tucholsky an der gewaltigen Girondemündung. Die Sonne ist mitgekommen, hübsche Wolkenbilder aus Kindertagen auch, der Wind ist hörbar, fast frisch und weht ein wenig in meinen Kopf hinein.

Mein Blick kann frei über die weite Boddenlandschaft schweifen und erfaßt plötzlich ein lustig flatterndes Schmetterlingspärchen, das trotz übermütiger Bewegungen nie weiter als eine Elle voneinander entfernt über die Brombeerhecken an meiner Seite schwirrt. Die beiden kennen Satire nicht, Tucholsky schon gar nicht. 

Wer ist Tucholsky? Begegnet bin ich ihm als heranwachsender Junge zum ersten Mal. Witzige kurze Texte in einem Eulenspiegelbuch; mit Texten  von Roda Roda, Werner Finck, Joachim Ringelnatz, Polgar aber auch Fontane, Goethe und Kästner. Sogar Brecht und Strittmatter waren vertreten. Das politische Kabarett in diesem Mickey-Maus-Staat war zahnlos, angepaßt und überheblich. Das Publikum ebenfalls. Ein wenig bissiger schienen mir aus der Ferne die  Münchner Lach- und Schießgesellschaft, Hildebrandt und Schneyder. Damals schien es mir so. Heute weiß ich es besser.

Damals las ich dann auch ein paar Romane von Tucholsky und schaute mir im Kino mit einer Freundin "Gripsholm" an. Und irgendwann wußte ich dann auch, was ihn aus Deutschland vertrieben hatte, ich fühlte mich ihm ziemlich nahe. Deutschland ist kein abstraktes Gebilde, das wir so einfach lieben, kritisieren, verachten oder gar hassen. In diesem Lande leben mehrheitlich noch die Deutschen mit ihrem schwindenden Stolz auf herausragende  große Persönlichkeiten dieses Landes. Natürlich ist vielen egal, warum Tucholsky nach Schweden gegangen war. Warum andere ihm folgten, auch. Ihnen ist so gut wie alles egal, was ihrer Selbstgefälligkeit im Wege steht. Stattdessen wird darüber diskutiert, was Tucholsky wohl über die Juden dachte und geschrieben hat. Oder über Satire. Dabei kennen fast alle nur eine Zeile aus einem Text, in der er die Frage, was Satire dürfe mit „alles" beantwortete. Seine Ergänzung, "Satire hat eine Grenze nach oben: Buddha entzieht sich ihr. Satire hat auch eine Grenze nach unten. In Deutschland etwa der herrschenden faschistischen Mächte. Es lohnt nicht – so tief kann man nicht schießen." entzieht sich dann fast logisch und erwartungsgemäß der allgemeinen Kenntnis. 

Das reicht zwar schon, damit es mir unangenehm in die Nase steigt. So wird immer wieder kräftig und laut betont, Tucholsky sei einer der "begabtesten und widerwärtigsten jüdischen Antisemiten", weil in den "Wendriner Geschichten" die jüdische Bourgeoisie in erbarmungslosesten Nacktaufnahmen" dargestellt werde.  Immerhin sagen einige Verteidiger Tucholskys, daß es ihm darum ging, eine "gewissenlose Mentalität" einiger anzuprangern, die seiner Meinung nach  selbst die größten Demütigungen durch eine nationalistische Umwelt hinnähmen, so lange sie ihren Geschäften nachgehen könnten. Als Jude, selbst wenn er vorgab, den jüdischen Glauben abgelegt zu haben und als kritischer Zeitgenosse, wird Tucholsky es wohl bestens gewußt haben. Selbstverständlich schließt sich hier für mich der Kreis. Was sonst? Das kenne ich doch zur Genüge.

Die orangefarbenen kleinen Flatterer sind verschwunden und eine hell lachende Schwalbe zeigt mir ihre Kunststücke. Die Flut geht langsam zurück, die Sonne steigt höher und ich sehe meine grüne Eidechse auf Fliegenpirsch. Der Wind tut gut. Ich nehme ein paar Sonnenblumenkerne in den Mund und schließe die Augen. Augenblicklich sitze ich auf der rosafarbenen Treppe aus Sandstein am Haus meiner Großmutter und öffne behutsam die Tüte mit dem Studentenfutter, welche mir als Wochenverpflegung für das fröhliche Treiben auf Feld und Flur in der Diamatenen Aue geschenkt worden war.  

Ein kleines Sportflugzeug setzt verwegen zur Landung an und versteckt sich vor mir im mich blendenden Sonnenlicht. Dann wird die wunderschöne Landschaft wieder mit dem  Rauschen des Windes und dem Gezwitscher der Vögel verziert. Ich klappe das Book zusammen und verlasse die schlichte Picknickstelle auf dem kleinen Hügel. Auf ebener Erde an einem anderen Ort, außer am Meer natürlich, kann ich nicht so weit sehen. 



"Eine Vorahnung ist manchmal keine Vorahnung, sondern eine Erinnerung." Das sagte eine gewisse Frau Susanne T. und ich vermute, daß sie aus der DDR kommt. Sie drückt aus, was ich als "alles schon einmal dagewesen" beschreiben würde. Muß man möglicherweise schon Diktaturerfahrung besitzen oder besondere Fähigkeiten, um zu sehen, daß diesmal tatsächlich versucht wird, den Sack zuzumachen. Der Widerstand ist im Osten der Bundesrepublik heftiger als im Westen. Im Westen haben die Versuche der "Welt", Alice Weidel nach Stasimanier zu zersetzen, sogar Unterhaltungswert. Man weiß vielleicht nicht um das Leben in einem Staat mit unbeschränkter Gewalt, man spricht von "Mutti". Immerhin fliegen Tomaten, ertönen Pfiffe und Hau-ab-Rufe. Es gärt, aber die Mischung stimmt noch nicht. Diskussionen darüber, was die Systempropaganda der AfD andichtet und die Zeit rennt. Guido Knopp mit seinen Wischi-Waschi-Dokumentationen über das, was hierzulande gefiltert als Zeitgeschichte verstanden wird, hat ganze Arbeit geleistet. Wer zum Beispiel glaubt, daß Arte ein Kulturkanal ist, hat keine Ahnung, so brüskierend es auch klingen mag. Warum sehe ich denn außer Vera Lengsfeld keinen mehr aus der ehemaligen Bürgerrechtsbewegung der DDR? Freya Klier unterstützt die I-like-Rauten-Kampagne und Stefan Krawczyk singt auf Kirchentagen "gegen Rechts". Jana Hensel als junge Frau zeigt offenherzig die Verkommenheit von Anstand und Stil. Das nennt man eingerichtet und angepaßt. Nach der Wahl gehen Zensur, Überwachung und Entrechtung in die nächste Runde. Es wird haarig. Der Familiennachzug kommt, ob mit großer Koalition oder bunter und noch schamloserer Paktiererei.  

Die Propagandamaschine läuft. Wiederholungen, Lügen, Weglassungen. Vierundzwanzig Stunden am Tag, dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr. Mir ist völlig unklar, wieso die Repräsentanten des Staates und der Parteien, der Kirchenvertreter und der Verbände, noch immer nicht durchschaut werden, obwohl sich ihr schäbiges Tun und Lassen bereits deutlich in ihre Physiognomie eingebrannt haben. Man muß doch kein Fachmann für Blickdiagnosen sein. 



Jana Hensel könnte meine Tochter sein. Aber was heißt das schon? Sie sieht nett aus, hat einen Sohn und nix weiter. Ach doch. Sie schreibt Bücher. Eins davon wurde ein Bestseller. Es heißt „Zonenkinder“ und ich habe es  nach Erscheinen gleich gelesen, weil ich wohl damals bei Hugendubel, vielleicht durch irgendetwas benebelt, annahm, ich sei auch ein Zonenkind. Ähnliche Gedanken müssen vielen Lesern gekommen sein, denn es ist ein gut verkauftes Buch mit ausgesprochen vielen negativen Rezensionen. Ich habe sogar die CD gekauft. Das würde ich heute gerne abstreiten, wenn diese Scheibe nicht vor mir läge. Frau Hensel hatte ich schon längst vergessen, ohne eine Wertung abgeben zu wollen. Sie hatte mich mit Buch und Audio-Datei einfach nicht berührt. So ewas soll es geben. Ich bin zudem nicht der Typ, der Haare in einer Suppe findet, schreit und sein Geld zurückhaben will oder dergleichen. Ich gucke nur und dann gehe ich weiter. Über dieses verflixte Internetz kam jetzt plötzlich Jana Hensel wieder zu mir. Sie las mir einen offenen Brief vor. Schon bei den ersten Sätzen wußte ich, daß  Journaille ihn veröffentlicht haben mußte. Tja, es ist ein Kreuz mit Blickdiagnosen. Es geht in diesem Gejammer darum, daß sie nicht versteht, warum Merkel den Brüllern und Pfeifern bei einem Walkampfauftritt nicht ihre Meinung gegeigt habe. Die Diktion des Briefes ähnelt haargenau der des Buches „Zonenkinder“, aber ich bin nicht wieder wie damals gleich eingeschlafen, weil ich wahrscheinlich gedacht hab: Mensch, spinne ich oder die? Na ja, ich hatte ja nix gemacht und war mir daher keiner Schuld bewußt, aber dann habe ich einmal geguckt, wann diese Frau geboren wurde und wo sie aufgewachsen ist. Ich muß jetzt auch sagen, daß das Internetz nichts vergißt. So habe ich erfahren, daß sie tatsächlich zu einer Generation gehört, die ich heute mit einigen Erfahrungen als eine schon etwas verlorene Generation bezeichnen würde. Die würden nicht wie Hans und Gretel wieder nach Hause zum Vater finden, wenn man sie aussetzte. Meine Meinung ist aber nicht wichtig, sie interessiert mich ja selbst kaum. Jana Hensel hat in einem Interview tatsächlich gesagt, daß sie sich schäme, in Leipzig aus dem Zug auszusteigen, weil die Durchsagen des Bahnhofsprechers so schrecklich sächsisch klängen. Und just in diesem Augenblick sprach mich diese Trine persönlich an. Sie ist satt geworden mit einem Einschlafbuch, was fast niemandem gefiel, bekam dann Förderpreise, und ich kann mir denken, von wem, und jetzt versucht sie in ihrer abgestumpften, linksgrün gestrickten und aus meiner Sicht hoffnungslos verirrten Hammelherde den Kopf ein wenig zu erheben, um zu schauen, wo es noch vom Steuerzahler bezahlte Weidegründe gibt. Die ganze Sache ist einfach peinlich und ich hätte mir hier jetzt diese unfreundlichen Bemerkungen gerne verkniffen, wenn die Jana Hensel ein ganz klein wenig geschätzt hätte, woher sie kommt. Dann wäre es mir auch schnurz gewesen, daß sie vorgibt, keine Ahnung davon zu haben, warum die Leute Madame M. (ist keine gute Mutter) anbrüllen, auspfeifen und zum Abhauen auffordern. 

Damit ich es nicht vergesse, mache ich mir einen klitzekleinen Verweis zu diesem Zeugnis des Versagens einer ganzen Generation. 

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-09/angela-merkel-finsterwalde-wahlkampf-demonstranten-brief



Für (pour) das Tagebuch (le journal) heute (aujourd’hui) ganz (assez) wichtig (important) festzuhalten (fixer, constater): Wieder (de nouveau) in der Werkstatt (le garage) gewesen (été). Ein Scheinwerfer (un phare) war hinüber (fichu). Großer Andrang (une cohue), aber (mais) die nette ( gentille et jolie) Dame vom Empfang (un accueil) sieht  über alle anderen hinweg (voit par-dessous des autres) zu mir, kommt (vient) plötzlich (brusquement) mit (avec) une lampe (Lampe, Glühbirne) in der Hand ( dans la main) zu mir (chez moi) ans kleine Schwarze (à la Petite noire) und bittet (demande) mich lächelnd (souriant), die Motorhaube ( le capot) zu öffnen (ouvrir). Die Glühbirne (une ampoule) habe ich dann chirurgisch gewechselt (changé) und sie sagte: Ça marche (es funktioniert). Frankreich lebt noch (encore), trotz (malgré) Mac(a)ron ( Schnecke) und der EU.



Warum fällt mir heute eine Begebenheit aus meiner Zeit im Lehrlingswohnheim ein? Nicht, weil ich daran denke, warum ich dort ein mich prägendes Jahr erlebte.

Dort lernte ich das sogenannte autogene Schweißen mit Azetylen. Andere das elektrische Schweißen. Wir waren im Schnitt sechzehn bis siebzehn Jahre alt und einige von uns ganz bestimmt noch nicht trocken hinter den Ohren. 

Kurz, ein für seinen Schabernack bereits bekannter Lehrling aus Berlin, der Hauptstadt der DDR, füllte in der großen Werkhalle, die aus einfachen dünnen Platten und schmächtigen Pfeilern bestand, Azetylen in einen Luftballon, verschnürte diesen und hielt einen glühenden Schweißdraht daran. Die Halle und wir haben es ganz gut überstanden. Er verlor Augenlicht und Gehör. Was für eine Explosion. 

Diesen Gestank und diesen Knall, das Entsetzen und seine Schmerzen werde ich nicht vergessen. Auch nicht die Unsicherheit, die sich in der wackligen Halle breitmachte. So etwas in der Art liegt heute in in der Luft, denke ich für mich.



Backe, backe Kuchen,

Der Bäcker hat gerufen.

Wer will guten Kuchen backen,

der muss haben sieben Sachen,

Eier und Schmalz,

Zucker und Salz,

Milch und Mehl,

Safran macht den Kuchen gehl!

Schieb, schieb in’n Ofen ’nein.


Das ist mehr als nur ein gefälliges Kinderlied, es ist auch lehrreich außerhalb von Küchen überall dort, wo die Chemie stimmen muß, damit es schmeckt oder zuwenigst und überhaupt genießbar wird, was man da so mehr oder weniger gedankenverloren zubereitet. Aus dem Reim gehen die Zutaten hervor, die benötigt werden, um einen Kuchen zu backen. Lassen wir den Safran meinetwegen weg, denn heute findet sich in Haushalten regelmäßig eine weniger am Geschmack orientierte Einrichtung nicht nur der Küchen. Und bei meiner Großmutter hätte ich gar nicht erst sagen müssen, daß mir der Sinn nach Rosinen ist, denn wir lebten nicht im mediterranen Raum und hatten nur ganz einfache Sachen. Zugegeben, die Rosinen schickte ihre Schwester aus Altona, aber die waren, wenn ich jetzt mit langsam sich befeuchtendem Gaumen daran denke, wohl in der Art wie Safran nicht essentiell für Kuchen. Safran und Rosinen können also als  exotische Zutaten mit deutlichem und durchaus eigenem, wenn nicht gar eigenwilligem Geschmack, angesehen werden und sind durchaus verzichtbar und niemand ist doch gleich ein Nazi, der solcherlei  verkündet.

Sehen wir uns die anderen Bestandteile an und fragten in eine Grundschulklasse- nicht in dieser Zeit, eher in einer aus dem Mittelalter, dann könnten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zumindest viele Mädchen diese rasch aufzählen. Lachend, wenn sie davon genug im Hause hätten und betrübt, wenn diese Mangelware wären. Fragte man diese noch nicht durch Funkwellen, anderen Schnickschnack beeinträchtigten Kinder auch noch danach, ob es gleichgültig sei, in welchem Verhältnis man die Ingredenzien zu mischen hätte, so wäre das ebenfalls zügig geklärt. Die besten von ihnen würden allenfalls ein paar Abweichungen erwähnen, aber eben nicht davon ausgehen, daß es einerlei sei, wie das Mengenverhältnis aussieht. 

Wir sind immer noch beim Kuchen, obwohl phantasievolle Köpfe sich jetzt durchaus eine Eierpampe, einen harten Kloß oder eine glitschig-fette Masse vorstellen könnten. Vertrauen wir auf mindesten hundert Jahre Erfahrung unserer Mütter und machen wir keine sinnlosen Experimente mit Varianten in der Mischung, uns würde übel werden oder die Zähne bekämen einen Schaden. Bestenfalls.

All das trifft bekanntermaßen auch auf leckere Soßen zu, ach was, auf alle Rezepte, die überlebt und mit Freuden weitergegeben werden. 

Ich bin mir sicher, daß diese elementaren Kenntnisse auch gelten, um eine Gesellschaft bunt und verträglich, gemischt und gesund zu entwickeln. Die richtige Mischung macht’s. 

Alles andere wird mißlingen. Jedes Extrem birgt die Gefahr in sich, daß wichtige einzelne Zutaten an den Rand gedrängt oder andere dominieren. Dann schmeckt es überhaupt nicht und niemand hat etwas davon. Zumindest keiner von denen, die wir kennen. Abgesehen davon, daß es schon am Überkochen ist und sehr unangenehm brenzlig riecht. Um nicht zu sagen, es stinkt bereits gewaltig.



Geschmacklos ist nun kein großes Wort. Doch findet es gleichsam wie von Zauberhand seine Subjekte. Besonders leicht fällt es dem steifen Adjektiv, bei der Journaille zu wüten. Dort kommen ihm allerdings  weitere gar nicht so kleine Worte zu Hilfe; wie unanständig, ungehobelt, impertinent, ekelhaft, dumm und dreist, dick und doof, bescheuert, hinterfotzig, unverschämt, widerwärtig, schal und fad, taktlos, unhöflich und plump. Wenn sich jetzt noch ein paar Verben wie zum Beispiel verbieten, entsorgen, ohrfeigen, abwatschen, davonjagen, entgiften, putzen, kehren und aufräumen- einfänden un sich diesem taffen Trüppchen anschlössen, schwupps, dann sähen wir vielleicht das kleine aber feinere Wörtchen geschmackvoll vor uns. Vielleicht, denn die Zauberlehrlinge beherrschen diesen Trick wahrscheinlich noch nicht richtig.



Wer gut die Augen davor verschließen kann, daß es die natürlichste Sache der Welt ist, wenn alles den Bach runter und nicht rauf geht, ist klar im Vorteil. 

Mir fällt allerdings jetzt ein, was ich über den Lachs gehört habe. Er soll der einzige Fisch sein, der auf seiner Reise gegen den Strom zum Laichen und zum Sterben Höhenunterschiede von zwei bis drei Metern kraftvoll überspringen kann. Es wurde auch berichtet, daß dieser Kraftfisch, sich von Klippe zu Klippe hangelnd, in Wasserfällen bis fünfzehn Meter nach oben gelangt. Dieses schöne Naturphänomen steht in einem krassen Widerspruch zu dem, was man wahrnimmt , wenn man nur kurz die Augen in der Hoffnung öffnet, es möge diesmal anders sein. Zugegeben, es gibt auch witzige Momente, nämlich die, wenn Serge Menga einige Leute aus der Kaste im Zusammenhang mit Journaille als "Pappnasen in einer Bananenrepublik" bezeichnet. Man kann diese Leute aber nun bezeichnen, wie man möchte, das ist dennoch vom Verhalten der Lachse meilenweit entfernt. Aus der Sicht eines Kraftfischs wäre es nun wahrscheinlich besser, sich wenigstens in einer Gruppe stark zu machen, um den minderwertigen Krawallmedien den Geldhahn zuzudrehen und die Rundfunkgebühr - was für ein liederliches Wort für unanständiges Zwangsfernsehen - zu verweigern. Lachse sind stumm und springen ... Was reimt sich darauf? 

Menschen sind vielleicht gar nicht für so etwas gemacht. Wenn man die Sehschärfe des menschlichen Auges mit der eines Falkenauges vergleicht. Was stellt man fest? Auch mit einem guten Fernglas wird das nichts. Wenn man die Hörempfindlichkeit vergleicht? Fast jedes Tier hört besser. Vielleicht der Elephant nicht, dessen große Ohren ihm in erster Linie Luft zufächern sollen? Und wenn man jetzt noch anfängt, an Wahrnehmungsstörungen zu denken, dann stellt sich doch nun wirklich die Frage, was der Mensch mit seiner Hirnmasse alles so anstellt. Die Wahrnehmung dient im Tierreich dem Leben und dem Überleben. Für den Falken kann es wichtig sein, Tauben in einer Entfernung von acht Kilometern zu sehen. Der Mensch läßt liefern und erinnert mit diesem Verhalten doch ganz deutlich an die mit dem Kopf nickenden und dergestalt Futter pickenden Tauben im Park und Georg Kreislers Lied. Diese Beispiele könnten in einer Liste wahrscheinlich so unendlich erweitert werden, daß alle Druckertinte der Welt nicht ausreichte, um dieses Vorhaben erfolgreich zu Ende zu bringen. 



Die Tagen werden wieder kürzer, wie der Volksmund mit seinem Hang zur mitunter naiven Heiterkeit gerne behauptet. Dann schreibe ich am fröhlichsten Weltmeer gerne ein paar Texte mit Spuren von Ironie. Mir ist vor Kurzem wieder aufgefallen, beziehungsweise ich habe mich daran erinnert, daß es in vielen medizinischen Fragen eine große Diskrepanz gibt zwischen dem, was man zu glauben oder zu wissen meint und dem, was man wissen könnte, müßte, sollte, um einen tatsächlichen Nutzen davon zu haben. Mal am Beispiel der Patienten. Viele fühlen sich durch "das Internet" bestens informiert. Mit einem üppigen Suchergebnis  auf diffuse Anfragen bei Google. Daß Zensur jetzt nicht automatisch die Falschinformationen filtert, darf man voraussetzen. Fast jeder Scharlatan ist ja mindestens seiner Landessprache mächtig und das Angebot an denkbarem Krimskrams ist nahezu unerschöpflich. Viele wissen aber auch durch ihre Recherche tatsächlich in Detailfragen gut bis sehr gut Bescheid. Sie verwenden offenbar ihren eigenen Qualitätscheck für Internet-Informationen und suchen gezielt auf den richtigen Seiten. Das freut ihre behandelnden Ärzte immer außerordentlich und trägt wie fast alles andere zur Vertrauensbildung bei. Bald kommt ein Mediziner - ganz ohne Ausbildung- auf  vier Einwohner. Das kann auch in vielen anderen Bereichen des Lebens Schule machen. Bildung, Information, Politik.

Mit der Wende kamen übrigens die praktischen Ärzte. Oft ohne abgeschlossene Facharzt-Ausbildung, aber mit der Lizenz  wie 007 zum, nein, das ist mir nur so rausgerutscht, aber fast alles und jeden "verarzten" zu dürfen. Auch Kinder. Bei jungen Säuglingen gehört im Rahmen der Entwicklungsuntersuchungen der Hüftultraschall bis heute dazu, weil viele die klinische Untersuchung der Säuglingshüften nicht mehr beherrschen und die Hüftdysplasien nicht zeitig genug erkannt werden. Es gibt also im Prinzip ein Screening-Verfahren, welches enorme Kosten verursacht, beträchtliche Mängel in der Ausbildung verdeckt und eine sehr gute Innovation, die der Ultraschall nun einmal ist, etwas in Verruf bringt. Die Herzspezialisten retten das Ganze allerdings auf höchstem Niveau. Als ich nämlich zusehen konnte, wie eine Koronararterie gereinigt und mir ein Stent eingesetzt wurde, sprangen mir vor Begeisterung fast die Augen aus dem Kopf. Herzkatheter kann ich jetzt also allen empfehlen. Für zehntausend Euro weiß man dann, daß das kleine Kranzgefäß wieder frei ist. Kassenpatienten und Migranten bekommen es bestimmt billiger, wenn nicht gar geschenkt. 

Andere Vorsorgeuntersuchungen führen nun aber zu wirklichen Problemen und erfüllen fast durch die Bank nicht die Erwartungen, die an diese gestellt werden. Der wichtigste Grund dafür liegt darin, daß es keine Vorsorge, sondern im besten Fall eine zufällige Früherkennung ist. Es werden selten Vorstufen der gesuchten Erkrankungen erfaßt und dementsprechend profitieren gesunde Menschen auch selten von diesen Untersuchungen. Einen Schaden wegen Falschbefundung, Überdiagnostik und Übertherapie erleiden hingegen wesentlich mehr. 

Zu Mammographie, Glaukom und Prostatakarzinom-"Vorsorge" gehe man auf die Seiten des Arznei-Telegramms und überprüfe dies. Das schmucklose Blättchen mit brisantem Inhalt finanziert sich durch Abonnenten, es legt Wert auf Offenlegung von Interessenkonflikten und Wert auf exakte Studien. Andere Seiten mit solch hoher Glaubwürdigkeit sind mir im Internet nicht aufgefallen. 

Nun haben wir es zur Zeit mit einigen geschichtsträchtigen Phänomenen zu tun. Da sind nur als Beispiel die hervorragend gelungene Energiewende und das empathische Eintreten der Impflobby für Menschenrechte, flankiert von immer offener werdenden Diskussionen und freier Rede, besonders in Nürnberg, um Nürnberg und um Nürnberg herum. Ganz besonders auch in täglichen Talk-Shows auf hohem Niveau mit gebildeten und anständigen Gästen.

Der kleine Ausflug zum Thema Hellsehen und beginnende digitale Demenz ist hiermit vorerst zu Ende. Noch ein Blick in die Zukunft. Dank der vielen fleißigen Wissenschaftler und Ingenieure wird man bald in der Lage sein, überall kranke oder insuffiziente Organe oder Organteile auszuwechseln. Wenn man dann noch die eingebaute Obsoleszenz berücksicht, kommt es zu heftigem wirtschaftlichen Aufschwung. Ein RFID-Chip wird dazu beitragen, dies alles artig zu koordinieren. 



Ein neuer Tag, eine neue Woche, ein neuer Monat. Es ist an der Zeit, sich wieder Erfreulichem zuzuwenden und sich zu erinnern, daß es ja ein witziges Sterbetagebuch werden soll. Es lebe die Heiterkeit. Moment, was war das denn? War das das Mittel gegen Gicht, Rheuma und schlechtes Wetter? 

Mir wird gelegentlich ganz freudig erstaunt gesagt, wie schön das doch für mich sein müsse, noch beide Eltern zu haben. Das ist wirklich schön und besonders wunderbar sind die Momente, in denen ich mich via Internet-Telefonie davon überzeugen kann, daß es ihnen mit ihren mehr als achtzig Jahren tatsächlich recht gut geht. Wenn ich mit meinem Vater spreche, der äußerst leger gekleidet vor seinem tragbaren Rechner sitzt und mit silbrig leuchtendem und vollem Haar gut aufgelegt zahlreiche heitere Episoden aus unserem gemeinsam verbrachten  Leben erzählt, dann bin ich besonders gern und dankbar ihr großer Sohn. Es hat mich immer begeistert, auf welchen Fundus meine Eltern zurückgreifen konnten und noch können. Vom Leben in ihrer Zeit arg gebeutelt und dennóch unverwüstlich konstant vom Glauben an Werte geprägt. Dadurch die Contenance bewahrend und mir damit auch jetzt wieder helfend. Sie haben sich immer Sorgen gemacht um ihre Kinder und ihre Enkelkinder. Die sich jetzt plötzlich einstellende Frage, wo sind andere sich sorgende Eltern eigentlich hin, muß ich wohl grimmig lächelnd wieder in die klemmende Schublade meiner Erinnerungen stecken, voir en haut.

Es ist aus heutiger Sicht fast ein wenig schwarz-witzig, daran zu denken, daß wegen einer als simpel eingeschätzten und aus geringem Anlaß eingeleiteten ambulanten Operation ein Herzstillstand eingetreten war, aber nur, weil es glimpflich ausging. So verhält es sich auch mit überstandenen schweren Erkrankungen. Hinterher lacht man, vorher eher nicht, zumindest nicht ohne weiteres. Und wenn man sich daran erinnert, wird man feststellen, daß es ein Segen ist und eine Gnade, daß sich Kinder an ihren Eltern erfreuen und diese sich andersherum ebenso. Wenn meinem Vater aus dem Stegreif heitere Aphorismen einfallen und er den Autor auch noch benennt, dann ist uns nicht Bange. Wenn wir beide uns darüber freuen, gemeinsam und herzlich lachen zu können, dann machen wir uns keine Sorgen. In dem Moment. Über gar nichts.



Fragmente – von Roi Henry mit Beiwerk von Frank Jordan 

Weil das hier eine Art fröhliches oder zumindest witziges Sterbetagebuch werden soll, werde ich heute … Mein Gott! Was denn, wenn, was bleibt, in jenen Krampf reinfliesst, der da heisst „Contenance wahren“? Eine Art von Fassung? Wenn die Fassungslosigkeit grösser wird als du selbst, der Pulsschlag der Leere?

Wie sie abwehren, sie füllen? Mit beissendem Spott? Alles gut Leute – alles halb so wild. Wir sind heute so frei wie damals. Die DDR – das war auch nicht so schlimm. Wir waren auch frei. Wir waren immer frei. Ich kann ein Lied von dieser Freiheit singen. Es trällern – erst an der Gitarre, später an der Grenze nach West-Berlin. Geflüchtet vor dem Übermass an Freiheit in die neue Heimat. Wir waren damals derart frei, dass man uns nur zu schubsen brauchte, und schon verrieten manche alles. Nur Geduld, er kommt wieder, dieser Exzess an Freiheit. Und bis dahin: „Ach, trinkt doch, Freunde! Werft Gläser an die Wand! Flucht, so laut es geht! Stellt lärmend eure Regierungstreue unter Beweis!“ (Solschenizyn)

Sie haben keine Ahnung, wovon ich rede, nicht war? Wie auch? Sie haben keine Ahnung, wie Zersetzung und Propaganda funktionieren. Man möchte Ihnen gratulieren ob der Unbeschwertheit, in der Sie leben, aber man kann es nicht. Weil heute wieder derselbe Fehler begangen wird, den Mitläuferschaft stets begeht – ihre einzige Tat vielleicht: Gleichgültigkeit. Sie sagen, es sei bloss eine Haltung? Nein, halte ich dagegen – für eine Haltung entscheidet man sich. Also ist sie Tat. Ihre Tat. Unsere. Ist es Dummheit oder Kälte? Völlig egal beim Blick in Kinderaugen. So wird man zum Henker. Wie werden sie zurechtkommen in dieser bunt zerstörten Welt? Wie werden sie Ali oder Mustafa ihre Grenzen zeigen, wenn sie nicht wissen, was Grenzen sind? Wie sich wehren gegen Gewalt, auf die man sie nicht nur nicht vorbereitet, die man ihnen vielmehr verschwiegen und verboten hat?

Man konnte übrigens wirklich nicht alles lesen damals, nicht alles sehen, nicht alles hören. Genug aber allemal. Schon während des Studiums stellten einige fest, dass ein Parteibuch des SED helfen konnte bei vielem. Für alles andere gab es Scheuklappen. Auch ich legte mir ein paar an die Augen, kultivierte Zerstreutheit und hatte nie grosse Probleme, der Stasi aus dem Weg zu gehen. Abgesehen von der Mitschuld durch Schweigen und Eigeninteressen blieb man so relativ sauber. Das ist so üblich in Diktaturen. Man ist erledigt, wenn man sich gegen das System, die Spielmacher, die grosse schweigende Masse stellt.

Wenn man uns nur fragte! Wir könnten euch sagen, wohin die Reise geht und wozu sie führen, die Scheuklappen. Ich rettete mich damals, als die Stasi noch Stasi genannt wurde, mit einer ausgemachten Stieseligkeit. Ich rettete mich, indem ich stoisch vorgab, Medizin studieren und Arzt werden zu wollen. Ich konnte auch gut stottern und habe mich ausmustern lassen. Das ist nicht heldenhaft. Aber ist es feige, wenn überall Scheuklappen rumliegen? Wer zwei Paar davon nimmt, kriegt das dritte gratis. Ich hatte wegen der Medizin keine Zeit für Schwedt oder Bautzen.

Und heute? Dasselbe – keine Zeit. Wir wundern uns über den einen oder anderen Streifen am Himmel, aber dann gucken wir wieder nach unten, zurück oder verschließen unsere Augen. Würden wir uns auch so verhalten, wenn plötzlich jeden Tag mehrere Kängurus über unsere Wege hüpften? Es ist anzunehmen. Sie wären ebenso schnell inkludiert, wie die messerstechenden, machetenschwingenden und amokfahrenden Zeitgenossen. Alles Gottes Geschöpfe. Wie der Wal, das Nashorn, die Tarantel, der Kugelfisch, die Beutelratte. Wie die Politiker, die Journaille, der Klerus und die Untertanen.

Mein Abitur habe ich im Abendstudium an der Volkshochschule erworben. Es war billig und kostete pro Semester nur achtzig Ostmark. Wir lernten damals nicht, dass die Erde flach ist, dass alle Menschen gleich sind und dass der Islam eine Friedensreligion ist, die zur DDR gehört. Wir lernten anderes und haben uns nicht gewundert, dass Flüchtlinge an der Grenze erschossen wurden, nicht darüber, was politische Häftlinge zu berichten hatten und schon gar nicht darüber, dass erst Rentner über die Grenze in den Westen gelassen wurden. Das war es, was wir wussten. Jeder, der nicht auf den Kopf gefallen war. Und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich genügend Menschen fanden, die Montags demonstrierten und kundtaten, dass sie nichts , aber auch gar nichts zu verlieren hätten, wenn Honecker nebst Gattin nach Chile verschwände, die Grenze geöffnet und die DM-Mark Zahlungsmittel wäre. Man kannte zumindest den Begriff Freiheit. Hatte eine vage Ahnung davon.

Und heute? Fast scheint es, als hätten wir erneut das Mass verloren. Das Mass für Freiheit. Jeder weiß das oder jeder könnte es sehen, wenn es ihn interessierte. Es schlackern dem alten Ossi die Ohren vor Verwunderung darüber, was alles möglich ist, wenn man mit Geduld und Geld den Kompass der Untertanen verstellt. Während Information und Emotionen längst inflationiert sind, ist der gesunde Menschenverstand ist auf der Strecke geblieben. Nein, er ist nicht einfach auf der Strecke geblieben. Er wurde aberzogen – bewusst getötet. Ansonsten wüsste jeder: kein Mensch braucht einen Staat und unendlich viele Schmarotzer. Und er wüsste: „Alles, was ich Euch gebiete, das sollt Ihr halten und danach tun. Du sollst nichts dazutun und nichts davontun.“ 5. Mose 13.1

Heute sind die Maulkörbe schon angeboren, die Scheuklappen werden anerzogen, angefördert und angebildet. Man möchte bloss eines: Schnell und weit laufen. So schnell und so weit man kann. Wozu? Um allein zu sein, wenn die meisten zurückbleiben? Um von fern sich davon zu überzeugen, dass die Kinder nicht nur weinen, sondern leiden werden?

Jetzt ist sie wieder da, die Fassung. Ramponiert zwar, geschunden, sitzt sie in der Ecke. Es reicht. Ich werde mir nicht das Herz und Hirn fressen lassen. Nicht von der Angst, nicht von schweigenden Menschen. Nicht von der Ahnungslosigkeit und von geschlossenen Mündern. Von keiner Ideologie, die immer, immer Rechtfertigung ist. Für alles.

Hat irgendjemand wirklich geglaubt, dass ich mir das noch einmal gefallen lasse?



Mein Gott, wie schüttelt es mich täglich, wenn ich die Augen öffne und schweißgebadet erwache. Ein dummer Affenstall ist Kultur gegen das, was man nicht nur in Deutschland zu sehen bekommt. Es ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten, es ist krankes Zurschaustellen von Leichenteilen.

Der Gedanke an Friedfertigkeit, den Dr. Daniele Ganser zu verschwenden scheint, ist nicht verschwendet. Soviel ist sicher. Gott wird es sich nicht gefallen lassen, daß man so widerwärtig dem Menschsein lästert. Adam und Eva waren keine Affen. Auch wenn das die Journaille offensichtlich fordert und viele das nicht verstehen.



Wenn man das Land verläßt, das man liebt, kann man das Weggehen wohl nicht als Liebeserklärung bezeichnen. Als die Stasi noch Stasi genannt wurde, zu dieser Zeit konnte ich mich mit einer ausgemachten Stieseligkeit retten, indem ich stoisch vorgab, Medizin studieren und Arzt werden zu wollen. Ich konnte auch gut stottern und habe mich ausmustern lassen. Das ist nicht heldenhaft, aber es ist eben auch nicht feige. Wozu gibt es denn Scheuklappen? Ich hatte wegen der Medizin keine Zeit für Schwedt oder Bautzen. Aus heutiger Sicht fehlt mir Hafterfahrung überhaupt nicht, denn wenn man erkannt hat, daß Maulkörbe inzwischen angeboren werden, dann sollte man so schnell und weit laufen, wie man kann. Leider bleiben viele zurück, man kommt sich einsam vor. Und wenn man dann ein Buch wie „Der Turm“ liest, dann kommt alles wieder hoch. Die Piefigkeit, die Verkniffenheit, der Untertanengeist in jeder Zeit. Damit werde ich nicht fertig werden. Gewiß, mich hört niemand, auch wenn ich gnädiger urteile. Ich lese auch hoffnungslose Opportunisten wie Klonovsky und Barthels. Die gehören immer dazu, wenn man etwas in die Tonne treten möchte. Alleine schafft man es nicht, den Müll zu entsorgen. 



Wir werden es uns nicht gefallen lassen.

Brief eines Namenlosen an den berühmten Wessi. 

Ich habs mit Blickdiagnosen, weil sie meinem Verständnis von Abstraktion und Verstehen am nächsten kommen. Viele haben keine Kinder. Ich habe Kinder und ich denke, daß diese in Zukunft nicht nur weinen, sondern auch fürchterlich leiden werden. Man hofft auf ein Wunder und weiß nicht, daß das Wunder in einem selber schlummert. Ich habe keine Ahnung, wie das passsieren konnte, aber jetzt haben wir den Schlamassel. Wir haben Hitler nicht verhindert, wir werden den zweiten Hitler nicht verhindern. Welche Kräuter muß ich nehmen, um etwas tröstlicher zu schreiben? 

Ich gehe davon aus, daß Sie keine Ahnung haben vom Leben in der DDR. Die hatten ja selbst die naiven Bürger damals nicht. Begriffe wie Loyalität wurden damals so scharf geschliffen wie Diamanten. Das fehlt heute. Es ging allerding im Alltag lediglich um den gemeinen Verkauf seiner Ehre. Das wird bleiben, auch wenn die Journaille anders tönt und die Mitläufer zu allem schweigen. Sie haben keine Ahnung, wie Zersetzung und Propaganda funktionieren. Man möchte Ihnen gratulieren ob der dummen Unbeschwertheit, in der Sie aufgewachsen sind, aber man kann es nicht, weil Sie heute wieder den gleichen Fehler begehen, den alle Mitläufer machen. Sie wählen die Gleichgültigkeit. Eiskalt oder dumm, aber das ist völlig schnuppe, wenn wir auf unsere Kinder schauen, die nicht abgetrieben wurden. Werden diese zurechtkommen in dieser durch Multikulti völlig zerstörten Welt? Werden sie in der Lage sein, dem Ali oder dem Mustafa seine Grenzen zu zeigen, wenn er ihre Frau begehrt? Und selbst wenn Schweinefleisch ungesund sein sollte, wäre es nicht Ihre Pflicht, dafür zu sorgen, daß es die Tiere guthaben? Ich weiß nicht, was Sie für Drogen nehmen, aber ich denke, auch Sie wird es nicht retten, wenn Sie sich dem Islam unterwerfen. Viele Romane wurden damals im Westen nämlich nur veröffentlicht, weil ihnen der Ruf des Verbots vorauseilte. Steht Unterwerfung nicht dem Frieden, den diese „Religion“ Islam ausstrahlt, im Wege? Wie kann es sein, das kleine Mädchen alte Männer heiraten müssen? Wo sind Sie, der weltweite Gerechtigkeit fordert? 

Man konnte übrigens wirklich nicht alles lesen, nicht alles sehen, nicht alles hören. Die DDR war ein richtig brutales Gefängnis. Wie Ihr Kopf. Sie kennen die Stasi nicht. Gucken Sie den Film „Der Turm“.  Sie wissen nicht das Geringste. Und Ihre Ahnungslosigkeit soll uns unser Leben kosten? Das glauben Sie doch selber nicht, daß wir uns das auch noch gefallen lassen. 



Der Atlantik sieht jeden Tag ein bißchen anders aus, trotzdem bietet er durch seine duftende  und rauschende Präsenz Halt. Gewiß, er gehört zum nassen Element, aber selbst dieses Wissen schreckt mich nicht. Ich denke nicht daran, daß man in ihm ertrinken kann, ich denke an das Leben mit ihm und durch ihn. Obwohl ich ihn jetzt bereits mehr als tausendmal nicht nur gesehen, sondern auch mit jedem Sinn gespürt habe, kann ich sagen, daß er mich bestimmt noch weitere tausendmal überraschen wird. Mir gefällt, wie er mir davon erzählt, daß es schon seit Ewigkeiten Ebbe und Flut gibt. Mir gefällt seine unbändige Freude, das Land zu zerzausen und ein paar Hanseln darob in Aufregung zu versetzen. Mir gefällt , wie er mir am Abend die Gewißheit gibt, am nächsten Tag wieder für mich, meine Augen, für meine Lunge, für mein Herz dazusein. Womit wir bei Illoyalität wären. Was ist das eigentlich? Das Lexikon erschöpft sich in Aufzählungen wie Treue, Zuverlässigkeit, Ergebenheit, Gesetzestreue, Aufrichtigkeit, Achtbarkeit, Anstand, Anständigkeit, Pflichtbewusstsein, Pflichttreue, Ehrenhaftigkeit, Redlichkeit, Rechtschaffenheit, Lauterkeit, Fairness, Integrität und Unbestechlichkeit. Na gut, ein Lexikon kennt keine Emotionen, es beschreibt alles nüchtern und damit unvollständig. Was mich an dieses wunderbare Meer verschlagen hat? Die Flucht vor Illoyalität, vor Unrecht und vor offenem Verrat durch diejenigen, denen man für gewöhnlich am meisten vertraut. Es hat niemals irgendjemanden interessiert. Beim Atlantik bin ich mir sicher, daß er mich versteht. Zum Beispiel watscht er gerne Deppen ab, die nicht begreifen wollen, daß er gewaltige Kraft hat und sie schwächer sind als er. Er bildet kleine Strandseen, in denen sogar Säuglinge gebadet werden können. Er mag die Menschen. Er nimmt sich nur Bauten, deren Bauweise ihn verlachen möchte. Trotzdem weiß er, was Humor ist. Für mich sieht es immer aus, als ob er schmunzelt oder lächelt. Ich hoffe, daß er meine Erfahrungen mit Illoyalität langsam, aber vollständig ertränkt. 



Macht es Sinn, sich über den Begriff „entsorgen“ zu echauffieren, wenn er  bei einem einfachen Schlagabtausch verwendet wurde und er doch aber tausendfach treffender beschreibt, was mit durch Abtreibung getöteten Kindern passiert?

Was war noch? Müll, Müll und nochmals Müll. Wenn man die Staatsquote,  das ist für mich die Zahl derer, die ihre Hörigkeit zu Geld machen, berücksichtigt, werden viele deshalb Merkel wählen, weil sie sich vor Schulz noch mehr ekeln. Es gibt zu viele, die an Geschmacklosigkeit leiden, ohne wirklich zu leiden.



Heute habe ich mir drei reife Sonnenblumen gepflückt. Ungefähr 2000 Kerne kann ich mir schmecken lassen. Es heißt, das wäre das Eiweiß von vier Steaks. Durch das Feld zu gehen ist ein einzigartiges Vergnügen. Die Genialität der Schöpfung riecht phantastisch gut. Man vergißt manchmal, wer einem die Kraft gibt.

Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Johannes 12:46



Wenn man mich fragte, was ich überhaupt nicht leiden kann, dann würde ich immer die fehlende Abstraktionsfähigkeit meiner Zeitgenossen nennen. Danach erst kommt die unehrliche Verkniffenheit. Viele bezeichnen das auch als Rumgeeiere, aber ich finde keine passenden Worte für dieses schwammige und konsequent opportunistische Verhalten der Konformisten. Witzig hört es sich ja an, wenn man es in Fremdwörter verpackt wie einen stinkenden Fisch in Zeitungspapier. 

Inzwischen gehe ich davon aus, daß eine gewaltige Schädigung der geringen Hirnmassen stattgefunden hat und habe dabei das Bikini-Atoll mit den Kernwaffentests vor Auge. 

Was alles so hingenommen wird, es spottet jeder Beschreibung. Man kann es eigentlich gar nicht in Worte fassen, ohne beleidigend zu werden, und das liegt mir wirklich fern. Ich hege dennoch ein wenig  Groll gegenüber den Insuffizienten und den geistig und an Stolz Armen. Mir wird auch übel, wenn ich sehe, wie die im Hamsterrad schon kotzen, aber den Ausgang nicht finden. Wie gesagt, hier handelt es sich um Fragmente und manchmal ist es wohl besser, wenn es Fragmente bleiben. 



Max Erdingers Kommentar, damals, zu meiner Erdbeergeschichte.

Ich mache das mit Franziskaner - Weißbier so ähnlich. Erst spüle ich das Glas gewissenhaft und befreie es komplett von etwaigen Fettspuren. dann spüle ich es unter kaltem, klaren Wasser sorgfältig aus, schwenke das Restasser so gründlich heraus, wie es geht (kein Tuch!) und stelle es auf den Fußboden. Dann öffne ich die Flasche, halte meinen angefeuchteten Finger in die Luft, um zu sehen, woher der Wind wehen würde, wenn einer wehen würde, steige auf einen Stuhl und lasse das Bier unter ständiger Neuberechnung aller möglichen Gravitations- und Ballistikeinflüsse in einem dünnen Rinnsal aus der Flasche ins Glas fallen. Auf dem Weg nach unten verliert es die Kohlensäure, es atmet und gewinnt gerade so viel an Temperatur, dass man hernach noch von kalt sprechen kann. Es dauert ungefähr 15 Minuten, bis ich auf diese Weise das Bier von der Flasche ins Glas bekomme. Während dieser Zeit nehme ich keine Telefonanrufe entgegen. Als es im ersten Stock einmal brannte, konnte mich sogar die Feuerwehr eine Viertelstunde lang am Arsch lecken, während sie unten Sturm klingelte. Wenn das Bier vollständig im Glas ist und sich ein majestätisches Schaumhäubchen anschickt, fast, aber eben nur fast über die Ränder des Glases zu quellen, steige ich herab, nehme den Telefonhörer ab und öffne der Feuerwehr mit der Fernbedienung die Tür. Dabei schaue ich das Weißbier an wie ein IS-Kämpfer die Sexsklavin, die er gerade eingekauft hat. Der Rest dauert keine fünf Sekunden. Mit einem hochzufriedenen, entspannten "Boooaaahhh!" stelle ich das Glas dann auf den Tisch und assoziiere alles mögliche mit den Schaumresten, die an der Glasinnenseite langsam nach unten rutschen. Man sieht: Auch ich bin ein Genießer, der viel vom Vorspiel hält.



Es war einmal, aber vor nicht so sehr langer Zeit, da hatte ich auf einmal so einen Heißhunger oder grenzenlosen Appetit auf frische Erdbeeren. Es war schon Ende Mai, und ich sah in meinem kleinen Laden tatsächlich ein paar Schälchen mit frischen Erdbeeren aus Deutschland. Flugs nahm ich eine dieser kleine Portionen, bezahlte diesmal lächelnd und ging wahrscheinlich schneller als sonst nach Hause. Dort angekommen, wusch ich die leckeren und hübschen roten und herrlich duftenden Früchte  unter klarem Wasser. Dann schnitt ich sie mit meinem kleinen Lieblingsmesser aus rostfreiem Stahl behutsam in kleine mundgerechte Stücke. Das war schon eine Vorfreude.

Anschließend nahm ich ein wenig Zucker und streute ihn vorsichtig auf dieses köstliche Fruchthäufchen.

Ich mußte mich sehr beherrschen, aber ich ließ das Schälchen ein paar Minuten, die mir aber wie Stunden vorkamen, ziehen. Der Saft der Erdbeeren zeigte sich mir wie die aufgehende rote Morgensonne.

Dann goß ich sachte ein kleines Schlückchen Milch darüber und rührte alles ganz, ganz, ganz behutsam um. 

Was soll ich jetzt noch sagen? Ich nahm mir meinen größten Löffel....., und ich aß in einem Affenzahn alles auf. Na ja, ich habe sie eben einfach verschlungen. Noch heute denke ich gerne an dieses Erlebnis, erzähle den Kindern davon, die sich nicht daran satt hören können. 

Ja, so war das damals.



Na ja, wirklich nachgedacht habe ich nicht darüber, warum ich immer alleine dastehe. Vor allem wohl deshalb nicht, weil sich mir diese Frage so nie gestellt hat.

Wenn man mich fragte, warum ich mich immer wieder zum Affen mache, weil ich gerne die mich umgebenden Kinder weiterbringen möchte, dann müßte ich ehrlich antworten, daß ich es nicht weiß.

Jetzt, da ich aber so frech und konkret mit dieser provozierenden Frage konfrontiert werde, fällt mir selbstverständlich ein, wie verworren Mütter über das vermeintliche Wohlbefinden ihrer Kinder denken können.

Früher schickten begüterte Eltern ihre Sprößlinge auf teure Schulen mit strengem Regime. Heute werden bestenfalls Privatschulen oder bezahlter Unterricht als angemessen akzeptiert. Und oft, aber Gott sei Dank nicht immer, ist es den Lehrern egal, ob der Schüler über das Quentchen Grips verfügt, das überhaupt immer erforderlich ist, um den Stoff zu verstehen.

Aber Intelligenz alleine ist ohne die richtige Haltung zum Lernen an sich nutzlos. Das ist so sicher wie das „Amen“ in der Kirche, aber eben dies verstehen manche Eltern leider nicht oder völlig falsch. Guckt man sich das Gros der Kinder an, das in der Schulzeit an Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Asthma leidet, dann fällt auf, daß eine große Diskrepanz besteht.

Einerseits möchten die Eltern, daß ihre Kinder angemessen gefördert werden, aber andererseits möchten sie den Lehrern vorschreiben, wie dies zu bewerkstelligen sei. Das geht nicht, wenn wirklich der Bildungserwerb der Kinder als wichtig angesehen wird.

Und ich bin eben einfach einer, dem Kinder im allgemeinen und im speziellen sehr am Herzen liegen. Die Begründung dafür gebe ich aber nur dem lieben Gott. Ansonsten kann ich nur antworten, ihr könnt mich mal am Arsche lecken und bleibt weiter bildungsresistent.

Dieser Appell geht an alle Mütter, die ihn haben möchten, und aber vor allem an die, die nicht in der Lage waren, ihre Grenzen zu erkennen. 

Bedauerlicherweise verfüge ich nicht oder noch nicht über die notwendige moralische Größe, um einfach so meinen Weg weiterzugehen. Aber irgendwann wird es passieren, daß ich meine schmerzhaften Erinnerungen an diese Kinder vergesse. Und ja, ich verachte alle Mütter, die nicht in der Lage sind, zu erkennen, wenn es jemand gut mit ihren Kindern meint. Und die, die den Kampf gegen ihren inneren Schweinehund so kläglich und jämmerlich aufgegeben haben. Die einfach nicht erkennen wollten, was für ihre Kinder wichtig gewesen wäre, aber beweisen muß ich diese Gründe für meine Verachtung nicht.

Aber darum kann es eben sein, daß ich dann immer alleine dastehe. Na ja. Hier endet die Geschichte wahrscheinlich noch nicht. Ich gäbe ja viel dafür her, daß dem so wäre, aber ich habe nur einen kleinen Bruchteil der Argumente herangezogen, die aus meiner Sicht erforderlich waren, um Klarheit darüber zu erlangen, daß ich eben ein unverbesserlicher Optimist in puncto Kinder bin und auch immer sein werde, so lange ich leben und atmen kann. 

Und wenn ich es recht bedenke, dann habe ich auch die Schnauze gestrichen voll, mir dieses immer gleiche Gekeifere und das dumme Geschwätz derer anzuhören, die glauben, mir so eine Frage um die Ohren hauen zu müssen.

Und das ist dann wohl die Antwort auf die Frage, warum ich immer alleine dastehe.



Zur Langeweile wollte ich auch einmal etwas notieren. Ich weiß noch gut, was Langeweile ist. Zuletzt hatte ich sie im Alter von vierzehn Jahren. Ich wußte nicht, was ich machen sollte. Ich wollte auch gar nichts machen, nur stummen Protest üben gegen alle mir sinnlos erscheinenden Vorschläge meiner lieben Mutter. Ich glaube, Vater hat damals gelächelt. 

Langeweile drückt einen Zustand und ein Empfinden aus. Man fühlt sich langweilig. Dann ist man aber auch langweilig. Wer will denn schon langweilig sein? Studienfach für Feministinnen? Lassen wir das. 

Es gibt eigentlich immer etwas zu tun. Viele dieser Dinge kann man aber nicht irgendwo abrechnen. Zum Beispiel interessiert sich kein Schwein dafür, ob man die Glocke von Schiller, ein Gedicht von Villon oder den Holocaust im Kopfe hatte, als man bequem und scheinbar faul im Sessel  mehr lag als saß. Denken oder die Variante des Nachdenkens sind doch keine Zeitverschwendung, oder? Mit anderen Worten, heute weiß ich nicht mehr, was Langeweile eigentlich ist, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, daß heute viele unter ihr leiden. Auch, wenn diese gut staubsaugen, Wäsche waschen, aufräumen, quatschen und vor allem Wind machen können. 



Eine Frage, über die ich seit geraumer Zeit brüte und welche mich nicht zur Ruhe kommen läßt, weil sie ein bezeichnendes Licht auf eine nahezu völlige Unwissenheit wirft, ist die Frage nach Sinn und Unsinn von Impfungen. Ich will ordentliche Zulassungsstudien.

Nachdem ich vor Kurzem einen noch einigermaßen heiteren Disput mit einem Freund darüber hatte, wollte ich einmal versuchen, Argumente für und wider das Impfen zu finden und diese anschaulich darstellen.

Dieser Ansatz ist nun aber als die eigentliche Schwierigkeit und das Hauptproblem dieses Versuchs anzusehen. Es ist erforderlich, herauszufinden, was der kleinste gemeinsame Nenner ist, wodurch er limitiert wird und welchen Nutzen die Informationen im Endeffekt für jeden haben. 

Es macht allerdings keinen Spaß, festzustellen, daß die Frage nach dem Warum vielen nur bei Krimis wichtig ist, wenn das Motiv des Täters untersucht werden soll. Dem potentiellen Mörder Menschenliebe zu unterstellen, ist nämlich ungefähr so pfiffig, wie anzunehmen, daß börsennotierte Pharma-Unternehmen einzig und allein dem Wohle der Patienten dienen. Ich halte fest, ein generelles Interesse an der Lösung bestimmter Fragen besteht offenkundig gar nicht. Das ist vielleicht schade, aber wir kennen das bereits aus dem Alltag. Während sich einige verzweifelt fragen, wohin die Wahl zwischen Pest und Cholera führen soll, vervollständigen andere ihre Briefmarkensammlung, schalten den Ortungsdienst am Smartphone ein und geben verschiedenen lustigen Apps Zugriff auf Mikrofon, Kamera, Kontakte und Fotos. Vergessen wir nicht die inzwischen etablierte Forderung nach totaler Toleranz für Pigmentierte und Gepiercte. Oder das Verständnis für das Diktat sich bekennender Lesben und Schwulen. Angeblich sei bei Sexualkunde-Unterricht in der Grundstufe Schluß. Wir müssen uns von dieser sentimentalen Quatsch-Phantasie trennen. Es ist eben nicht Schluß.

Sind solche elementar wichtigen Vorgänge wie Wahrnehmung, Differenzierung und Abstraktion erst einmal wesentlich beschränkt, ist eine Umkehr zurück zu dem, was wir Denken nennen, nämlich nicht mehr so ohne weiteres möglich. 

Die Grenze zwischen denen, die noch bei klarem Verstand sind und denen, die dies lediglich unbegründet so einfach annehmen, verläuft leider fließend. 

Also zum Impfen. 

Medizin hat sich an ethischen Normen zu orientieren, nicht an dem, was Marktschreier und Mietmäuler von sich geben. Medikamente sollten mit kontrollierten doppel-blinden oder besser mit dreifach-blinden Studien mit Placebo-Gruppen auf Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet werden. Diese Tests sind wissenschaftlicher Standard, finden aber bei Medikamenten nur ungenügend und bei Impfstoffen gar keine Anwendung. Daher können bisherige Studien ruhigen Gewissens als Betrug bezeichnet werden. Belege finden sich im Arznei-Telegramm. Man muß es lesen, wenn man wissen möchte, ob es unabhängig ist. Man bekommt es nicht gratis wie die Prospekte der Pharmafirmen. 

Es ist allerdings auch nicht von der Hand zu weisen, daß nach Einführung der Polio-Impfung die Kinderlähmung fast völlig aus Europa verschwand und nach der Röteln-Impfung nur noch ganz selten die Röteln-Mißbildungen durch Infektion in der Frühschwangerschaft auftraten. Da das Polio-Virus oral-fäkal übertragen wird, können auch verbesserte hygienische Lebensbedingungen in Europa eine Rolle spielen. Statistiken über infizierte Pflegepersonen von mit Schluckimpfstoff geimpften Kindern gibt es jedenfalls auch nicht nicht. Auch wird nicht diskutiert, was die Zusatzstoffe wie Quecksilber oder Aluminium im Körper anrichten oder eben nicht anrichten. Keine Studien. 

Nun jedoch einen Freifahrtsschein für die Einführung von fast unzähligen Impfungen zu verlangen, spricht einerseits für eine gewisse Skrupellosigkeit der Hersteller, andererseits für skrupellose  Gewissenlosigkeit der verantwortlichen Mediziner, Beamten und Funktionäre. Und wenn man jetzt noch sieht, in wessen Horn die Medien blasen, ist ein Jahrhundertskandal perfekt. Nur einer von vielen.

Es ist ekelerregend, aber letztendlich auch langweilig, das immer an Zahlen beweisen zu müssen. 2014 gab es in Deutschland 444 gemeldete Masern-Fälle. Ein Patient mit einer bis dahin unauffälligen Herzerkrankung verstarb. Die Zeitung spricht in diesem Zusammenhang jedoch von 400 Toten durch Masern täglich weltweit und geht mit keiner Silbe darauf ein, daß die armen Länder der Erde nicht in den Genuß gesunder Lebensbedingungen wie Hygiene, preiswerter Medikamente und ausreichender Lebensmittel kommen. Nicht zuletzt hat man beschlossen, die TBC-Impfung abzusetzen. Wegen Verfälschung des Tuberkulin-Tests und unzureichenden  Impfschutzes. Ich vermute, die Impfung hat sich nicht rentiert. 

Mit Tetanus sieht es ähnlich aus. In Deutschland infiziert sich fast niemand, weil fast niemand mehr Kontakt zu den Erregern hat. In Afrika hingegen sterben angeblich ganz viele Neugeborene an Nabelinfektionen durch Clostridien. Die Impfung soll alle zehn Jahre wiederholt werden, weil der Schutz nachläßt. Woher will man das denn wissen, wenn es keine Studien gibt?

Man muß auch bei der Frage, gegen welche schlimmen Erkrankungen soll geimpft werden, die Kirche im Dorf lassen. Wer Angst vor Herpes zoster im Alter hat, weil diese mitunter sehr schmerzhafte Erkrankung angeblich die häufigste Ursache für Selbstmord bei alten Menschen ist, kann sich doch gerne dagegen impfen lassen. In den USA senkt der Impfstoff angeblich die Häufigkeit um 50 Prozent. Und dies wieder ohne ehrliche Studien. Die Ängste werden via Medien gut geschürt.

Wer jedoch zustimmt, daß ein Kind in den ersten dreizehn Lebensmonaten vierzig Impfungen erhalten soll, ist aus meiner Sicht irgendwie degeneriert und damit selbst für die weitere Beeinträchtigung seiner Nachkommen verantwortlich. 

Mein Fazit lautet:  Wenn die zehn Forderungen an die Durchführung von Zulassungsstudien erfüllt sind, kann man mit den Eltern ergebnisoffene Impfberatungen durchführen und streng individuell impfen oder es bleiben lassen. Eine gesetzliche Impfpflicht sollte der gesunde Menschenverstand ablehnen. Diese Vorgehensweise mag Diktaturen vorbehalten sein.

Der Verweis zu den zehn Forderungen http://www.dagia.org/en-gb/comment/3086



Keine Ahnung, ob die Nachricht stimmt, daß der Islam die Frauenkirche in Dresden zerstören will, aber die Gleichgültigkeit, in der diese Drohung versinkt, befremdet mich. Es wird nicht einmal nur eine mediale Gleichgültigkeit sein oder das typische Arbeiten der Journaille mit Weglassen wichtiger Informationen, sondern eine allgemeine Abgestumpftheit mit glasigen Augen, wirrem Haar und Antriebslosigkeit. In diesem Zusammenhang kann man wohl tatsächlich vom Reifen respektive Faulen am Terror sprechen, so wie das ein Funktionär ausgedrück hat. Das alles ist viel befremdlicher als eine tote Maus in der Champagnerflasche. Man kann sicher ganze Romane darüber schreiben, wo es überall hakt. Hadmut Danisch hat die Andeutung eines Verdachtes geäußert. Es könnte sein, daß viele Menschen bereits mit bestimmten Nahrungsmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln quasi vergiftet oder so geschädigt sind, daß es zum Bild passen würde, welches sich aufdrängt, wenn man genau hinguckt. Auf die Impfungen und ihr Vergiftungspotential will ich hier gar nicht eingehen. Sind das alles so uninteressante Fragen? Sehen Obst und Gemüse nicht wirklich mitunter merkwürdig aus? Die italienischen Trauben sind mit einer weißen Schicht bedeckt, die sich schwer entfernen läßt. Die französischen nicht. 

Ich habe keine Angst vor Glyphosat im Bier oder Antibiotika im Fleisch, sondern nur ein ungutes Gefühl, aber eigentlich gehören solche Sachen doch nicht in Nahrungsmittel, vielleicht ins Labor, oder? Wenn ich mir die sogenannten Zuckerersatzmittel anschaue, ist es nicht anders. Acesulfam-K, Aspartam, Cyclamat, Neohespiridin DC, Saccharin und Sucralose zum Beispiel. Klingt nicht jede Substanz irgendwie unnatürlich und haben denn alle Menschen die Krankheit  Diabetes mellitus, die eine Zuckerreduktion erfordert? Es wird mit Sicherheit keine aussagekräftigen Studien darüber geben, denn wer sollte die bezahlen? Dafür ist kein Geld da, denn das wird in Werbung für diesen Schrott gesteckt. Und wenn man es tatsächlich schafft, an all diesen Merkwürdigkeiten pfeifend oder in sein Smartphone guckend vorbeizugehen, ist man der lebende Beweis für das, was ich oben festgestellt habe. Wer an einer Blickdiagnose interessiert ist, schicke mir ein Foto von sich. Besonders aussagekräftig sind blöde Selfies.



Meiner Großtante Toni aus Hamburg Altona war ich der Lieblingsneffe. Sie kam jedes Jahr im Sommer für mindestens vier Wochen zu uns. Sie war die einzige Frau, die es schaffte, Eierkuchen schneller zu backen, als ich sie damals als Junge direkt aus der Pfanne in Zucker gewickelt essen konnte. Ich habe sie nur lachend und herzlich in Erinnerung. Hier denke ich bei jeder Crêpe, die ich sehe, an sie und weiß, was ich verloren habe. Sie mußte in den letzten Jahren der DDR für jeden Tag zwanzig Mark zwangsumtauschen. Geschenkt, das war nur ein kleiner Stein in der Mauer, die ich schon damals gegen diese Diktatur aufbaute. Ach so, warum ich hier immer ich schreibe? Weil es meine Seite und mein witziges Sterbetagebuch sind. 

Sie hat mir Schafskopp beigebracht, eine Variante von Doppelkopf. Sie gab mir Kleingeld und wir spielten vergnügt. Als Halbwüchsiger habe ich sie einmal gefragt, warum sie die CDU wählt und nicht die DKP. Sie sagte, daß sie nicht zusehen wolle, wie ihr die Kommunisten noch das Wenige nähmen, was sie habe. Dies hat mich beeindruckt und ich habe es in meinem ganzen Leben beobachten können, daß sie Recht hatte. Was Tante Toni allerdings nicht wissen konnte, heute ist die CDU links und raubt fröhlich mit. 



Zu den News-Feed-Readern möchte ich mal was sagen. Das sind Programme für den Rechner, vielleicht auch für Tablett und Telefon, mit denen man sich die aktuellsten Beiträge seiner bevorzugten Webseiten holen kann. Das Programm stellt diese sogenannten RSS-Beiträge dann so ungefähr wie Nachrichten zusammen. 

Wer sich die Seiten von Spiegel, Stern, Focus oder Zeit einträgt, könnte im Prinzip auch darauf verzichten und gleich vor dem Fernseher sitzenbleiben. Das wär ja Quatsch, oder? 

Sehr gut eignen sich die Blogseiten auf Wordpress. Dort findet man viele  Blogger, die entweder das aktuelle Tagesgeschehen beschreiben oder sich auf bestimmte Spezial-Themen festgelegt haben. 

Als Nachrichtenseite kann ich Journalistenwatch sehr empfehlen, obwohl dort die Vorschau auf ein paar Zeilen begrenzt ist und man den Browser bemühen muß, um alles bequem lesen zu können. Dazu vielleicht noch die Seite von Hadmut Danisch, der so ziemlich alles kritisch und zum Teil witzig beleuchtet. Ein richtiger Informatiker eben. Und Akif Pirinçci für das Lachen. Das ist der mit der besonders blumigen Sprache. Und den FRANKJORDANBLOG. Dies reicht dann schon, um zu wissen, in welchem Land man eigentlich lebt. Man wird stimuliert und nicht manipuliert. Probieren Sie es doch einmal aus. Dazu kann man auch Chips essen, ein Bierchen trinken und vielleicht über die kleinen Tritte oder seine Zukunft nachdenken.



Man weiß, daß Denken von Natur aus auch an biochemische Vorgänge gekoppelt ist und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man diese noch mehr verlangsamen kann, aber viele bekommen das irgendwie hin. Diese Langsamdenker werden es wahrscheinlich auch nicht wissen. Schade eigentlich, das wär es doch gewesen, wenn man herausbekäme, warum einige so extrem langsam denken können. Möglicherweise ist das gar kein Denken. Ich bin nicht der Fachmann. 

Manchmal versuche ich, mich in die Lage eines Kindes oder eines Jugendlichen zu versetzen. Mir gelingt es aber noch nicht, mir vorzustellen, daß ich dann aus Langeweile von einem Sitzmöbel falle oder beim Anlehnen an eine Wand einfach umkippe. Das sind nur zwei Beispiele für wahrscheinlich schwerwiegende Denkprozesse in dieser Altersgruppe. Wie sieht es aus mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen? Kennt jemand auch diese sehr Aktiven, die sich am Meer und seinem einzigen Brecher am Strand Abschürfungen, Verstauchungen und Zerrungen holen? Woran denken die? An ihre Freundin zu Hause, an Pokomons, an die Zukunft? Man weiß es nicht, denn sie verraten es einfach nicht. Sie zucken die Schultern, lachen mich an und gehen ihren Weg. Möge Gott sie beschützen. Ich kann es nicht. 



Viele kenne ich nicht, die schon als kleine Wutbürgerlein auf die Welt gekommen sind. Ich kannte einige süße Babies, die ständig und anscheinend ohne Grund schrieen. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Wer sich an echte Waldmeister-Limonade, Pferdeäpfel und einen romantischen See aus seiner Kindheit erinnert, an dem er nach Lust und Laune mit seinen Gefährten tollen konnte, hätte im Allgemeinen gute Chancen, kein Wutbürger zu werden, wenn man ihn in Ruhe und Frieden alt werden ließe. Ich kann alles noch gut riechen, so intensiv muß das vor hundert Jahren gewesen sein. 

Leider  haben nicht alle solche Erinnerungen. Das kann man einfach feststellen, auch ohne großes Talent für Blickdiagnosen oder Abstraktion zu besitzen. Wenn wir uns die schwarz Vermummten anschauen, die regelmäßig auf deutschen Straßen und Plätzen ihr Unwesen treiben, dann fällt selbstverständlich auf, daß dies Schreikinder gewesen sein müssen oder deren Milch war regelmäßig sauer. Bei mir waren sie als Kind bestimmt nicht, denn dann wären sie gesund geworden. Wenn man diese Gestalten sieht, dann denkt man doch an alles mögliche, aber nicht an Waldmeister-Limonade, Pferdeäpfel oder einen kleinen verschlafenen See mit im Sonnenlicht glitzernden Libellen. 

Nein, man denkt im Prinzip schon das Richtige, guckt nach Fluchtwegen oder ruft ihnen ein freundliches und schallendes „Nazi hau ab!“ zu, wenn man sich, wie bei Legida geschehen, in einer starken Gruppe befindet. Jede darüber hinaus gehende Beschäftigung mit dieser einfältigen, aber gewalttätigen Masse, verbietet uns der eine oder andere Reflex und das gesunde Volksempfinden. Ich verwende gerne Worte wie „einfältig“, „Volk“ und „Masse“, und ich weiß gar nicht so genau, weshalb das so ist. Vielleicht weil es Schnittmengen gibt? Vielleicht, aber es ist die Frage, wie man das hätte verhindern können. Nicht durch mörderische Abtreibung, nein, natürlich nicht, sondern durch liebevolle Erziehung in einer wirklich menschlichen Gemeinschaft. Eine solche ließe es nämlich nicht zu, daß sich solche Massen abhängen oder abgehängt werden. Na gut, dann das noch: Abtreibungen in den derzeit praktizierten Mengen sind einer zivilisierten Gesellschaft unwürdig. Was folgt daraus? Eben. Nichts anständiges. Und ein Verbot der Internet-Plattform dieser Chaoten medienwirksam ein paar Wochen vor der Bundestagswahl ist genauso unanständig wie fast alles, was der Staat macht. (RH)



Heute, mit gefühlten Lichtjahren Verspätung, sagt man mir, ich hätte meine Klientel überschätzt. Hierzu zwei Bemerkungen. Erstens, ich hatte nie Kunden, sondern Patienten. Bei medizinischen Versorgungszentren sieht das anders aus. Das ist so und ich mag auch nicht mehr darüber streiten. Zweitens, was das Überschätzen angeht, ich bin mir nicht sicher. Die Menschen, mit denen ich zu tun hatte, mit denen ich gesprochen habe, die ich versorgt habe und für die ich immer da war, machten nicht den Eindruck, als wären sie dumm. Aber. Wenn ich heute darüber nachdenke, kann ich jetzt sagen, daß ihnen schon etwas fehlte. Damit bin ich wieder bei der Impfung für die Freiheit. Das ist schon alles, was ich dazu sagen kann. Man sehe sich doch nur die sogenannte Diskussion zwischen Impfgegnern und Befürwortern an. Diese Auseinandersetzungen werden irgendwann peinlich und öde. So wird das nichts. Wirklich diskutieren kann man nämlich nur ohne Helm, ohne Netz und ohne doppelten Boden. 



Ein großes Dankeschön an Frank Jordan für die Hilfe beim Feinschliff meiner ungehobelten aus dem Bauch heraus geschriebenen Fragmente!

Kommt nach Deutschland! 24. August 2017 / frankjordanblog

Schienbeintritte und Albernheiten – Fragmente von Roi Henry

Verachtung ist ein großes Wort. Leichtfertig sollte man es nicht verwenden. Man sollte es vorsichtig angehen. Und konziliant natürlich. Mit einem Lächeln auf den Lippen geht alles leichter, flüssiger. A la rigueur dünnflüssig.

Ich lache für mein Leben gern. Ich lebe für mein Leben gern. Und doch ist sie da, die Verachtung. Ist irgendwann reingekommen und hat sich hingelegt wie ein zugelaufener Hund. Ich empfinde sie inzwischen für vieles. Sie steht mir in punkto Lebensfreude zwar bloß ein bißchen, aber deutlich im Weg. Was macht man damit? Ihr ausweichen, sie umgehen, kleinreden, zivilisieren oder gar füttern, wenn sie fast überall, wo man hinkommt, schon da ist? Hier wie in vielem: Im Wörtchen „fast“ liegt Rettung. Heureka!

Fast will man verachten, wenn man Eltern sieht, die gutes Funktionieren der Brut mit Verantwortung und Elternrolle gleichsetzen. Fast will man bitter werden, wenn man als Kinderarzt sieht, daß allenthalben Impfzwänge gefordert und gesetzlich verankert werden und die wichtigste Impfung – jene für Freiheit – nicht verabreicht wird. Wenn „den Kindern dienen“ bloß ein Bedienen und ansonsten reibungsloses Organisieren ist. Fast will man rufen: Es ist doch im Prinzip ganz einfach! Es kann heiter und schmerzlos über die Bühne gehen. Hört auf, in jeder Lebenslage auf ein Helmchen zurückzugreifen. Es ist lächerlich und würdelos, ständig die Verantwortung nicht nur für sein Tun und – schlimmer noch – für die Seinen von Anfang an wegzudelegieren. Das hat noch nie funktioniert und stets im Elend geendet.

Zum Glück bleibt es ein „Fast“. Textfragmente wie dieses hier könnten Tritte sein. Tritte ins Schienbein. Man sagt, sie seien besonders schmerzhaft. Vielleicht sind viele Tritte erfolgreich, um etwas zu Fall zu

bringen, was manche als „das System“, andere als „Wohlstands- Verwahrlosung“, „Versklavung“ oder andere als „kriminelle Machenschaften“ zwar hart, aber recht undeutlich anprangern. Es wabert ein giftiger Nebel durch das Land, durch alle Schichten und Häuser. Er hat noch keinen richtigen Namen, hat aber für viele schon fatal geendet.

Ich kann nicht leugnen, daß ich Freude daran habe, zu sehen, wie der staatlich organisierte und namenlose Moloch schwerfällig, laut ächzend und dennoch jämmerlich zu Boden geht. Tritte. Es braucht sie. Von vielen in großer Zahl. Was wäre möglich, wenn in vielen Köpfen wieder nachgedacht würde? „Das Mögliche ist ungeheuer.“ Jeder muß selber entscheiden, ober er treten will. Wann und wie oft. Tritte sind etwas, das nicht andere für uns erledigen können.

Ansonsten bleibt nur das Verharren in der Helmchenmentalität. Ein Halbleben in der Gewißheit, daß die eigene Selbstzufriedenheit nicht im Geringsten davon tangiert wird, welche Partei eine Wahl gewinnt und wer über uns herrscht, sondern ausschließlich davon, ob man für die folgenden Jahre wieder einen Grund hat, sich in den Leitplanken sogenannter Sicherheit wie immer zu verhalten. Weiter gehorchen, arbeiten und konsumieren. Das Spiel staatsfürsorglicher Rundum-Service- Zufriedenheit gegen sinnlose Gesinnungsdiktatur und Selbstaufgabe geht in die Verlängerung. Der Preis die Freiheit. Abschalten. Weggehen. Fast verachtet man. Aber nur fast. Die Liebe zum Land, das man das seine nennt, ist größer. Es bleibt Trauer.

Aber wie gesagt: Ich lache und lebe für mein Leben gern. Und als ein leidenschaftlicher und ungehörter Verfechter des Freiheitsgedankens kann ich von Herzen bekennen, daß es jedem Deutschen selbstverständlich zusteht, einen Hundehaufen anzubeten. Genauso, wie es mir zusteht, besagten Haufen vor der eigenen Tür still und leise zu beseitigen und mich ansonsten darum zu kümmern, selber sauber zu bleiben. Und mich ab und zu der einen oder anderen Albernheit wie beispielsweise der untenstehenden Werbebotschaft für noch Migrations-Scheue und Fast- Reisewillige zu widmen:

Kommt nach Deutschland. Deutschland ist ein schönes Land. Das schönste Land der Welt. Man kann gefahrlos über Straßen gehen, natürlich unter Beachtung der Regeln des Straßenverkehrs. Man kann Wunderwerke der Technik jetzt auf allen Feldern sehen. Windräder. Schön, wie sie so langsam vor sich hindrehen. Und wie sauber ihr Strom. Deutschland ist kinderfreundlich. Überall ist’s bunt. Kinder mögen Farben. Das Angebot in Deutschlands Supermärkten ist gigantisch. Die Medienlandschaft in Deutschland ist vielfältig. Über fast alles wird knallig berichtet. Besonders leserfreundlich läßt man Nachrichten, die schockierend wirken könnten, verantwortungsvoll weg. Die Volksgesundheit erreicht ungeahnte Ausmaße. Das Durchschnittsalter beträgt bald fast zweihundert Jahre. Die Medizin kommt kaum nach. Pflegeheime schießen wie Pilze aus dem Boden und machen den Alten das Leben schöner und den Arbeitsmarkt attraktiv. Die deutschen Politiker sind die besten der Welt. Treu, warmherzig und bodenständig. Die Grünen werden geliebt ob ihrer weisen Voraussicht, daß es sich mit Vorschriften und Helmchen gar ganz vorzüglich lebt. Die sozialen Medien sind besonders in Deutschland beliebt. Man kann sich so oft streicheln, wie man möchte. Es ist herrlich. Deutschland ist eines der offensten Länder der Welt. Offen für den Islam, offene Grenzen, offen für Dosenpfand und die Ehe für alle. Offen für euch. Man denkt an das Schlaraffenland. Politisch korrekt natürlich. Deutschland steht jetzt stramm in Tradition mit der DDR. Rechtes Gedankengut wird zu recht verfolgt. Das beste von damals und heute hat sich zum Vorteil aller vereint. Deutschland ist in der Welt so beachtet und geachtet. Von diesem Boden wird nie wieder etwas ausgehen. Kartoffeln und Gerste vielleicht. Das stimmt uns alle so friedlich. Hier leben wir gerne, gehen unserer täglichen geliebten Beschäftigung nach und rufen damit allen begeistert zu: Kommt nach Deutschland. Hier läßt es sich gut leben.



Weil das Ganze doch ein bissel an ein witziges Sterbetagebuch erinnern soll, heute ungefragt ein paar Tips zum richtigen Umgang mit Internet-Zensur. 

Das Einfachste und doch Komplizierteste, in ein Land zu übersiedeln, in dem die deutschen Zensurgesetze nicht gelten, lassen wir mal weg. Zu dem Freizeitverhalten will ich mich auch gar nicht erst wieder äußern. Es spottet jeder Beschreibung, wie abgefahren das heute noch immer ist. Wenn man schon nicht hören möchte, daß man ein Schlafschaf sei, dann verhallen auch alle Warnungen davor, was in islamischen Kulturkreisen mit Schafen und auch Eseln alles angestellt wird. Lassen wir das.

Google kann man jetzt Goolag nennen. Kommt von Gulag, der in kommunistisch-faschistischen Diktaturen gerne benutzt wird. Diese Firma beginnt entgegen ihrer "Rolle als Marktteilnehmer"  systemkonform, zu löschen, was ihr und den Zensoren nicht paßt. Andere Suchmaschinen wären vorerst noch DuckDuckGo oder MetaGer, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe, aber wann beginnen auch diese, sich zu fügen? 

Eine Alternative zu YouTube könnte Dailymotion werden. Viel weiß ich darüber nicht, jedenfalls muß man nicht goolagen, wenn man etwas sucht.

Die Browser sind allesamt verdächtig. Außer Thor, wenngleich.... Nichts genaues weiß man nicht. 

Im Prinzip kann man sich das Internet auch schenken und stattdessen ein privates Netzwerk aufbauen. Wenn ich zum Beispiel etwas über Gulags wissen möchte, muß ich nur meinen Vater anrufen. Jeder hat wohl in seinem Umfeld ein paar klügere Menschen. 

Daß man sich ein wenig mit Datensicherheit beschäftigen sollte, sowohl am Telefon als auch am Rechner, hatte ich schon irgendwann einmal erwähnt.

Heute haben mich zwei Dinge sehr beschäftigt. Einmal meine paar Bücher, die ich hierher gerettet habe. Es sind einige Kinderbücher darunter, an denen ich sehr hänge und die ich nach privatem Verlust erneut angeschafft hatte. Von Friedrich Wolf "Bummi", Tiergeschichten für große und kleine Kinder, ein Büchlein, daß ich mit acht Jahren, als ich Scharlach hatte und zwei Wochen das Bett hüten mußte, so einfach mir nichts dir nichts an einem Tag durchgelesen habe, obwohl ich damals erst mit dem Lesen so richtig anfing. Mich interessieren auch heute nur bedingt und am Rande die ideologischen Verklemmtheiten des Verfassers, denn diese Kinderbücher sind für mich eine sehr gute und friedvolle Erinnerung an ihn. Bummi ist ein kleiner Hund mit Charakter, aber es gibt noch andere Geschichten in diesem Buch, die mich als Achtjährigen schon so angenehm und intensiv berührten wie sie mich heute fesseln.

Zum anderen habe ich daran gedacht, wie schwierig es doch ist, verhältnismäßig einfache Sachverhalte an den Mann zu bringen. Ich bin im Prinzip ein höflicher Mensch, und es tut mir auch immer wieder leid, wenn ich mich nicht beherrschen kann, wenn andere nicht verstehen können oder wollen, was ich sagen möchte. Denn dann verfalle ich schnell in meine Abstraktionen und Blickdiagnosen, die ich dann auch ungefragt mitteile. 


Mittlerweile kann ich mich einen Autor nennen, auch wenn ich nur eine kleine Satire verfaßt und bei Amazon veröffentlicht habe. Jetzt nehme ich mir zwei weitere Projekte vor. Ein kleines,  als Ratgeberchen für Patienten gedachtes Büchlein, in dem ich erkläre, auf welche Medikamente und medizinische Maßnahmen man getrost verzichten kann. Das andere soll Kindern einen Einstieg in die deutsche und französische Sprache bieten. Ich notiere dies heute, damit ich es nicht vergesse, wenn ich es vergessen sollte. Gut, dann endet dieses Fragment heiter. 

Noch eine witzige Kleinigkeit. Ich war in der Werkstatt wegen was weiß ich. Es war recht billig und die freundliche Dame am Empfang sagte mir, daß ich gut Französisch spräche. Selbst wenn sie mich auf den Arm genommen haben sollte, habe ich wieder so etwas wie Sympathie empfunden. Das ist auch gut gegen Emphyseme.



Als ich schrieb, was nicht zur Grundausstattung meiner Landsleute gehört, habe ich vergessen, zu erwähnen, was zur Grundausstattung dieser Typen gehört. Zu der Helmchenmentalität gehört die Gewißheit, daß die Selbstzufriedenheit überhaupt nicht davon tangiert wird, welche Partei eine Wahl gewinnt, sondern davon, daß man für die folgenden Jahre wieder einen Grund hat, sich wie immer zu verhalten. Das ist so simpel und dürfte als Erklärung genügen, daß ich nun auch eindeutig dafür plädiere: Weiter gehorchen, arbeiten und konsumieren. Das Spiel alberne Rundum-Service-Zufriedenheit gegen sinnlose Gesinnungsdiktatur geht in die Verlängerung. Abschalten. Weggehen. 



Man sagt, daß Tritte gegen das Schienbein besonders schmerzhaft seien. Vielleicht sind viele Tritte erfolgreich, um etwas zu Fall zu bringen, was manche als „das System“ und andere als „kriminelle Machenschaften“ zwar hart, aber recht undeutlich anprangern. Es wabert ein giftiger Nebel durch das Land, der noch keinen richtigen Namen hat, aber für immer mehr schon tödlich war. Ich kann nicht leugnen, daß ich Freude daran habe, zu sehen, wie dieser Moloch schwerfällig, laut ächzend und dennoch jämmerlich zu Boden geht. Tritte. Wir alle haben nicht nur zwei Beine. Vielleicht macht es anderen auch Spaß und nicht nur Verdruß, gemeinsam gegen Goliaths Schienbeine zu treten?

Das sind bis jetzt lediglich Bilder in einem Kopf. Was passiert, wenn in vielen Köpfen einmal tatsächlich nachgedacht wird? 

Es hat mit Verantwortung und Elternrolle nichts zu tun, wenn die Kinder nur dazu angehalten werden, gut zu funktionieren. Den meisten Eltern ist das klar, aber trotzdem bringen sie es nicht fertig, ihren Kindern die Impfung für Freiheit zu verpassen, obwohl es im Prinzip ganz einfach, schmerzlos und heiter über die Bühne gehen könnte. 

Mein Gott, ist es denn nicht peinlich, in jeder Lebenslage auf ein Helmchen zurückzugreifen? Ist es nicht lächerlich, ständig die Verantwortung für sein Tun und Lassen schon im Vorfeld wegzudelegieren? Das hat doch noch nie richtig geklappt und bis jetzt immer im Elend geendet. 

Was die Tritte angeht, man kann nicht nur hoffen, daß das immer andere für einen erledigen. 



Verachtung ist ein ziemlich großes Wort. Jesus wird es nicht verwendet haben. Wie läßt sich so ein Gefühl also beschreiben? Gehen wir es langsam an. Und konziliant natürlich. Mit einem Lächeln auf den Lippen geht alles leichter, viel flüssiger, viel dünnflüssiger. 

Ich lache für mein Leben gern. Ich lebe für mein Leben gern. Die Verachtung, die ich für inzwischen schon ganz schön viel Truc empfinde, steht meinem Vergnügen am Lachen und am Leben ein wenig, aber deutlich im Wege. Was soll ich damit machen? Beim Skat kann man zwei Karten drücken. Wie funktioniert das denn im Leben? 

Ich habe schon viel versucht, um dieser allgegenwärtigen Verachtung auszuweichen, sie zu umgehen, sie klein zu reden, sie zu zivilisieren. Sie wird nicht kleiner mit einem Wein oder mit zweien. Ihr ist egal, ob die Sonne lacht oder ob es regnet. Sie ist in jede Ritze meines Lebens, meiner Empfindungen, meiner Gefühle gedrungen. Sie vermiest inzwischen fast alles. Im Wörtchen fast liegt wahrscheinlich die Rettung. Heureka!



Der Charme, der in alltäglichen Kleinigkeiten zum Vorschein käme, wenn man ihn zuließe, ist in der heutigen Zeit verpönt. Allenthalben Anzüglichkeiten, Sittenverfall. Man kann als Mann fast keiner Frau freundlich in die Augen schauen, ohne verdächtigt zu werden, diese mißbrauchen zu wollen. Das Bedürfnis, sich an der Nähe eines Menschen zu erfreuen, scheint zu verkümmern. Vielleicht ist das ein Plan. Ein Plan von alten, häßlichen freudlosen Säcken ausgedacht. Ein Plan, der jedenfalls aus meiner Sicht schon lange aufgeht und die Liebe, die Familie, das Miteinander zerstört. 



Wohl wissend, daß der gesunde Menschenverstand und Ironieverständnis nicht zur Grundausstattung meiner Landsleute gehören, sage ich: Na klar sind wir frei. Wir waren es immer. Wenn ich auch in der DDR geboren bin, kann ich ein Lied von der Freiheit und auf die Freiheit singen. Nein, ich muß es trällern. Vroni Fischer, mit Hansi Biebl erst an der Gitarre, dann an der Grenze nach West-Berlin, geflüchtet vor der Freiheit in die neue Heimat. Wir waren damals so frei, daß man uns nur zu schubsen brauchte, und schon verrieten manche alles. 
Man kann auf engstem Raume leben, aber man braucht Luft. Diese Luft strömte dann neunundachtzig wahrscheinlich so gewaltig auf uns ein, daß viele von uns wahnsinnig wurden. Man muß sich nur umgucken. Überall diese Leichen. 
Ich erinnere mich jedenfalls gerne an "Hostess", an den Film, in dem Vroni Fischer dieses kleine Lied über Freiheit singt, auch wenn das niemand hören will. Der Film beschreibt konstruierte Probleme bei der Emanzipation sowohl der Frau als auch des Mannes in der DDR damals 1975. Insofern, aber vielleicht wirklich nur im Detail, war früher nicht alles schlecht, aber besser als heute allemal. Es bewegte sich im Gegensatz zu heute etwas. 



Heute sagen viele lapidar zu einem Sonderangebot, "das sei im Angebot", also günstiger. Viele halten ihre Kinder auch noch für durchaus fähig, wenn diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit Pokomons fangen oder vor Langeweile von einem x-beliebigen Sitzmöbel fallen oder beim Anlehnen an eine Wand einfach umkippen. Über ein Festhalten am SZ wird gelächelt, aber sonst wird neben jeder sogenannten "Rechtschreibreform" fast durchweg jeder Blödsinn mitgemacht, der gerade in Mode ist. Gender zum Beispiel. Im Sitzen pinkeln. Frauenrechte vertreten, als wären es die eigenen. Und so fort. Gerade über das äffische Vernarrtsein am eigenen Kinde, auch wenn es durch Werbung, Umwelt und falsche Freunde schon fast völlig irre ist, offenbart sich der gewünschte Defekt geradezu als Blickdiagnose, wenn man sich diese Eltern anschaut. Keine Leistung der Kinder ist dumm genug, um nicht doch unangemessen als Erfolg angesehen zu werden. Ich würde nie applaudieren, wenn meine Tochter sechsjährig auf dem Klavier einen Tango wie einen Walzer gespielt hätte. Manche Eltern predigen dabei sogar noch Bibeltexte. 


Man hat herausgefunden, daß es den Fröschen in der Nähe von Klärwerken gar nicht gut geht. Sie wären durch Hormone aus den "Verhütungsmitteln" verweiblicht. Tja. Auch Soja soll ja das Brustwachstum enorm fördern. Wie es wohl kommt, daß trotzdem alles den Berg hinab geht? Unterhaltungstechisch erklärt das Pirinçci sehr gut. Ansonsten steht alles in der Offenbarung des Johannes.


Hier am Meer sieht es in der Saison so aus, als bekämen viele den Urlaub auf Krankenschein. Beeinträchtigte Menschen, schön tätowiert oder gepierct, mit lauten zahlreichen Gören an der Hand, das schöne Land zumindest passager belästigend. Frustrierte junge und uncharmante Französinnen an den Kassen. Irre, so eine Veränderung in wenigen Jahren. Magie oder Hexerei? Geschmacksache kann das nicht sein, wenn man sich erinnert, wie es früher war, wie es hätte besser sein sollen und wie man es gewünscht hat, so für sich und seine Frau, für seine Kinder, für die Alten, für alle.


Zum Beispiel wissen wir auch, daß es einen großen Bedarf an unseren persönlichen Daten gibt. Die Werbung war doch schon vor ein paar Jahrzehnten sehr neugierig. Heute gibt man über die simplen Einstellungen an seinem Smartphone diese Daten und noch ganz viel mehr preis. Man sagt, man habe nichts zu verbergen, aber das ist doch schnurz, denn die Daten dienen gar nicht primär dem Zweck, den Naiven hinter Gitter zu bringen. Man braucht ihn lebend, konsumierend und zahlend. Ich kann auch schreiben, man braucht ihn dumm und insuffizient. Um auf sicher zu gehen, kommen jetzt die mit dem noch niedrigeren IQ ins Land. Wie peinlich ist Werbung im französischen Fernsehen! Es braucht Zeit, aber es wird sich durchsetzen, wenn kein Wunder geschieht. 


Ich finde, der Worte in dieser Frage sind genug gewechselt. Zumindest schemenhaft wird deutlich, wo der Hase im Pfeffer liegt. Die Aufrufe zu christlichem Leben verhallen, und auch ich wende mich zunehmend resignierend von einer nicht existenten Gemeinschaft ab.  Zudem werde ich seit vielen Jahren mit Schmutz bedeckt, dem ich immer ungenügender ausweichen kann, ich werde alt und bin krank. Meine Liebe zu meinen Kindern, meine Heimatliebe,  sie sind  schon längst zur Lanze vielleicht nicht von offenen Feinden, aber von nicht minder unwohlmeinenden Zeitgenossen geworden. Seigneur, bewahre das saubere Meer vor unreinen Strömen. 



Nach dem Sonntag als guter Start mit Brombeerernte an der Gironde in völliger Ruhe war auch der heutige Montag ein gesegneter Tag für mich. Ich habe mindestens zehn Assimil-Lektionen erfolgreich „assimiliert“ und meine klitzekleine eBook-Satire für eine Taschenbuch-Ausgabe um ein paar Seiten erweitert. Es ist nicht leicht, fast als übel zu bezeichnen, will man heitere Zeilen über Madame zustande bringen. Humor sei, wenn man trotzdem lacht. Das kann man wohl so sagen. 



Es wird für mich eine Überlebensfrage sein, ohne Dramatik wird es immerhin noch eine sehr entscheidende Frage sein, ob es mir möglich sein wird, mich irgendwie heiteren Themen zuzuwenden, die mich nicht so oft an Fäulnis, Verwesung und Tod erinnern. 

Ich bemerke, daß mein Freund Jesus großen Gefallen daran hätte, würde mir dies gelingen. Nun denn, für ein größeres Projekt fehlen mir die Begabung, die Zeit und die Mittel. Wenn mir die Berufserfahrung etwas geschenkt hat, dann eine gewisse witzige Fähigkeit für Blickdiagnosen. Diese sind rasch erstellt, treffend, richtig und deutlich. Ich werde mir eine Zielgruppe suchen, die dämlich genug, nein, die klug genug ist, mir dafür ein Honorar zu zahlen. :-) 



Als das Fernsehen den Zuschauern in den 70er Jahren die Serie Klimbim vor die Nase setzte, hat man bestimmt nicht daran gedacht, den Unsinn aus dem Unterbewußtsein zu entfernen. Im Gegenteil, dieser Nonsens wurde zu einem festen Bestandteil des Deutschen. 

Mir fielen damals, zwanzigjährig, die ersten Männer mit Pferdeschwanz und kleinem Ohrring auf, der Ring meist am linken Ohr. Mir als Mann kam es nicht in den Sinn, über dieses kleine Abweichung  groß nachzudenken, denn der Mann galt als der Starke, der Macher, eben als der Mann im Hause, nicht als der Bessere. Was als Werteverfall gedeutet werden konnte, das gab sich den Anschein eines Protestes. Es gab durchaus einige Gründe für berechtigte Proteste, aber die Fadenscheinigkeit dieser Typen konnte man schon deutlich riechen. 

Ich will einmal kurz beschreiben, was ich in dieser Zeit alles wahrnahm und was nicht. Mir war es gelungen, die Hochschulreife auf der Volkshochschule zu erlangen, und ich hatte nur einen Wunsch, nämlich Medizin zu studieren. Das machte ich mit großem Eifer, stellte fest, ähnlich begeisterte Kommilitonen zu haben und hatte große Freude am intensiven Lernen bis in die Nacht hinein. Der Medizinstudent ist vielleicht nun nicht der typische Student, aber wir konnten unser Leben durchaus heiter und mitunter feiernd genießen. Man gab uns schon zeitig den Titel cand. med. und wir stiegen über Praktika in die Arbeit als Arzt ein. Einige stellten nüchtern fest, daß ihnen ein Parteibuch der SED die Anstrengung erleichtert, eine gute Stelle zu finden. Die meisten von uns kümmerte das nicht. Ich legte mir Scheuklappen an die Augen, machte einen auf zerstreut und hatte nie Probleme, der Stasi aus dem Weg zu gehen. Mit anderen Worten, es war möglich, relativ sauber zu bleiben, von einer generellen Mitschuld durch Schweigen und Eigeninteresse abgesehen, wie das in Diktaturen üblich ist. Mir war entgangen, daß ein Volk aus mehr besteht. Aus Arbeitern, Beamten, Sachbearbeiterinnen, Künstlern, Lehrern und Kindern, die indoktriniert wurden, wenn sie keinen eigenen Fahrplan hatten. 

Man kennt es heute, auch in der DDR war man erledigt, wenn man sich gegen das System richtete. Es müssen Millionen gewesen sein, die desillusioniert einen Ausreiseantrag stellten. Ich wollte damals nach Kanada. Die "Wende" kam dazwischen. Es gibt halt Zeiten, in denen lebt der Mensch für die Katz. 



Xi Jinping, Kim Jong-un, Donald Trump und Wladimir Putin werden sich am Wochenende in einer kleinen unbeheizten Turnhalle irgendwo im asiatischen Raum zu einem fairen Kräftemessen treffen. Man zieht es vor, nichts darüber zu berichten, denn in der nächsten Woche müssen alle vier wieder ihren Ehefrauen zur Hand gehen, das Abendessen vorbereiten und den Hund ausführen.



Il y a beaucoup de supermarchés en France mais aussi beaucoup de petits commerçants. Quand vous voulez du pain, vous allez chez le boulanger. Là, vous trouvez non seulement des baguettes mais aussi des croissants, des tartes et des gâteaux. Si vous avez besoin de viande, vous allez chez le boucher. Vous pouvez y acheter toutes sortes de viandes et de volailles. Et si vous avez envie de bon jambon, de pâté ou de saucisson, vous allez chez le charcutier. Le lait, le beurre, la créme et les oeuf, on les trouve à la crémerie. Chez l’épicier, il y a des fruits et légumes et beaucoup d’autres choses. 

Et quand vous avez mangé tout ce que vous avez acheté, vous allez à la pharmacie pour acheter de l’Alka-Seltzer.



Als  ein inzwischen ungehörter Verfechter des Freiheitsgedankens kann ich sagen, daß es dem Deutschen selbstverständlich zusteht, einen Hundehaufen anzubeten. Mir steht dann auch zu, dieses dumme Verhalten zu kritisieren. Man beseitigt Hundehaufen still und sorgt dafür, daß man sauber bleibt. Was versteht man daran nicht? 

"„If you want a picture of the future, imagine a boot stamping on a human face — for ever.“  – 1984 – Nineteen Eighty-Four. Die Journaille würde behaupten: "Doch nur denen, die den falschen Chip haben."  Das würde den Konformisten also auch nicht den Spaß verderben. Ich werde noch biestig.

Ja, was würde Susanne Kablitz dazu sagen? 

"Dieses Land ist unrettbar verloren."



Müßte sich nicht jetzt gerade der Deutsche stolz erheben? Gerade der Deutsche. Der ständig Gedemütigte. Der ständige Verlierer. 

Natürlich nicht. Was ist schon Versaille, was Maastricht? Was ist der Kaiser, was ist der schwule Partner? Was sind Anstand, Loyalität und Freiheit geworden? Sie sind zu tätowierten und gepiercten Lumpenhunden geworden, die zudem noch Angst vor jeder kleinen weißen Maus haben. Ein lächerliches Völkchen mit einer enormen Schaffenskraft für seine Peiniger. Jeder Pfennig zählt, auch wenn man ihn nicht mehr selbst umdrehen darf. Ein verlorenes Volk, ein Niemand. Nur peinlich, wenn man an früher denkt. Man denkt aber nicht mehr an früher. Man denkt an den nächsten Einkauf bei REWE. An das feste Gehalt, an den Feierabend, an den Fernseher und an die Chips, die man besorgen muß, um restlos ein zufriedener Mensch zu sein. Und ja, so haben sie zugelassen, daß man ihre Sprache verhunzt, ihre Werte auf Konsum und Sex reduziert und ihren Freiheitswillen darauf beschnitten hat, wie der kommende Chip möglichst hautfreundlich und schmerzarm implantiert wird. Tja, so kann es gehen, wenn man zu lange auf eine rote Ampel starrt und mitten in der menschenleeren Nacht auf Grün wartet. 

Beten wir gemeinsam für dieses geistig verarmte Volk. 



Auf diesem Blog wird es keine Rubrik „Plemplem“ geben. Vielleicht einmal ein Bier. Ich stelle aber fest, daß sich bei mir nach langen Zeiten der Traurigkeit zwangsläufig kurze Zeiten einer gewissen Albernheit einstellen, für die ich sehr dankbar bin. 

Deutschland ist ein schönes Land. Das schönste Land der Welt wahrscheinlich. Man kann gefahrlos von einer Straßenseite auf die andere wechseln, natürlich unter Beachtung der Regeln des Straßenverkehrs. Man kann Wunderwerke der Technik jetzt auch auf allen Feldern sehen. Windräder. Schön anzuschauen, wie sie so langsam vor sich hindrehen. Deutschland ist kinderfreundlich, denn es ist überall bunt. Kinder mögen Farben. Das Angebot in Deutschlands Supermärkten ist gigantisch. Dagegen sehen hier die Regale leer und eintönig aus. Die Medienlandschaft in Deutschland ist sehr vielfältig. Es wird über fast alles knallig berichtet. Besonders leserfreundlich läßt man Nachrichten, die schockierend wirken könnten, verantwortungsvoll weg. Die Volksgesundheit erreicht ungeahnte Ausmaße. Das Durchschnittsalter beträgt bald fast zweihundert Jahre. Die Medizin kommt kaum nach. Pflegeheime schießen wie Pilze aus dem Boden und machen den Alten das Leben schöner und den Arbeitsmarkt attraktiv. Die deutschen Politiker sind die besten der Welt. Treu, warmherzig und bodenständig. Die Grünen werden geliebt ob ihrer weisen Voraussicht, daß es sich mit Vorschriften und Helmchen gar ganz vorzüglich lebt. Ich könnte stundenlang so schwärmend für Deutschland schreiben. Die sozialen Medien sind besonders in Deutschland beliebt. Man kann sich so oft streicheln, wie man möchte. Es ist herrlich. Deutschland ist eines der offensten Länder der Welt, die ich kenne. Offen für den Islam, offene Grenzen, offen für Dosenpfand und die Ehe für alle. Eine Errungenschaft nach der anderen. Man denkt an das Schlaraffenland, nur politisch korrekt natürlich. Deutschland steht jetzt stramm in Tradition mit der DDR und verfolgt rechtes Gedankengut zu recht. Eine wirklich wunderbare Symbiose zu jedermanns Vorteil wurde geschaffen. Man ahnt, warum Deutschland in der Welt so beachtet und geachtet wird. Von diesem Boden wird nie wieder etwas ausgehen. Kartoffeln und Gerste vielleicht. Das stimmt uns alle so friedlich. Hier leben wir gerne, gehen unserer täglichen geliebten Beschäftigung nach und rufen damit allen begeistert zu: Kommt nach Deutschland. Hier läßt es sich gut leben.



Das Loslassen halte ich für eine besondere Fähigkeit, die ich noch nicht beherrsche. Mich macht es oft sprachlos, wie wenig man über Details weiß, die doch das eigene Leben so beeinflussen können. Und wie wenig man sich dafür interessiert. Zum Beispiel fehlt es an einfachsten Kenntnissen darüber, wie das „Gesundheitswesen“ funktioniert.

Man muß es gar nicht als Unwesen brandmarken, um vielleicht Aufmerksamkeit zu erregen, doch ein wenig Interesse an Alltagsfragen sollte man doch voraussetzen können. Ich möchte kein generelles Desinteresse, keine grenzenlose Apathie und keine absolute Hörigkeit unterstellen, aber es sieht so aus, als wenn Wahrnehmung, kritischer Geist und Reflexion auf sehr niedrigem Niveau angelangt sind. 

Das Buch von Gunter Frank „Schlechte Medizin“ und die Rezensionen der Mietmäuler sprechen eine deutliche Sprache. Der Autor benennt fast alle Kleinigkeiten, die aus einem hochgebildeten Arzt einen Wirbellosen machen wollen, doch dies kommt als Botschaft überhaupt nicht an. Hätte ein Bilderbuch mehr zur Aufklärung beigetragen? 

Ich weiß es nicht, aber ich beginne, zu verstehen, warum Tucholsky im Exil verstummte. 



Ich nehme an, der Text gehört mir. Frank Jordan hat ihn als Collage auf seinem Blog und bei FB gepostet und mich damit zum Autor geadelt. Danke, Frank Jordan.

Sterbenden Auges sieht man besser. Vielleicht.

8. August 2017 / frankjordanblog

Fragment von Roi Henry

Mich nennen einige Aussteiger, obwohl ich mich als Einsteiger sehe. Das ist der ganze einfache und dämliche Witz.

Ich bin eingestiegen in den Glauben, in die Fremde und die Ferne, die mehr Nähe ist. Und jetzt auch ins Sterben. Letzteres hat mit einem anhaltenden schmerzhaften Hustenanfall begonnen. Quasi über Nacht. Das Schlimmste befürchtend bin ich zum Toubib gegangen – das heißt hier etwa soviel wie Onkel Doktor. Der schickte mich zum Röntgen. Jetzt ist es sogar das Allerschlimmste, ein Lungenemphysem, was irgendwann in Ersticken endet. Irgendwann ist in diesem Falle eines der dümmsten Füllwörter überhaupt, aber so kenne ich mich. Sei’s drum. Nun reiht man sich also ein. Man hätte es früher wissen können. Alles. Zurück auf Anfang. Vielleicht wird das hier eine Art fröhliches Sterbetagebuch. Fröhlich aus Dankbarkeit. Noch nie war der Blick zurück so deutlich in die Zukunft gerichtet. Ich kann gar nicht anders. Ich bin dankbar für den Weg bis hierhin, denn von hier aus geht es weiter.

Aber dazu wollte ich eigentlich gar nichts notieren, sondern hierzu: Frankreich liegt mir nicht so nahe, wie mancher glauben möchte, weil ich an der französischen Atlantikküste lebe. Mir liegt Deutschland nahe, obwohl ich es seinerzeit nicht mehr ertragen konnte. Ich kann es hier im Exil aber fast noch weniger ertragen. Ich mag nicht zusehen, wie das Land siecht und vor die Hunde geht. Siechen ist ein fürchterliches Wort. Aber es passiert. Und man kommt nicht daran vorbei, sich mit denen zu beschäftigen, die dafür verantwortlich sind. Natürlich ärgert sich der Deutsche auch über sich selbst, aber daß er nicht einmal mehr Reste oder einen Funken Ehrgefühl in punkto Freiheit, Selbstbestimmung, Nationalstolz und Integrität besitzt, kann ich nicht verstehen. Verdauen schon gar nicht.

Deshalb würde ich es wieder machen. Weggehen. Auch wenn es schwerfällt, sein geliebtes Land, die Heimat zu verlassen. Aber zurück ins Reich? Das sei fern! Ich schlafe lieber arm und ehrlich an einem warmen Strand, als mich gemein zu machen mit dem, was ich verachte. Ich würde es immer wieder tun, auch weil ich nicht weiß, wie man allein gegen einen Moloch gewinnen kann. Ich habe viel versucht. Gespräche frontal, meine Stellung ausgenutzt. Man sieht weg. Und dem System ist es egal, wie es uns geht. Es lacht hämisch über alle, die was anderes glauben. Mir wird es nie egal sein, und ich werde da sein, wenn es darum geht, dem zunehmend zahnlosen, aber brutalen Goliath in den Arsch zu treten. Aber bis dahin wird wahrscheinlich soviel Zeit vergehen, in der ich auch getrost sterben kann.

Was ich eigentlich sagen wollte. Die Freiheit, das zu tun, was man will, was man kann, die Freiheit, auch einmal sagen zu können: „Ich weiß nicht“, und die Freiheit, sich so zu fühlen, wie man es mag, und trotzdem das in den eigenen Augen Richtige zu tun an einem Ort, den man liebt, zu einer Zeit, die man schätzt, egal, der Wunsch, frei zu sein, zu werden, zu bleiben, ist Menschenrecht, einziges Menschenrecht und dafür würde ich sterben. Aber selbst mit dem Sterben möchte ich niemandem schaden. Kann ja sein, daß er es bedauert, mich an die Freiheit verloren zu haben. So einen Konflikt würde ich dann gerne wieder zu lösen versuchen. Weitermachen. Es bleibt wunderbar spannend.



Afrika ist ein fruchtbarer Kontinent. Weil das die Afrikaner nur in Hinblick auf ihre eigene Fruchtbarkeit verstanden, sind Europäer gekommen und haben gezeigt, wie es geht. Man betrachtete es seinerzeit unter praktischen oder fragwürdigen Gesichtspunkten. Heute betrachtet man das durch Rosa-Brillen. Das ist zweifellos ein Fehler, aber dieser Fehler geht in der Vielzahl von Verwerfungen einfach unter. Daher empfehlen wir mit unserem Brillen-Fachgeschäft entweder dicke Hornbrillen oder richtig fettschwarze Sonnenbrillen. Damit sieht man noch viel besser weniger oder gar nichts mehr. 



Man jammert so viel. Man beklagt so unendlich viel. Meist einen Verlust, einen Verfall, eine fatale Entwicklung, die Entfremdung oder die tägliche Mühsal. 

Heute möchte ich die freche Frage, was stimmt mit Euch nicht, nicht stellen. 

Ich abstrahiere gerne, das Talent dazu wurde mir wohl in die Wiege gelegt. Ich beobachte eine gewisse Zeit und komme dann zum Schluß, zur Conclusio. Und ich nehme es übel, daß mir meine Berufung so unendlich verübelt wurde, aber selbst dieser große Ärger muß sich selbstverständlich irgendwann auflösen. Und hier liegt der Hase im Pfeffer, hier findet sich die Weisheit. Direkt vor jeder Nase. 

Der Sündenfall. Anfang vom Ende und immer wieder Anfang, Vergebung und Verzeihen. Wer kann das denn auf dieser Welt außer Gott?

Glaubt man tatsächlich, man könne sein ganzes Leben das Geld, die Karriere und den Erfolg anbeten, ohne daß man Konsequenzen zu ziehen hat? Denkt man, daß seine Prioritäten ungesehen und ohne Folgen bleiben? Wie ist es denn im Kleinen?

Fangen wir bei der Achtung an. Achtung vor der Natur und dem Leben, was wir Schöpfung nennen, ist doch vielen fremd geworden. Kein Gedanke an den Nächsten, der sich für uns aufopfert, kein Gedanke für den schuftenden Fabrikarbeiter in Indien, kein Gedanke an das Vieh, was für uns leidet. 

So geht das weiter. Erste Konkurrenzen im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung, beim Studium. Die Ellenbogenmentalität ist gesellschaftsfähig geworden und allgemein anerkannt. Mich nennen einige Aussteiger, obwohl ich mich als Einsteiger sehe. Das ist der ganze einfache und dämliche Witz. 

Und nirgendwo auf dieser lächerlich kurzen Strecke möchte der normale Mensch Bekanntschaft mit Gott machen. Eine Bekanntschaft, die alles nur zum Guten verändern würde.

Dann ist man alt geworden, hatte vielleicht schon einen Herzinfarkt, aber kann noch die Fernbedienung drücken, mit der sich ein Spielzeug Satans, der Fernseher,  einschalten läßt. 

Und wenn das viele so gottlos halten, dann muß man sich nicht wundern, wenn alles so beklagenswert wird. Das ist dann so eine Art Quittung. Ein kleiner Text auf einem kleinen Zettel. Das ist alles. 

Abstraktion ist kein Talent, Abstraktion ist einfach. Alles ist einfach. Von Gott gegeben. Man muß es nur aufheben und sich einmal, wirklich nur einmal bücken. Nicht tagtäglich vor einem Monstrum ohne Ehre. 



Warum es Intellektuelle wie Michel Houellebecq gibt und warum es gelungen ist, die Franzosen in ein  heillos zerstrittenes Völkchen zu verwandeln, das sind zwei Fragen, die sich zusammen beantworten ließen, wenn ich das wollte. 

Nun liegt mir Frankreich nicht so nahe, wie mancher glauben möchte, weil ich an der französischen Atlantikküste lebe. Mir liegt Deutschland nahe, obwohl ich es seinerzeit nicht mehr ertragen konnte. Ich kann es hier im Exil aber fast noch weniger ertragen. Ich mag nicht zusehen, wie das Land siecht und vor die Hunde geht. Man kommt nicht daran vorbei, sich mit denen zu beschäftigen, die dafür verantwortlich sind. Natürlich ärgert sich der Michel auch über sich selbst, aber daß er nicht einmal mehr Reste oder einen Funken Ehrgefühl in punkto Freiheit, Selbstbestimmung, Nationalstolz und Integrität besitzt, kann ich nicht verstehen.

Ich muß wohl etwas weiter ausholen. Ich bin Arzt geworden, weil ich es angesichts der gesundheitlichen Probleme meiner geliebten Großmutter so beschloß. Ich hatte konkrete Vorstellungen davon, wie ich helfen wollte, schon als kleiner Junge. Als es soweit war, mußte ich erkennen, daß es vornehmlich eine beratende, eine zehrende Berufung und eine schwere Arbeit war, die ich für mich gewählt hatte. Kein Tag ohne „sinnlose“ Diskussionen über einfachste Dinge. Einige Eltern verstanden meine Abstraktionen nicht und wollten, daß ich ihnen vorrechne, Schritt für Schritt, wie ich zu meinen Ansichten, Standpunkten, Diagnosen und Therapieempfehlungen gekommen war. Das ist ermüdend, aber gehört wahrscheinlich dazu. Wenn, ja wenn. Wenn es nicht heute symptomatisch für fast alle Lebenslagen wäre und auf die meisten Gesprächspartner zuträfe, die allesamt die entscheidenden Abstraktionen nicht selbst zu Stande bringen. Ich möchte nicht behaupten, diese Leute seien alle dumm, aber irgendetwas stimmt mit ihnen ganz sicher nicht. 

Ich kann ja nur mit mir vergleichen, weil nur ich mich wirklich kenne. Ich hatte als Kind schon keinen Gefallen daran, wenn Frauen sich als Männer und Männer sich als Frauen verkleideten. Zum Fasching. Man kann sich denken, was ich vom Christopher-Street-Day halte. Die Gewalttätigkeiten, die sich 1969 an eine Feier in einer Homo-Bar in den USA anschlossen, hätte ich vorhergesagt, wenn ich damals alt genug gewesen wäre. Wenn eine Gesellschaft anfängt, kleinen oder geringen Forderungen einer Minderheit nachzugeben, die nicht vereinbar sind mit dem christlichen Wertekanon, kommt diese Gesellschaft irgendwann in Teufels Küche. Daß heute in dieser Küche Satan ein und ausgeht, kann ein Blinder sehen, jedenfalls einer, der nicht mit dem Klammersack gepudert ist. Dieses Beispiel versteht wahrscheinlich jeder. Aber was ist mit den vielen anderen Entwicklungen bis in die heutige Zeit? Die Frühsexualisierung der Kinder folgt doch der allgemeinen Sexualisierung. Cohn-Bendits Sünden werden vergessen. Der Rechtschreibreform folgt Verblödung, hätte ich bei Facebook geschrieben, hier sag ich entschuldigend ups. Wie sind jetzt unter uns. Deppen lesen gar nicht bis hierher. Sie geben meist nach drei Absätzen auf. Ich weiß leider, wovon ich rede. 

Ich kenne noch einige Typen, die genau wie ich, nicht einen Text veröffentlichen würden, wenn man sie zwänge, auf das SZ zu verzichten. Oder Typen, die alleine alt werden, weil sie es nicht schaffen, eine ständig besserwissende und zudem illoyale Xanthippe auszuhalten, nur weil diese ihnen hin und wieder Erleichterung im Lendenbereich verschafft. Und so weiter und so fort.

Wie ist es nun aber mit den alten Menschen in der Gesellschaft? Meine Eltern leben beide noch, weit über achtzigjährig. Gemeinsam, ein fester Tagesrhythmus, der ihnen Halt gibt. Oft Brüche, wie zum Beispiel Krankheiten, Streß mit dem alkoholkranken Enkel, um den sich außer ihnen keiner mehr so richtig kümmern will. Mutter guckt abends Krimis auf ZDF und löst nebenbei Kreuzworträtsel, Vater stöbert im Internet in Foren, die sich mit seiner Heimat beschäftigen. Sparsamkeit gegenüber sich selbst, nicht Geiz, sondern Großzügigkeit für ihre Kinder. Telefonate und Treffen mit meist jüngeren Freunden und Bekannten. Sie machen viel im Garten, sind mit den Fahrrädern unterwegs und abends müde zum Schlafen. Sie sorgen sich um den nun fast mittellosen Sohn in der Fremde, halten ihn für verrückt, weil er etwas aufgegeben hat, worum ihn fast alle beneideten und lassen ihn wissen, daß er immer, aber auch wirklich immer zu ihnen zurückkehren könnte, wenn er das nur wollte. Meine Eltern sind für mich das, was Beständigkeit zu sein hat. Die Goldene Hochzeit lange hinter sich, lieben sie einander herzlich, ohne Streit und laute Worte, Vater küßt Mutter sanft auf die Stirn, wenn er sie morgens weckt, Mutter verwöhnt Vater mit den besten Leckereien, die sich in Deutschland finden lassen und macht ihm die Maniküre. Ein Bild für die Götter, ich schmelze immer hinweg, wenn ich nur daran denke. 

Und ich muß jetzt hier und heute Angst um meine Eltern haben? Migrantengesindel im Einkaufszentrum? Migrantengesindel auf den Straßen? Migrantengesindel fast überall in der Stadt meiner besten Jahre? Gesindel in der Politik und in den Medien?

Houellebecq muß man gar nicht lesen. Es erspart das teuflische Vergnügen, nämlich zu sehen, daß dieser Intellektuelle mit seinen Prophezeiungen ins Schwarze getroffen hat. 



Heute schreibe ich einmal einen einfachen und normalen Text. Ohne Joint, ohne Haß, nur in Gedanken an eine schöne Zeit.

Es war im Jahr 1990. Mit harter D-Mark ausgestattet, die kommenden Übel nicht ahnend oder verdrängend, machte ich mich mit meinem himmelblauen Trabant-Kombi auf, so weit wie möglich nach Westen in die Freiheit zu fahren. Ich war stolzer Stationsarzt und hatte fast drei Wochen Urlaub. Das Fahren in dem kleinen Vehikel machte unter diesen Bedingungen ausgesprochen viel Vergnügen. Ich nahm ein paar Liter Motorenöl und zwei 20-Liter-Kanister einfachen Sprit vom Minol-Pirol mit. Außerdem haltbare Milch und reichlich ungezuckerte Wurzener Cornflakes, die ich damals als durchaus gute Nahrung ansah.

Den ersten Halt machte ich in Luxembourg, und ich war vom Flair dieser Stadt  begeistert. Ich erkundete die Altstadt, das Petruss-Tal, die Kasematten und die quicklebendige City mit ihren vielen Sprachen und bunten Straßenfesten.  Ich kaufte eine Musikkassette mit neuen Titeln von Mike Oldfield, die ich noch nicht kannte und schlief direkt neben dem Palais des Großherzogs. Über die Wachablösung lachte ich mich scheckig. So ein Gestelze. Keiner hinderte mich, zwei Stangen steuerfreie Zigaretten zu kaufen und zwei große Larousse. Mein Vater freute sich damals riesig, als ich ihm diesen Wälzer schenkte. Er mag es, in Nachschlagewerken nach kleinen Wörten wie ziemlich, gleichsam und verflixt zu gucken, nach ihrer Herkunft, ihrer Anwendung und so weiter. Ein Sprachennarr, ich liebe ihn.

Dann hinein nach Frankreich. Mit dem Trabi war es nicht ganz einfach, sich im Strom der modernen Karossen zu bewegen, aber ich war jung, hatte Vertrauen in die Zwickauer Rennpappe und kam gut durch den Zoll. Die Grenzer haben kontrolliert, aber ich wurde freundlich durchgewunken und entschied mich, die Nationalstraßen zu benutzen. Das Benzin kostete 6,78 Franc. Ich war erst recht erschrocken, erinnerte mich dann aber an den Wechselkurs und nahm es freudig hin.

Das Land erschien mir grüner, die Felder goldener, die Häuser liebevoller geputzt, die Bewohner heiterer und das Essen im Landgasthof schmackhafter. Ich nahm gleich fast alle Käsestücke von der Platte und wunderte mich, daß die hübsche Kellnerin plötzlich prustend lachte. Man nimmt nämlich artig nur ein bis zwei Stückchen Käse, um das Menü zu beenden. Als Ossi in der Fremde wirkte man wohl so kurz nach der Wende ziemlich dumm, man war es ja auch.

Ich kam nach Brest und sah dann dieses große Meer, in welches ich mich unsterblich verlieben sollte. Ich stellte mir vor, daß auf der anderen Seite Amerika läge und konnte nicht umhin, Rührung und Dankbarkeit zu empfinden. 

Ich schaffte am Tag immer so ungefähr dreihundert Kilometer. Ich ließ mir Zeit, hielt an Wochenmärkten und jedem kleinen See im Wald. Badete, aß und schlief, wenn mir danach zumute war und fühlte mich frei. Glücklich. So konnte es bleiben. 

Dann nach Süden, an der bretonischen Küste entlang. In einem kleinen Geschäft, unweit des wilden Badestrandes, gab es Krostitzer Bier in Dosen.  So muß Europa sein, dachte ich, ließ das Bier stehen und entschied mich für einen trockenen hiesigen heurigen Landwein. Ich war nun zwölf Tage unterwegs und begann, die Fahrt zunehmend als anstrengend wahrzunehmen. Ich kam bis an die spanische Grenze und fuhr dann zurück. Die Palmen und die anderen unbekannten blühenden Hartlaubgewächse verzauberten mich. In der Nähe von Bordeaux, nahe der Girondemündung, fand ich einen Campingplatz. Mit bleischweren Beinen wankte ich zur Rezeption und fragte, ob ich hier duschen könne. Ich käme aus der DDR und ich wäre sehr müde. 

Kein Problem, sagte die bezaubernde Dame am Empfang zu mir. Im Nu bildete sich eine Menschentraube um das klitzekleine Auto. Man haute mir lachend auf die bereits knackig gebräunte Schulter, drückte Erstaunen und Respekt darüber aus, daß ich so weit gefahren war. Ich sollte den Motorraum öffnen. Das machte ich, und ich erklärte den Tankdeckel darinnen. Allgemeines Entsetzen, das sich aber schnell in fröhliches Lachen verwandelte, als sie sahen, wie souverän ich mit der Pappe umging. Die hübsche Frau vom Empfang sagte, ich könne ein Vier-Mann-Zelt für eine Woche bekommen. Gratis, als Geschenk. So einen wie mich hätten sie hier noch nicht gesehen. Diese Frau begegnet mir übrigens noch heute manchmal zwinkernd im Traum. Na ja, und so habe ich mich in diese Gegend verliebt. Die Pinien, die Dünen, das Meer, der wirklich azurblaue Himmel. Verliebt in das Machen, in das Verwirklichen von Träumen, verliebt in den Weg, den ich bis heute gehe. 



Warum Akif Pirinçci so beliebt ist? Weil er über abgehängte Menschen schreibt, zu denen der Leser noch ein klein wenig Abstand hat und sich gegebenfalls wie Klonovsky den Spruch erlauben kann: "Sein ist von mir wahrgenommen werden“. Unabhängig davon, daß sich Klonovsky gut dafür eignet, den Begriff Ambivalenz zu beschreiben; seine mittlerweile durchschimmernde Ehrlichkeit gefällt mir ganz gut. Ich weiß, daß Arroganz mehr ist, als von unten gesehene Dummheit. Auch von ganz oben gesehen trifft es wahrscheinlich zu. Aber dazu wollte ich gar nichts notieren, sondern etwas zum Verständnis dessen beitragen, was Pirinçci eigentlich antreibt, so zu schreiben, wie er schreibt. Akif war um Kontinuität bemüht. Das kann man leicht aus seiner Biographie herauslesen. Er ist ein guter Autor, der sich inzwischen, vielleicht manchmal mit Hilfe junger Kunststudentinnen, besser in Deutsch auskennt als die meisten FB-User und davon zu meiner Freude in hervorragender Weise auch Gebrauch macht. Daß Aufsätze von ihm wie zum Beispiel „Das Schlachten hat begonnen“ nicht zum Allgemeinwissen gehören, liegt einfach daran, daß der Deutsche Michel, so wie ich ihn kenne, inzwischen ubiquitär zum Gartenzwerg mutiert ist, der unbedingt einen eigenen Pool oder einen Kaffee-Automaten mit kleinen Kapseln besitzen will, um keine Selbstzweifel hegen zu müssen.  Akif Pirinçci nimmt zu Recht übel, daß die Zwerge seine Intention mißverstehen und nur an Kohle denken, die man mit dem Schreiben verdienen kann. Nicht verwechseln mit Augstein, bitte. Das ist im Prinzip schon alles. Es ist nicht viel. Ungefähr soviel stinkende Ballaststoffe, wie nach einem veganen Mittagessen übrigbleiben. Man sieht, alles hat seinen Sinn, alles geht seinen Gang.  Daß ich deshalb auf ein wenig Abstand achte, ist aber nicht einer empfindlichen Nase geschuldet, sondern  einer wahrscheinlich vererbten Abneigung gegenüber impotenten Gartenzwergen. Ich weiß es nicht genau.



Des mondes nous sépare. Uns trennen Welten. 

Évidemment, es ist völlig egal, warum ich nicht mehr auf FB poste. Quand même, für mich will ich es hier und heute notieren. Ich bin noch bei FB angemeldet. Wegen Scrabble, ich guck, wenn ich möchte, nur kurz, stelle den Status Quo fest und gehe wieder. Und der Vorhang schließt sich sanft hinter mir. So kann es sein, so soll es bleiben.

Mir ist nicht entgangen, daß ich zunehmend lauter, frecher und in der Wortwahl unanständiger geworden war. IRGENDWER quittierte es irgendwie, irgendwie feige, ambivalent, schwammig. 

So war es immer, so ist es immer, vielleicht wird es immer so sein. Es ist fast immer der eigene Schopf, an dem man sich aus dem Morast hievt. Wer aus Eitelkeit auf ein Selbstdarstellerportal zieht, geht dann wieder, wenn er dies erkannt hat. Wenn er klug ist und Glück hat.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals Gefallen an der Darstellung von dummen, schlechten, gemeinen oder häßlichen Gestalten gefunden zu haben. Bei FB gilt es als schick oder opportun oder was weiß ich. Jeden Tag vorgegebene Belanglosigkeiten, jeden Tag so unendlicher Schwachsinn, zu dessen Beurteilung ich mich sogar mit Likes oder Kommentaren hinreißen ließ. Incroyable. Unglaublich. 

Das ist das eine. Das andere ist, daß sich viele FB-Freunde wahrscheinlich in ähnlichen „Gewissensnöten" befinden, aber dies hinter sogenanntem Galgenhumor verstecken, auch wenn dieser durch die unendlichen Wiederholungen eher auf Konformität hinweist, als auf einen freien Kopf, der abgeschlagen werden soll, von wem auch immer. Manche kokettieren geradezu damit, daß sie banal und angepaßt sind. Mag der eine darüber lachen, ein anderer grinsen,  mir wird schlecht, wenn ich dies bemerke. Der Anlaß zu Veränderung, und hier greif ich mir wieder an den Kopf, war ein heftiger und diesmal anhaltend schmerzhafter Husten quasi über Nacht. Das Schlimmste befürchtend, also Lungenkrebs, bin ich zum Toubib gegangen, was hier Onkel Doktor heißt, der mich zum Röntgen schickte. Jetzt ist es sogar das Allerschlimmste, ein Lungenemphysem, was irgendwann in Ersticken endet.  Irgendwann ist in diesem Falle eines der dümmsten Füllwörter überhaupt, aber so kenne ich mich, ich nenne es einfach immer wie ein Kind von der Schokoladenseite. Pouva Start 1956. Nur ganz wenige Trottel sagen mir jetzt noch, daß man im Leben für alles bezahlen müsse. 

Nun kann ich mit dem Schicksal hadern oder auch nicht, jedenfalls bekomme ich so langsam wieder den Kopf frei. Ich muß nicht mehr lesen, was mich krank macht, ich muß nicht mit ansehen, wie die „ Freunde" siechen. Ich will es jetzt nur einmal so formulieren: Ich will und werde diese menschengemachte dumme Scheiße nicht mehr hören und sehen. 

Puh. Jetzt hoffe ich, daß wirklich der Druck weg ist, und ich vielleicht ein Tagebuch beginne. Ein witziges „ Sterbetagebuch" vielleicht, so richtig schön mit banalen und alltäglichen Lustigkeiten, mit Erinnerungen an spannende und tolle Träume. Vielleicht machen das dann meine Kinder auch zu Geld wie ihre Unterhaltsansprüche, die ich lächelnd mit links beglich, weil ich es es so wollte. Ob es  ihnen zum Leben hilft? Ich weiß nicht. Eher nicht. Hier einmal eine Bitte um Gottes Segen für meine Kinder. Mögen sie Barmherzigkeit und Ehrfurcht kennenlernen. Ohne Schmerzen. 



Wann habe ich das letzte Mal ein wirklich gutes Gespräch geführt? Nicht abgeschottet, nicht in privaten Räumen, nicht beim Billardspiel mit Freunden, nicht in der eigenen Praxis mit wildfremden Patienten, auch nicht beim Grillen im Garten des Nachbarn. Keine Podiumsdiskussion. An ein Gespräch kann ich mich gut erinnern, und ich bin baff. Es war 1974 in Leipzig. Als ich siebzehn Jahre alt war. Ich war also in einem Alter, in dem ich zum einen aus Höflichkeit, zum anderen aus Egoismus andere reden lies und gern Klügeren zuhörte. Wir waren auf der Dahlienterrasse im Clara-Park. Es war Sommer, und meine Kumpel und ich zogen in Jeans und offenem Hemd von Kneipe zu Kneipe. Wir wollten uns keineswegs besaufen, auch wenn deswegen unser Trüppchen immer kleiner wurde. Jedenfalls wurde ich nicht gestört, als mich ein junger Mann, ungefähr zehn Jahre älter als ich, ansprach und mich auf ein Glas Wein einlud. Eine Atmosphäre, die vielleicht nur noch Jugendliche kennen. Geprägt von Offenheit, Neugier, Abenteuer, Sehnsucht. Ich nahm diese Einladung gerne an, ich hatte genug vom Herummarschieren und dem Demonstrieren unserer langweiligen Lässigkeit. Er hieß Peter, verdiente seinen Lebensunterhalt mit der Herstellung von Bongos und besaß einen alten weißen, einen ganz weißen alten Wolga. Ich ließ ihn reden und erfuhr, daß er auf der Suche nach dem weißesten Weiß und schwul sei. Ungefähr so, als sagte er mir, wie spät es wäre. Ich erzählte ihm von meinem Stand der Dinge. Ich sei ein aufsässiger dummer Junge, der erst jetzt gemerkt habe, wie er sich mit Bockigkeit und Trotz ins eigene Fleisch schnitte, daß ich jetzt irgendwann zur Fahne müsse, keinen Bock darauf und derzeit kein Mädchen hätte und nun doch lieber geradewegs Arzt werden wolle. Peter vermittelte mir nicht nur das Gefühl, zuzuhören, sondern auch, an dem, was ich plapperte, interessiert zu sein. Wir unterhielten uns prima. Er wünschte mir alles Gute und sagte, daß ich schaffen würde, was ich mir vornähme. Wir lernten uns wirklich innerhalb einer Stunde gut kennen und verabredeten uns. Ich wollte ihm ein paar Akkorde auf der Klampfe beibringen, er wollte mir zeigen, wie man Bongos baut. Er baute einfach jeden Monat auf Bestellung exakt zwei Stück für eintausend Mark. Kunststoff und Ziegenfell. Ich freute mich sehr, einen fremden Menschen getroffen zu haben, der ein richtiger Freund werden konnte und es geworden ist. Ich habe bisher wahrscheinlich mit mehr als zehntausend Menschen geredet, aber niemals mehr etwas von diesem Gefühl verspürt, was ich gerade vermitteln will, jedoch nicht wirklich zu vermitteln vermag. Nun leben wir ja nicht nur von Luft, Bits und Bytes, obwohl es manchmal so aussieht. Ich weiß, es ist vielleicht reizvoll, auf FB einen Witz zu posten, über den mehr als eine Handvoll Freunde lachen oder eine Information, die man als wichtig ansieht. Was ich sagen möchte, auf FB habe ich wie im richtigen Leben eine gute Handvoll Menschen getroffen, die mich so schätzen wie ich sie, und dafür möchte ich mich bedanken. Aber das Beste an FB ist, daß es den Leuten, denen man im Leben aus dem Wege gehen kann, eine riesige Plattform bietet, von der sie mich täglich beschallen. Unanständig, laut, ungebildet. Es gibt nur eine Möglichkeit für mich, dem zu entgehen. Mal abschalten. Informationen gibt es im Internetz noch zu Hauf. Und wenn man einen Kopf hat, der nicht nur davor schützt, daß es nicht in den Hals regnet, kann man schon einen Überblick über was auch immer bekommen. Es sind nicht die Sperrungen, denen ich auch ausgesetzt war. Oder die sogenannten Gemeinschaftsstandards. Es ist der Morast, der einem über den Kopf wächst. Es ist die Sprache. Das Linke. Das Grüne. Ihr wißt schon. Dem war ich doch längst glücklich entronnen. Von einigen habe ich die Mailadressen, und ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt blieben. Auch werde ich FB nicht löschen, denn ich spiele gerne mit vielen Leuten Scrabble über diesen Server. Mir geht es gut, und nicht nur, wenn ich am Meer bin und an Ihr wißt schon wen denke. Machts gut. Laßt Euch nicht unterkriegen. 



Ne Predigt.  Wir wundern uns über die Streifen am Himmel, aber dann gucken wir wieder nach unten, zurück oder verschließen unsere Augen. Würden wir uns auch so verhalten, wenn plötzlich jeden Tag mehrere Känguruhs über unsere Wege hüpften? Bestimmt. Die gehören ja ebenfalls dazu, so wie die messerstechenden, machetenschwingenden und amokfahrenden Zeitgenossen. Alles Gottes Geschöpfe. Wie der Wal, das Nashorn, die Tarantel, der Kugelfisch und die Beutelratte. Vergessen wir nicht die Politiker, die Journaille, den Klerus und die Untertanen. Mein Abitur habe ich im Abendstudium an der Volkshochschule erworben. Es war billig und kostete pro Semester nur achtzig Ostmark. Wir lernten damals nicht, daß die Erde flach ist, daß alle Menschen gleich sind und daß der Islam eine Friedensreligion ist, die zur DDR gehört. Wir haben uns nicht gewundert, daß Flüchtlinge an der Grenze erschossen wurden, nicht darüber, was politische Häftlinge zu berichten hatten und schon gar nicht darüber, daß erst Rentner über die Grenze in den Westen gelassen wurden. Kurz, wir haben am eigenen Leibe erfahren, daß die DDR ein Unrechtsstaat war. Das System war brutal, aber jeder konnte es wissen, der nicht auf den Kopf gefallen war. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich genügend Menschen fanden, die Montags demonstrierten und naiv kundtaten, daß sie nichts , aber auch gar nichts zu verlieren hätten, wenn Honecker nebst Gattin nach Chile verschwänden, die Grenze geöffnet und die DM-Mark Zahlungsmittel wäre. Man kannte zumindest den Begriff Freiheit. Der DDR-Bürger war nicht nachtragend. Zu Zeiten der französischen Revolution wären wohl selbst die Nachkommen der verantwortlichen Politiker geköpft worden, und uns wäre einiges erspart geblieben. So dachte ich jedenfalls und zu meiner Entschuldigung muß ich sagen, daß mir damals Jesus noch völlig fremd war. Es ist wahrscheinlich immer so. Ein Teil der Leute geht ehrlich arbeiten, ein anderer geht in die Politik oder macht andere sinnlose oder strafbare Dinge. Jeder weiß das oder jeder könnte es sehen, wenn es ihn interessierte. Und wenn die Wessis nicht immer so arrogant gewesen wären, hätten wir ihnen verraten können, wohin die Reise mit den DDR-Kadern gehen wird. Allerdings schlackern dem echten Ossi heute auch vor Verwunderung die Ohren, was so alles möglich ist, wenn man den Kompaß der Untertanen verstellt. Mir war bis vor Kurzem gar nicht klar, was alles schiefläuft. Ich hatte nicht berücksichtigt, daß der Mensch auch essen muß. Essenmarken bekommt man durch Wohlverhalten oder redliche Arbeit. Aber schade ist es schon, daß man vielleicht durch Kondensstreifen, Schutz-Impfungen und wunderbar farbige Chemie vergiftet wird. Man weiß es ja nicht genau. Gell? Das Angebot an Informationen ist jedenfalls inflationär, und der gesunde Menschenverstand ist auf der Strecke geblieben. Nein, er ist nicht einfach auf der Strecke geblieben. Er wurde bewußt gekillt. Kein Mensch braucht einen Staat und unendlich viele Schmarotzer. Ein gottesfürchtiger Mensch würde dies wissen. "Alles, was ich Euch gebiete, das sollt Ihr halten und danach tun. Du sollst nichts dazutun und nichts davontun." 5. Mose 13.1 



Ich würde es wieder machen. Weggehen. Auch wenn es schwerfällt, sein geliebtes Land, die Heimat zu verlassen. Ich möchte lieber arm und ehrlich an einem warmen Strand schlafen, als mich gemein machen mit dem, was ich verachte. 

Ich würde es immer wieder tun, auch weil ich nicht weiß, wie man allein gegen einen Moloch gewinnen kann. Ich habe viel versucht. Gespräche frontal, meine Stellung ausgenutzt. Dem System ist es egal, wie es uns geht. Es lacht hämisch.
Mir wird es nie egal sein, und ich werde da sein, wenn es darum geht, dem zunehmend zahnlosen, aber brutalen Goliath in den Arsch zu treten. Aber bis dahin wird wahrscheinlich soviel Zeit vergehen, in der ich auch getrost sterben kann. Eine Endlichkeit Trostlosigkeit ohne Gott. Oder unendlichen Trost mit ihm. Was für ein tröstliches Wortspiel. 



Vertrauen. Meiner Großmutter habe ich vertraut. Blind. Meinen Eltern immerhin mit einem blinzelnden Auge. Anderen? Ja, leider auch und dann Kawumm, Pardauz, großes Kino. 

Nun, Ihr wißt, ich bin ein älterer weißer Mann mit Hang zu Blickdiagnosen. Warum ich diese allerdings offenbare, verstehe ich derzeit noch nicht, denn für mich war Freiheit in jungen Jahren kein Thema. Ich war frei. Zu spielen, wo ich wollte, zu spielen, mit wem ich wollte. Ohne Helmchen, Netz und doppelten Boden sprangen wir in einer Sandgrube todesmutig auf unbekannten, zum Glück weichen Untergrund. Wir spielten Indianer und schlichen uns im hohen Futtergras am wilden Hund vorbei, der die Plantage mit Paradiesfrüchten bewachte. 

Als ich älter wurde, war ich nicht so ohne weiteres frei. Ich mußte mir die Freiheit nehmen, und ich nahm sie gern. 

Ich spielte deshalb auch manchmal alleine, weil die anderen keinen Dittrich besaßen, um aus ihrem Gefängnis zu entkommen. 

Dann sagte mir ein Untersowieso zur Musterung, kein Unter aus dem Skat, den man gerne nimmt, sondern ein pickliger pausbackiger niederer Offizier, "Hey, junger Freund, wissen Sie, daß uns ihr Medizinstudium achthunderttausend Mark kostet? "

Ich sagte schon damal sehr gerne "Ach?" und war witzig kreativ, was meine Ausmusterung betraf.

Zum Rauchen. Ich fand Rauchen als Junge toll. Vielleicht lag es an den lustigen Kringeln, die ein Alter in der Dorfkneipe mit dem Zigarettenqualm formte, vielleicht allerdings auch an meiner von vielen heute so beschworenen dummen Frechheit, daß ich mit dreizehn anfing, mir diesen Stoff zu besorgen. Klingt lustig, wenn man besorgen sagt, non? Jedenfalls, und dafür lege ich heute noch meine Hand ins Feuer, die Schwuchteln rauchten nicht. Niemals. Das ist eine Offenbarung für mich, aber ich möchte nicht darüber reden. Meiner kleinen Tochter habe ich zur Abschreckung manchmal eine Ladung Rauch  ins hübsche Gesicht geblasen. Meines Wissens raucht sie heute nicht. Das spricht zumindest ein wenig dafür, daß ich schon weiß, auf welchen Teufel ich mich mit dem Rauchen eingelassen habe, aber ich weiß auch, daß es andere einen gottverdammten Kehrricht angeht, welche Sünden ich begangen habe, genauso wie ich mich einen was weiß ich um die Sünden anderer schere, die vorgeben, mein Freund sein zu wollen und mich dennoch gern zerpflücken. Ich schweife ab. Rauchen ist für mich heute so ein wenig wie das freiwillige Abbiegen in eine Einbahnstraße, an deren Ende sich eine Schlucht befindet. 

Was ich eigentlich sagen wollte. Die Freiheit, das zu tun, was man will, was man kann, die Freiheit, auch einmal sagen zu können: "Ich weiß nicht", und die Freiheit, sich so zu fühlen, wie man es mag, an einem Ort, den man liebt, zu einer Zeit, die man schätzt, egal, der Wunsch, frei zu sein, zu werden, zu bleiben, ist Menschenrecht, und dafür würde ich sterben. Aber selbst damit möchte ich niemandem schaden. Kann ja sein, daß er es bedauert, mich an die Freiheit verloren zu haben. So einen Konflikt würde ich dann wieder gerne versuchen, zu lösen. Das geht dann allerdings nicht so blinkiwinki, wenn man Lungenkrebs hat oder ein garstiges Lungenemphysem.



„...Leistet passiven Widerstand – Widerstand -, wo immer Ihr auch seid, verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es zu spät ist, ehe die letzten Städte ein Trümmerhaufen sind, gleich Köln, und ehe die letzte Jugend des Volkes irgendwo für die Hybris eines Untermenschen verblutet ist. Vergeßt nicht, daß ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt!…

http://www.marcogallina.de/2016/06/30/ist-es-nicht-so-dass-sich-jeder-ehrliche-deutsche-heute-seiner-regierung-schaemt/



„...Jetzt kommt es darauf an, sich gegenseitig wiederzufinden, aufzuklären von Mensch zu Mensch, immer daran zu denken und sich keine Ruhe zu geben, bis auch der Letzte von der äußersten Notwendigkeit seines Kämpfens wider dieses System überzeugt ist….

http://www.marcogallina.de/2016/07/07/und-wieder-schlaeft-das-deutsche-volk-in-seinem-stumpfen-bloeden-schlaf-weiter/



„...Unser heutiger „Staat“ aber ist die Diktatur des Bösen. „Das wissen wir schon lange“, höre ich Dich einwenden, „und wir haben es nicht nötig, daß uns dies hier noch einmal vorgehalten wird.“ Aber, frage ich Dich, wenn Ihr das wißt, warum regt Ihr Euch nicht, warum duldet Ihr, daß diese Gewalthaber Schritt für Schritt offen und im verborgenen eine Domäne Eures Rechts nach der anderen rauben, bis eines Tages nichts, aber auch gar nichts übrigbleiben wird als ein mechanisiertes Staatsgetriebe, kommandiert von Verbrechern und Säufern?…

http://www.marcogallina.de/2016/07/14/wenn-aber-ein-mensch-nicht-mehr-die-kraft-aufbringt-sein-recht-zu-fordern-dann-muss-er-mit-absoluter-notwendigkeit-untergehen/